Der Einsatz von Webanalysediensten und der Datenschutz

Eine Datenschutzaufsichtsbehörde schreibt vor

Rechtliches

Die meisten Internetseiten sind dazu da, Angebote anzupreisen und Leistungen einer Firma zu offerieren. Viele Webseiten bilden gar die einzige Existenz-Grundlage einer Firma. Das ist ohne eine gute Besucherstatistik nicht zu bewerkstelligen. Muss man doch mit harter Arbeit dafür Sorge tragen, dass die eigenen Angebote einem möglichst großen Publikum präsentiert werden.

Was soll der Betreiber eines kleinen Onlineshops für Postkarten machen, der seine Waren für internationale Kunden zur Verfügung stellt? Müssen auch die Datenschutz-Bestimmungen anderer Länder eingehalten werden? Was ist, wenn er eine .com-Domain in Amerika hostet?

Da sich kaum jemand auf Seiten wie das Impressum, Disclaimer usw. verirrt, sind wohl die nachstehend aufgeführten Bestimmungen eine Sache nur der Sache wegen. Von Leuten phantasievoll hervorgezaubert, die uns selbst immer gläserner machen und hier wohl ein Alibi suchen.

Zitate aus einer Veröffentlichung der Aufsichtsbehörde für den Datenschutz des Innenministeriums von Baden-Württemberg (Stand 9. März 2011):

  • Den Betroffenen ist eine Möglichkeit zum Widerspruch gegen die Erstellung von Nutzungsprofilen einzuräumen. Derartige Widersprüche sind wirksam umzusetzen ...
  • Die pseudonymisierten Nutzungsdaten dürfen nicht mit Daten über den Träger des Pseudonyms zusammengeführt werden. Sie müssen gelöscht werden, wenn ihre Speicherung für die Erstellung der Nutzungsanalyse nicht mehr erforderlich ist oder der Nutzer dies verlangt ...
  • Auf die Erstellung von pseudonymen Nutzungsprofilen und die Möglichkeit zum Widerspruch müssen die Anbieter in deutlicher Form im Rahmen der Datenschutzerklärung auf ihrer Internetseite hinweisen.
  • Personenbezogene Daten eines Nutzers dürfen ohne Einwilligung nur erhoben und verwendet werden, soweit dies erforderlich ist, um die Inanspruchnahme von Telemedien zu ermöglichen und abzurechnen. Jede darüber hinausgehende Nutzung bedarf der Einwilligung der Betroffenen.
  • Die Analyse des Nutzungsverhaltens unter Verwendung vollständiger IP-Adressen (einschließlich einer Geolokalisierung) ist aufgrund der Personenbeziehbarkeit dieser Daten daher nur mit bewusster, eindeutiger Einwilligung zulässig. Liegt eine solche Einwilligung nicht vor, ist die IP-Adresse vor jeglicher Auswertung so zu kürzen, dass eine Personenbeziehbarkeit ausgeschlossen ist.
  • Der Einsatz eines Webanalysewerkzeugs ist nur dann datenschutzrechtlich zulässig, wenn alle diese Voraussetzungen erfüllt sind.

Die einzig mögliche Lösung liegt auf der Hand:

  • Jede vergebene IP Adresse muss durchgestrichen werden, Programmierer sollen sich bereits damit beschäftigen. Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema IP Anzeige.
  • Auf jeder einzelnen Webseite kommen oben zuerst die Texte des Impressums, die der AGB's und die Datenschutzerklärung. Nicht zu vergessen die Widerrufsbelehrung bei Onlineshops, damit selbst der leseunwilligste Seitenbesucher diesen etwa einen Meter langen Text zu Gesicht bekommt. Zum Weiterspringen per Link oder für das nach unten scrollen muss eine 5-Minuten-Sperre bereits in alle Browser eingebaut werden.
  • Die Pflicht zum Lesen wird natürlich behördlich verordnet. "Ich habe alles verstanden" ist dann dem Webseitenbetreiber schriftlich zu bestätigen. Nun fehlt nur noch eine Sperre nach fernöstlicher Art, denn ausländische Webseitenbetreiber dürfen uns ja weiter ausspionieren und diese Daten auf höchst dubiose Art und Weise verwenden. Das muss natürlich wirksam verhindert werden mit einer konsequenten Isolation.

Ach ja, Cookies werden natürlich komplett verboten, wo kommen wir denn sonst noch hin?

© "Der Einsatz von Webanalysediensten und der Datenschutz" - Ein Beitrag von , 2011. Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

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