Helmuth bekommt eine ChanceSzenen aus dem Hartzer Land - Teil III |
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Der Computer ist nicht so sehr "sein Ding", aber er hat schon einiges gelernt und tippt gewissenhaft seinen Lebenslauf und viele Bewerbungen. Leider ist Helmuth nicht mobil, das macht es noch ein wenig schwerer für ihn, und gesund ist er auch nicht gerade. Aber jetzt hat eine Firma einem Probetag zugestimmt, und der beginnt am nächsten Morgen. Es handelt sich um ein Chemiewerk, der größte Arbeitgeber in der Stadt, in der Helmuth lebt, und auch im gesamten Umland - in diesen Zeiten fast mit einer Monopolstellung. Helmuth ist groß, weit über einsachtzig und sieht sehr kräftig aus - wahrscheinlich haben ihn die Leute von der Firma deshalb ausgewählt, dieser Statur wegen. Die anderen Männer in der Maßnahme wurden nicht in Betracht gezogen, keiner sieht so stark aus wie Helmuth.
Schon am nächsten Morgen, in der Pause, ist Helmuth wieder da. Man hat ihn wieder hierher geschickt, er hat es einfach nicht geschafft: "Du stehst neben einem riesigen Behälter, in den muss Granulat eingefüllt werden. Das muss man mit der Schaufel machen, und zwar zügig. Eigentlich sind dafür zwei Männer vorgesehen, aber ich hab das alleine gemacht. In schnellem Tempo immer wieder die gefüllte Schaufel über Kopf in den Behälter leeren, ohne Pause. Das Ding muss laufen, da darf es keinen Leerlauf geben. Elf Stunden lang... ich hab kaum eine durchgehalten und der Vorarbeiter hat's mir angesehen. Er hat gesagt: Sie schaffen es nicht, das hat keinen Zweck."
Jeder Betrieb stellt so wenig Leute ein, wie er nur kann - das bedeutet, dass einer für zwei oder sogar drei arbeitet. Harte Jobs in Wäschereien oder Lagerhallen sind etwas, das auch die Jüngeren nicht einfach so wegstecken. Es gab einen hier, der hatte ein neues Hüftgelenk und konnte kaum laufen. War nahe an die Sechzig - der bewarb sich für alles und für jedes. Ging klar ohne Arbeit wieder heim, aber das hatte er gewusst. Aber weigern hätte er sich nicht gekonnt. Das wäre, wie man weiß, übel vermerkt worden. Dieser Fall ist nicht fiktiv und nur ein kleiner Abriss aus dem schönen "Hartz". Lesen Sie auch den vierten Teil Das graue Rudel im Hartzer Land
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