Existenzgründerinnen - Frauen setzen ihre unternehmerischen Ziele umEin Beitrag von Christine Hartmann |
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Über die Autorin: Christine Hartmann, selbständige Unternehmerin seit 1998, berät als Coach Existenzgründerinnen sowie Unternehmerinnen und hat 2009 die Webseite Frauenmesse mit Informationen für Unternehmerinnen und freiberuflich tätige Frauen gestartet. + + +
Das Gründungsvorhaben ist in der Startphase für Frauen oft ein langwieriger Entwicklungsprozess. Angefangen bei der Kalkulation und Überlegungen zu den besten Startbedingungen bis zu den Fragen: "Wie schnell kann ich mit meinem Unternehmen am Markt bestehen?", und: "Wie komme ich schnell in die Gewinnzone?" Es gibt neben der Neugründung eines Unternehmens auch die Möglichkeit der Firmenübernahme sowie das Franchising. Eine gute Übersicht zu Angeboten für Unternehmensübernahmen bieten u. a. die Unternehmensbörse nexxt-change, die Internetplattform des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie, die KfW Bankengruppe, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag sowie weitere Verbände. Franchising-Interessierte können sich an den Deutschen Franchise Verband e. V. wenden. Der Vorteil hier liegt in der Beratung und Unterstützung zur Gründung mit bereits erfolgreichen Unternehmenskonzepten und dazu eine bereits eingeführte Marke nutzen zu können. Frauen nutzen gezielt professionelle Beratungsangebote vor einer Gründung, z. B. bei Steuer- oder auch Gründungsberatern. Die Unternehmerin in spe erhält hier Unterstützung bei der Standortanalyse und der Erstellung eines Businessplans. Dieser dient zum einen der genauen Übersicht über die wirtschaftlichen und ggf. personellen Anforderungen, zum anderen muss für eine Finanzierung ein solcher Businessplan dem Kreditgeber (Bank, Wagniskapitalgeber) vorgelegt werden. Die Tatsache, dass viele Gründerinnen keine große Schwierigkeit darin sehen, ihr Unternehmen zu etablieren, zeigt, dass die Gründungsphase intensiv zur Planung und Kontrolle des Vorhabens genutzt wurde. Die Frage, ob Fördermittel ergänzend zu einer Finanzierung genutzt werden können und sollen, ergibt sich aus der Planung zur Umsetzung der Unternehmensidee.
Auch die Betriebsmittel müssen angeschafft werden - kaufen oder leasen ist hier die Frage. Für eine gründliche Recherche sollte entsprechend Zeit eingeplant werden. Eine der größten Veränderungen in der Selbständigkeit ist die Tatsache, dass "Unternehmerin sein" eine 24-Stunden-Aufgabe ist. Neue, manchmal auch sehr hohe Anforderungen machen ein konsequentes Zeitmanagement unterlässlich. Auch die Frage, welche Aufgaben abgegeben werden können und müssen, sollten vor dem Start in die Selbständigkeit beantwortet werden (Buchführung, Marketing, Corporate Design, Webseite, etc. sind hier die Stichworte). Für den Austausch mit und die Unterstützung durch Unternehmerinnen sind Frauen aktiv in Netzwerken, die sowohl regional, überregional wie auch auf Branchen bezogen gute Informationen bieten. Von vielen Gründerinnen ist der Satz zu hören: "Netzwerke sind enorm wichtig für den unternehmerischen Erfolg." Eine gute Vernetzung ist ein großes Plus im Aufbau eines Unternehmens. "Social Networking" ist dabei auch ein wichtiger Bestandteil der Vernetzung untereinander.
Grundsätzlich fordert eine Selbständigkeit Frauen in derselben Weise heraus wie Männer: sich im Markt behaupten und im Wettbewerb bestehen zu müssen ist für jede Unternehmerin wie auch für jeden Unternehmer die oberste Aufgabe. In technischen Bereichen sind z. B. noch wenige Unternehmensinhaber weiblich. Doch auch hier holen Frauen auf - besonders in innovativen Branchen, wie der Solar- und Wassertechnologie sind Unternehmerinnen mehr und mehr an der Unternehmensspitze zu finden. Dem Institut für Mittelstandsforschung (IfM Bonn) zufolge finden von 2010 bis 2014 jährlich 22.000 Übergaben in Familienunternehmen statt. Auch an Frauen - Töchter - werden Unternehmen übergeben. Damit sind diese Nachfolgerinnen auch Gründerinnen, die die weitere Firmenstrategie planen, Arbeitsplätze sichern und neue Beschäftigungsmöglichkeiten schaffen. Welche Erfolgsfaktoren sind für Existenzgründerinnen ausschlaggebend? An allererster Stelle bei Umfragen erscheint immer wieder die Aussage, dass die Sicherung und der Erhalt von Arbeitsplätzen in Unternehmen an oberster Stelle stehen. Danach kommen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die eigene Existenzsicherung. Sind Frauen / Unternehmerinnen also sozialer als ihre männlichen Kollegen? Sicher nicht, aber Frauen stehen offen zu ihren Prioritäten im eigenen Unternehmen. Wenn dazu auch die Betreuung von Kindern gehört, weil z. B. mehrere Mitarbeiterinnen ihre Kinder nicht zu arbeitsfreundlichen Zeiten in öffentlichen Einrichtungen unterbringen können, dann wird für diese Herausforderung eine Lösung gesucht - und meistens auch gefunden. Unternehmerinnen wissen oft aus eigener Erfahrung, welcher Drahtseilakt die Kinderbetreuung bedeuten kann und dass nur zufriedene Mitarbeiter langfristig im Unternehmen zu halten sind. Ein wichtiger Faktor ist für Gründerinnen auch die langfristige Umsetzbarkeit ihres Unternehmensplanes. Hier wird mit eingebunden die Frage, wann der Break Even erreicht wird und ob z. B. Personal eingestellt werden kann, sowie nach der Notwendigkeit, weitere Produktionsmittel anzuschaffen. Bei aller Planung und vorausschauendem Handeln ist auch eine Unternehmerin den unvermittelt auftretenden Schwankungen in der Nachfrage nach ihren Produkten ausgesetzt. Das kann seine Gründe in der Veränderung der wirtschaftlichen Situation ihrer Kunden haben (die Wirtschaftskrise 2009 hat Klein- und mittelständische Unternehmen stark getroffen), oder auch in der vermehrt auftretenden Anzahl von MitbewerberInnen in einem Marktsegment. Daher empfiehlt es sich, sein Unternehmen auf verschiedenen Standbeinen aufzubauen: eine größere Produktpalette oder auch verschiedene Absatzmärkte sind eine gute Möglichkeit, auch in Krisenzeiten schnell reagieren zu können und Planung und Marketing auf die veränderte Situation einzustellen. © Christine Hartmann, Frauenmesse Lesen Sie auch Kalender-Bilder aus dem Himalaya
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