Intelligenz geteilt durch Vorurteil ist gleich NichtwissenZur fehlenden Logik des Herrn S |
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Nun wird Intelligenz meist mit Wissen gleichgesetzt, was in der Regel ein kardinaler Fehler ist. Denn allein angehäufte Informationen bedeuten nicht, dass sie sinngemäß erfasst werden. Viele Schüler lernen den angesagten Stoff praktisch auswendig, komplett mit allen dazugehörigen Namen und Jahreszahlen, und können das im Schlaf herbeten - bis zur Klassenarbeit. Danach verschwinden diese Informationen unaufgeschlüsselt in irgendwelchen kaum benutzten Speicherbänken in den Tiefen des Gedächtnisses, werden immer weiter nach unten durchgereicht, bis sie kaum noch abrufbar sind - allenfalls als dunkle Ahnung, die irgendwann bei zufällig aufgeschnappten Schlüsselworten kurz aufdämmert. Wissen bedeutet also gar nichts, es ist nichts weiter als ein im Speicher abgelegter Datensatz, der sich nach Erreichen eines bestimmten Zeitpunktes selbstständig löscht oder in Quarantäne verschiebt. Kann der Schüler mit den Daten absolut nichts anfangen, außer sie für einen besseren Notenschnitt temporär anzuhäufen, kann von Intelligenz nicht unbedingt gesprochen werden. Das wäre erst dann relevant, würden die neu erfassten Informationen in Bezug zu der Person und weiter in Bezug zur Gesamtsituation gesetzt werden.
Bildung nämlich ist eine durchaus variable Größe und hängt von allerlei Faktoren ab. Als Beispiel könnte die Tatsache gelten, das ein Schüler der achten Klasse über mehr Wissen verfügt als ein Gelehrter des Mittelalters. Ist er deshalb nun intelligenter? Hinterfragen wir doch einmal, was der hoffnungsvolle Sprössling weiß und kommen wir wieder einmal zu dem Schluss, dass Quantität nicht Qualität heißen muss. Dass man im Schlaf so ziemlich alle technischen Daten der angesagtesten Mobiltelefone herunterleiern kann, ist in gewisser Weise beeindruckend, aber leider nur Wissen für die Zwischenablage - denn es ist spätestens in einem Jahr überholt. Das gilt auch für die Abteilung im Gehirn, die für die Topstars der jeweiligen Bravo-Ausgabe reserviert ist. Aber davon abgesehen gilt als Bildung das, was vorgeschrieben ist - und das ist von Ära zu Ära ebenso verschieden wie von Land zu Land. Jede Generation kennt da ihre eigenen Fallgruben... ob man nun nicht weiß, wer Hermann Hesse ist oder Justin Bieber - man wird im Allgemeinen für dumm gehalten, wenn man hinter diese Frage kein Häkchen für "richtig beantwortet" machen kann. Bildung kann für Intelligenz stehen, muss aber nicht. Man darf das nicht verwechseln... das wäre unintelligent.
Oder, um ein noch besseres Beispiel aufzuzeigen, ein Mensch, der sich ungeprüftes Wissen Dritter zu Eigen macht, gleichgültig wie hanebüchen es sein mag. Bei solchen Dummheiten kommen dann Dinge heraus wie die Einschätzung der Intelligenz anderer Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Glaubens. Es wäre vielleicht ein guter Vorschlag, eine solche logische Fehlleistung, die in einen äußerst scharfen Rechtsknick abdriftet, in Zukunft "Sarrazin'sche Kurve" zu nennen. Werden Sie Autor bei Pressenet und schreiben Sie Fachartikel. Info: Autor werden Hinweis: eBooks von Pressenet gibt es auf dem Portal xinxii.com. Bestellung auch direkt über uns möglich. |