Tourismus und Forschung in der Antarktis

Ein Beitrag von Lothar Seifert

Schneewehe

Neben den von verschiedenen Ländern unterhaltenen Forschungsstationen sind es im wachsenden Maße die Besuche von jährlich etwa 37.000 Touristen, die Auswirkungen auf die empfindliche Ökologie der kalten Gefilde der Antarktis haben. Deshalb sollten Tourismusströme nicht unkontrolliert in diese Regionen vordringen.

Eine Genehmigung nach dem deutschen Ausführungsgesetz des Umweltbundesamtes benötigen deshalb alle Personen, die von Deutschland aus in die Antarktis reisen möchten. Die Genehmigung erfolgt nach dem 1998 unterzeichneten "Umweltschutzprotokoll zum Antarktis-Vertrag". Wer privat in die Antarktis reisen möchte, findet die dafür notwendigen Informationen unter der Adresse des Umweltbundesamtes.

Warum ist überhaupt eine Genehmigung für den Besuch der Antarktis erforderlich? Hier in diesen Breitengraden wird das Wetter gemacht, und das in einer höchst sensiblen Umwelt. Man kann davon ausgehen, dass sich hier ein großer Teil des Weltklimageschehens abspielt.

In der 13 Millionen Quadratkilometer großen Antarktis herrscht ein extremes und lebensfeindliches Wetter. Bei einer Jahresdurchschnittstemperatur von -55 Grad Celsius speichern die Eismassen einen Großteil der Süßwasservorräte der Erde. Aber es gibt sogar etwas Grün: Flechten und Moose, die sich an die Kälte und Trockenheit angepasst haben. Blumen und summende Insekten dagegen werden Sie vergeblich suchen. Nach besorgniserregenden Meldungen wurden aber bereits fremde Keime in die empfindliche Küstenregion der Antarktis eingeschleppt.

Am Rand des Kontinentes kommen Pinguine, Robben und Wale in größerer Zahl vor. Diesen Tieren in der Antarktis droht möglicherweise eine Hungersnot, weil der Bestand an antarktischem Krill seit den 70er Jahren um etwa 80 Prozent drastisch gesunken ist. Ursache dafür kann die Klimaerwärmung sein, welche die Wassertemperatur verändert.

Seit 1981 arbeitet Deutschland im Rahmen des Antarktis-Vertrags gemeinsam mit weiteren 48 Ländern in dieser noch nahezu unberührten Region unserer Erde. Dieser Antarktis-Vertrag regelt seit 1961 die friedliche Nutzung der Antarktis. Insgesamt werden etwa 80 Überwinterungsstationen von 18 Staaten im ewigen Eis betrieben.

In den Zonen des ewigen Eises existiert ein sehr empfindliches Ökosystem. Alle Unterzeichner des Antarktis-Vertrages haben sich deshalb verpflichtet, die Tierwelt, Luft, Wasser sowie das Land, die Gletscher und die Meeresumwelt der Antarktis wirksam zu schützen. Das gilt auch für die von Deutschland unterhaltene Forschungsstation auf dem Ekström-Schelfeis. In der Neumayer-Station III des Alfred-Wegener-Instituts für Polar- und Meeresforschung werden seit Februar 2009 für Studienzwecke geophysikalische, meteorologische und luftchemische Messungen durchgeführt. Das Hauptaugenmerk bei der Forschung wird auf die Rolle der Antarktis für das Weltklima, also unser Wetter, gelegt.

Gleichzeitig ist die Neumayer-Station Ausgangspunkt zahlreicher Expeditionen von Forschern in das Landesinnere. Diese setzen mit modernen Mitteln die Traditionen der beiden berühmten Polarforscher Robert Falcon Scott und dem Norweger Roald Amundsen fort. Deutsche Forschungsprogramme beruhen aber ebenso zum großen Teil auf der Arbeit des 1982 in Dienst gestellten Forschungsschiffes Polarstern.

© Text und Foto zu "Tourismus und Forschung in der Antarktis": Lothar Seifert

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