Tausnd moi gsogd - Eafahrn, Ealem, Eakenna

Mundart-Dichtung von Cornelia Teresa Ruebli

Bairisch und Dialekt

Der Anteil der jungen Bevölkerung in Bayern, die Bairisch und Dialekt spricht, schrumpft dramatisch. Standard- und nordisches Hochdeutsch dominieren nicht nur in Städten, sondern immer mehr auch auf dem Land.

Laut dem 'Förderverein Bairische Sprache und Dialekte e.V.' www.fbsd.de ist die Weitergabe der bairischen Sprache und der Dialekte an nachfolgende Generationen stark gefährdet. Die UNESCO hat 2009 Bairisch den bedrohten Sprachen zugeordnet.

Der in Süddeutschland geborenen Buchautorin und Mundart-Dichterin Cornelia Teresa Ruebli ist es ein besonderes Anliegen, diesen Gedanken in Wort und Schrift Ausdruck zu verleihen. Jede Region hat seine eigene Welt - und somit seinen eigenen Mundart-Dialekt. Aus ihm heraus hört man die tief verwurzelte Heimatverbundenheit, die stets aufrechterhaltene Tradition, das dazugehörende, festliche Brauchtum, und überhaupt deren jeweils einzigartige Authentizität.

Eafahrn, Ealem, Eakenna

Eafahrunga des Lebns 
mid komisch' Leid ma machd, 
und so mancha oane 
sich in sei Faistal lachd. 

Ealebn kun ma vui 
mid manch vamudlich Freind, 
ofd foid ma auf de Schnauzn 
schnäi is ma dann a Feind. 

Eakenndnis zoagd da Geisd 
wo Freindschafd angebrachd, 
de ohne wenn und aba 
mi bedingungslos ulachd. 

Doch wias im Lem so laffd 
da Schbiagl voa mia schdähd, 
wos ma im andan siggd 
so voran, im Lem es gähd! 

Da oane so, da andre andas 
bereichan duad sei Wesn, 
brauchd's koane groußn Woade 
in seining Gsichd kun lesn. 

So find ma seinesgleichn 
sich in Peason eagänzd, 
des Lebns biddre Süße 
in hellem Liachd sche glänzd. 

Frei Schnauze

Dea deidschn Schbrache mächdig 
de meisdn san im Land, 
übalegd und seah foamell 
ofd red ma gega d'Wand. 

Gediegn schene Woade 
sammln sich in Aggdn, 
zum Voateil viela Ämda 
drin schdähn dann olle Faggdn. 

Deafsd nimma ren "frei Schnauze" 
de Schbroch is ned de besde, 
weasd behandld wia a Däbb 
da IQU is fasd wias lezde. 

I red und schreib ganz logga 
frei Schnauze wia's ma gfoid, 
is mia so wuaschd und a egal 
bläd uschaun dan's mi hoid!! 

Bin "authentisch" ganz mei ICH 
mi weida bringd im Lem, 
in da Schbroch de Seel is drin 
bei Behöadn wead's nia gem. 

Tausnd moi gsogd ... a Liebeseaklearung an meine Kinda

Kinda dea Liebe, wean's imma sei 
grouß san's woan, ned nua mid'n Brei. 

Kinda dea Liebe, so ofd habd's gschrian 
des besde woid, duach's Lem eich fiahn. 

Kinda dea Liebe, Soagn hod's gem 
driem bis zum Wahnsinn, ned leichd is gwen. 

Kinda dea Liebe, eawaxn seid's heid 
bedingungslos gliebd, ganz ohne Neid. 

Kinda dea Liebe, egal wos bassiad 
in meinign Heazn, sich nia wos valiad. 

Kinda dea Liebe, ned missn mechd eich 
des schensde dru is, mei Seele is reich. 

© Texte der Lyrik: Cornelia Teresa Ruebli; Foto des Marterl: Winfried Brumma

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