Wer sammelt, ist keine Flasche |
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Menschen, die in Müllcontainern nach Essen suchen, sind heute selten geworden im Land. Aber Parallelen finden sich durchaus, denn es gibt einen neuen Nebenerwerb für bedürftige Menschen: das Pfandflaschen sammeln. Man sollte glauben, dass man kaum eine Flasche mit dem Pfandsiegel darauf findet - denn, wer so etwas wegwirft oder stehen lässt, verzichtet auf bares Geld. Hier fünfundzwanzig Cent und da fünfzehn - es kommen schnell ein paar Euro zusammen. Beim Discounter kann man für, sagen wir, drei Euro etwas zum Essen kaufen. Man bekommt Brot und auch etwas zum Belegen, eine Flasche billigen Sprudel gibt es auch. Oder Kartoffeln und noch etwas dazu. Für Menschen, die gewohnt sind, auf dem Weg zur Kasse zigmal die Cents zu zählen, damit es auch reicht, sind solch kleine Beträge der Unterschied zwischen Essen und Hunger. Es gibt noch erstaunlich viele Bürger, die auf diese Minisummen nicht angewiesen sind, oder die sich ihre Bequemlichkeit etwas kosten lassen. Und es gibt Pfandsammler, die gezielt zu großen Veranstaltungen fahren und dort auflesen, was stehengelassen und weggeworfen wird, somit ein Gewerbe betreiben und das auch angeben. Diese sind allerdings nicht in der Mehrzahl, sondern Einzelne, die sich auf eine mühsame Weise hier und da einige Euros erarbeiten. Meist gehen sie in der Dämmerung los und klappern die Parkplätze der großen Märkte ab, denn dort finden sich meist Flaschen und Dosen, die in den Papierkörben gelandet sind oder auf den Randstreifen der Parkplätze stehen. Grünanlagen mit Bänken sind nicht schlecht - viele, die hier ihr Bierchen trinken, lassen im fortgeschrittenen Wunschzustand ihre Flaschen einfach stehen. Im Sommer kommt mehr zusammen, im Winter weniger.
Mit der Zeit verschwinden viele Jobs, weil sie nicht mehr erforderlich sind - dafür entstehen neue. Das ist der Lauf der Dinge, und wir müssen das akzeptieren. Eigeninitiative sollte anerkannt werden, nicht nur bei "geregelter" Arbeit oder im Management. Lesen Sie auch TV-Serien: Der Zuschauer mutiert zum Voyeur
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