Anchises und Troja (Griechische Mythologie)

Erzählung der Autorin Ulla Schmid (Teil II)

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Aeneas and Anchises in Hades
Die Jahre gingen ins Land. Kreusa und Aeneas waren glücklich miteinander und Kreusa hatte Aeneas einen Sohn und ihm, Anchises, einen Enkel, Ascanius, geboren. Anchises gab den Gedanken, Zeus und Aphrodite ob dieses Enkels versöhnlich zu stimmen, bald wieder auf. Zeus und Aphrodite waren ihm gegenüber unerbittlich.

Das Unglück für Troja begann, als eine trojanische Delegation mit Paris, dem Zwillingsbruder der Kassandra, zu den Verbündeten nach Sparta fuhr, um das Bündnis zu bekräftigen. Da war Paris der schönen Königin von Sparta, Helena, begegnet und beide entbrannten in Liebe zueinander. Paris, obwohl in Troja verheiratet, war sich sicher, dass Helena ihm gehören musste, zumal sie ihm von der Göttin Aphrodite versprochen worden war. Die Delegation reiste ab - und mit ihr Helena, die auf der einen Seite widerstrebend, auf der anderen Seite nur zu gerne mit den Trojanern mitgegangen war. Helenas Mann, Menelaus, wusste bald, wo seine Frau war, und von Troja wurde Helena zurückgefordert. Allerdings war die Delegation mit Helena noch nicht in Troja eingetroffen und so wusste man vom "Raub" der schönen Königin noch nichts.

In der Zwischenzeit sammelten sich die Griechen und suchten Verbündete. Die trojanische Delegation war dann zu Hause eingetroffen und Helena erklärte, dass sie freiwillig mitgegangen sei und nicht mehr zurück wollte, was den Spartanern dann auch mitgeteilt wurde. Die Trojaner blieben dann auch nicht untätig und suchten Verbündete, da sie wussten, dass ein Krieg unausweichlich war. Aber von den Göttern war der Untergang Trojas beschlossene Sache.

Seit seiner Heirat mit Kreusa lebte Aeneas am Königshof und Anchises in seinem Häuschen auf dem Land. Mit der Zeit war er mit seinem Schicksal zufrieden - nur die Sorge um seinen Sohn und dessen kleiner Familie trieben ihn um.

Eines Tages war es soweit: Die Griechen waren an der trojanischen Küste gelandet und verlangten Helena zurück. Diese weigerte sich immer noch und sie sah sich als Flüchtling an, den man nicht an die Griechen ausliefern durfte, und auch Paris wollte nicht auf Helena verzichten. So begann ein langer Krieg, der zehn Jahre dauern sollte. Bei ihren Raub- und Plünderungszügen musste Aeneas, der immer wieder nach seinem Vater sah, vorsichtig sein, dass die Griechen ihn nicht aufstöberten. Aber mit einem alten gelähmten Mann sollten und wollten sich die Griechen sicher nicht abgeben.

Zehn lange Jahre mit Kämpfen und Zweikämpfen, in denen sich Aeneas bewährte und ein Sohn des Priamos nach dem anderen den Tod auf dem Schlachtfeld fand, schien ein Ende des Krieges nicht in Sicht. Die Griechen wussten nun, dass es ihnen nicht möglich war, die Stadt im Kampf einzunehmen und so hatte Odysseus, der ithakische König, die Idee mit dem hölzernen Pferd, in dessen Bauch sich griechische Krieger versteckten. Die Griechen selbst zeigten ihren Abzug an, und die Trojaner zogen jubelnd und feiernd das Pferd in ihre Stadt. Aus dem Bauch des Pferdes quollen die Griechen und öffneten ihren Kameraden, die ihren Abzug nur vorgetäuscht hatten, das Stadttor. Die feiernden Trojaner hatten keine Ahnung, dass sie mit diesem Pferd das Verderben in ihre Stadt gebracht hatten. Zuerst klirrte es leise auf dem Marktplatz, gedämpfte Befehle wurden ausgesprochen und ausgeführt. Hier und da flammten kleine Feuer auf, die sich zu großen Bränden ausweiteten und dann tobte der Höllenlärm los, der den Untergang Trojas begleitete. Die Griechen rasten vor Kampfeslust und erschlugen alles, was sich ihnen in den Weg stellte. Bald waren sie im Palast.

Aeneas sah Priamos mit dem Schwert in der Hand seinen letzten aussichtslosen Kampf kämpfen. Seine letzten ihm noch verbliebenen Söhne kämpften ebenso tapfer wie aussichtslos und wurden erbarmungslos niedergemacht. Seine Frau und seine Töchter gerieten in die Hände der Griechen. Traurig sah der selbst kämpfende Aeneas aus den Augenwinkeln, wie Priamos um seinen Tod bat und dieser ihm gewährt wurde. Rasende Angst befiel ihn um seinen Vater Anchises, seine Frau Kreusa sowie seinen Sohn Ascanius, die er beide aus Sicherheitsgründen zu Anchises gebracht hatte. Wie von Sinnen rannte Aeneas in das kleine Haus auf dem Land und die drei Personen schienen den Verstand zu verlieren, als Aeneas ihnen erklärte, dass Troja untergegangen war. Ihnen blieb nur die Flucht.

Den gelähmten Vater Anchises auf den Schultern, Kreusa und Ascanius neben sich, rannten sie zum Hafen. Dort hatten sich überlebende Trojaner eingefunden. Entsetzt stellte Aeneas fest, dass Kreusa nicht mehr an seiner Seite war. Er rannte zurück, um Kreusa zu suchen. Sie erschien ihm in unirdischer Gestalt und erklärte ihm, dass sie nicht mit ihm kommen könnte, dass aber ihm und seinem und ihrem Sohn nach vielen Müh- und Drangsalen eine glänzende Zukunft in Italien blühe. Aeneas wollte nach ihr greifen, aber sie entschwand seinen Blicken und nie wieder wurde Kreusa gesehen. Voller Schmerzen musste Aeneas einsehen, dass er ohne sie die zerstörte Heimat verlassen musste.

Weinend und klagend, nicht zurückschauend auf das brennende Troja, bauten sie sich Schiffe, die sie von ihrer zerstörten Heimat wegbringen sollten und begaben sich auf den Weg in eine ungewisse Zukunft.

Zurück zum ersten Teil Anchises und Aeneas

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© Text mit freundlicher Genehmigung der Autorin Ulla Schmid

Die Abbildung zeigt das Gemälde "Aeneas and Anchises in Hades" des Malers Alexandre Ubeleski (17. Jahrhundert), Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei

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