Große und kleine Politik

Der Wahrheitssucher Donald Trump

Siegel auf Urkunde

Sommer 2011   Was ist große Politik? Man könnte annehmen, dass große Politik das Gegenteil der kleinen und somit ungeheuer wichtig wäre. Schließlich sind ganze Staaten, Kontinente und natürlich die ganze Welt betroffen, wenn die Staatschefs der großen Nationen etwas tun. Ob das, was da getan wird, nun gute oder schlechte Auswirkungen hat, steht auf einem anderen Blatt.

Wie auch immer, die Königsklasse der "Leader", also diejenigen Politiker, die tatsächlich mit ihresgleichen die Geschicke des Planeten lenken, tragen eine immense Verantwortung. Die lokalen Matadore im ländlichen Parteiensumpf, die immer wieder für ein Skandälchen oder vielleicht auch eine kleine Mauschelei gut sind, fallen da normalerweise anders auf. Hier wird auch einmal bei öffentlichen und weniger öffentlichen Anlässen hier und da kräftig intrigiert und geschürt - es ist eine Art Seifenoper auf kommunaler Ebene und eigentlich kaum ein Schulterzucken wert.

Wer mit wem, und vor allem wo einer herkommt, ist immer ein Thema im Wahlkampf, das entspricht der Tradition der lokalen Wahlkämpfe und zeigt ein gewisses Level. Im Prinzip nimmt man es hin, weil nicht allzu viel dabei passieren kann - denn die wirkliche Politik wird anderswo gemacht, und das ist vermutlich gut so. Nun ist man zwar von der amerikanischen Innenpolitik bzw. den Wahlkampfstrategien einiges gewohnt - diese zu verfolgen ist allemal spannender als ein lascher Samstagabendkrimi. Aber die Vettern (das sind sie wohl tatsächlich) überm großen Teich sind immer wieder für eine Überraschung gut.

Der amtierende Präsident der USA hat, wie jeder Regierungschef, wirklich andere Probleme, als sich um völlig unwichtige Kleinigkeiten zu kümmern. Das ist verständlich, schließlich ist global gesehen einiges im Argen zurzeit - aber nun hat sich von der unteren politischen Sohle das Kinkerlitzchen-Virus ausgebreitet und bringt der Chefetage des Weißen Hauses einigen Verdruss. Barack Obama, der einer Mischehe zwischen einer amerikanischen Mutter und einem kenianischen Vater entstammt, sieht sich dadurch einigen geistigen Aussetzern seiner Gegner ausgeliefert. Denn nun argwöhnte sein Herausforderer Donald Trump, dass der amtierende Präsident gar kein Amerikaner sei, weil er gar nicht in den USA geboren wurde, und nervte in der Manier kleiner, ellbogenbezogener Lokalpolitiker so lange damit, bis das Weiße Haus tatsächlich die Geburtsurkunde des Präsidenten veröffentlichte, um den Spekulationen ein Ende zu machen.

Nicht, dass es nicht völlig gleichgültig wäre, wo der kleine Barack geboren ist, denn die Staatsbürgerschaft seiner Mutter würde ihn auf jeden Fall zu einem Amerikaner machen - doch kam das Kind tatsächlich auf amerikanischem Boden zur Welt, nämlich auf Hawaii. Die Diskussion um diese Angelegenheit ist also auf jeden Fall völlig unnötig und vor allem äußerst peinlich - vor allem für Donald Trump. Der allerdings macht sich aus solchen Kleinigkeiten wiederum gar nichts und gefällt sich in der Pose des Wahrheitssuchers. Die nimmt er gerne ein, wenngleich er auch lautes Klappern mit gutem Handwerk verwechselt.

Trump ist ein Medienlöwe, der sich gerne lächerlich macht und trotzdem mit lautem Brüllen eine gewisse Art Anhängerschaft um sich schart. Er hat sich in der Vergangenheit schon einiges an Verbalinjurien geleistet, ist aber genau der Typ, dem sein Wählerkreis so ziemlich alles nachsieht. Der kleine, von der Krise gebeutelte Bürger sieht schlechtes Benehmen als volksnahes Verhalten und ist davon überzeugt, dass sein Kandidat nach gewonnener Wahl für ihn einstehen wird. Das wiederholt sich in jedem Wahlkampf der Amerikaner, und meist geht es trotzdem gut aus. Soll heißen, dass Kandidaten wie Trump zwar medienwirksam, aber dennoch nicht charismatisch genug sind. Es bleibt zu hoffen, dass das auch dieses Mal so bleibt.

Donald Trump ist übrigens deutschstämmig - seine Familie kam ursprünglich aus der Pfalz, welche schon einmal in Deutschland einen Kanzler gestellt hat.

© "Donald Trump - Große und kleine Politik" - ein Textbeitrag von , 2011. Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

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