Ignaz Semmelweis - Der Retter der Mütter |
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Als Semmelweis im Jahre 1846 Assistenzarzt in der 1. Abteilung für Geburtshilfe in Wien geworden war, beschäftigte ihn schnell die hohe Sterbensrate der Wöchnerinnen. Die nämlich stand im Gegensatz zur 2. geburtshilflichen Abteilung, in der allerdings nur Hebammen ausgebildet wurden. Er selber fing an, mit gezielten und häufigen Untersuchungen nach der Ursache für die hohe Mortalität zu forschen, was die überraschende Folge von noch mehr Sterbefällen unter den Wöchnerinnen hatte. Das ging soweit, dass viele Frauen die Aufnahme in Semmelweis' Abteilung verweigerten. Semmelweis tappte weiter im Dunkeln, bis ein Freund und Kollege an einer kleinen Skalpellverletzung starb, weil er sich eine Blutvergiftung zugezogen hatte. Das brachte den Arzt auf die richtige Spur, denn die mit der Untersuchung der Wöchnerinnen beauftragten Assistenzärzte und Studenten sezierten vorher oft an Kindbettfieber verstorbene Frauen. Zwischen dem Seziersaal und der Geburtshilfeabteilung wuschen sich viele nur flüchtig oder gar nicht die Hände, und von Desinfektion konnte erst recht keine Rede sein. Das war bei den Hebammenschülerinnen anders, denn diese kamen nicht mit Leichen in Berührung.
In flammenden Schriften wandte sich Semmelweis gegen die Mauer der Ignoranz, was ihn letztendlich zerstörte, wie sein Schicksal zeigt. Der Retter der Mütter erlebte seine Rehabilitation nicht mehr, aber nach seinem Tode setzten sich seine Erkenntnisse durch. So führte der schottische Arzt Joseph Baron Lister das Besprühen der Operationstische und deren Umgebung mit Karbol ein, was einen geradezu drastischen Rückgang der Mortalität zur Folge hatte und sich unaufhaltsam zum heutigen Hygienestandard entwickelte. Als Begründer dessen aber gilt der "Retter der Mütter", Dr. Ignaz Semmelweis. Lesen Sie auch Die Macht der Sterne
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