Pestalozzi und seine sanfte Revolution |
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Revolution und Krieg, das sind leider Geschwister, die sich sehr ähnlich sind. Ausnahmen sind Führer wie Mahatma Gandhi, der weniger als ein Held, sondern vielmehr als ein Heiliger gesehen wird. Gleich wie man dazu steht, er hat es wahrscheinlich eher verdient als der französische Revolutionär Jean Paul Marat. Indien hatte damals die Besatzungsmacht und die damit verbundenen Schrecken abgeschüttelt und bekämpft noch heute alles, was einer Nation zustoßen kann, in eigener Regie. Außer dieser einen, von zumindest einer Seite aus völlig unblutigen Revolution, kann kaum behauptet werden, dass das gewaltsame Verändern der Umstände zu besseren Verhältnissen für die breite Masse, also das Volk, geführt hat. Es gibt aber auch andere Revolutionen, die eigentlich nicht als solche erkannt werden und deshalb wahrscheinlich größere Aussichten auf Erfolg haben. Diese stillen Umwälzungen haben, nicht anders als die lauten und mit Schrecken beladenen, ebenfalls Helden - diese dienen ihrer Sache ebenso unbeirrt wie die bewaffneten Führer, die auf Plakaten verewigt werden. Vielleicht sogar weitaus treuer, denn sie erfahren meist keine Verehrung - oft nicht einmal von denen, für die sie gearbeitet haben. Aber trotzdem haben die Veränderungen, die auf die stille Art und langsamer geschehen, weitaus mehr Bestand.
Zu diesem Zweck verfasste Pestalozzi zahlreiche Schriften und korrespondierte mit Interessierten in der ganzen Welt. Anerkennung erfuhr er erst sehr spät in seinem Leben - als er einundachtzigjährig starb, hatte er ein für alle Mal das Erziehungs- und Lehrwesen verändert. Bis seine Lehren dem Normalen entsprachen, sollte noch einige Zeit vergehen, aber trotzdem war das finstere Zeitalter des bloßen Hörens und Gehorchens vorbei - und ist es bis heute. Pestalozzis sanfte Revolution der leisen aber eindringlichen Töne hat unendlich viel mehr bewirkt als alle Kanonen, die auf Mauern gerichtet waren - sie hat keine Todesopfer gefordert und Generationen von Menschen zu einem besseren und humaneren Verständnis für Erziehung verholfen. Aber trotzdem fand sich sein Bild auf kaum einer Wand, denn er konnte sich wohl nicht ganz so gut verkaufen wie ein smarter aber kalter Revolutionsführer mit der Waffe im Anschlag. Die Abbildung zeigt Johann Heinrich Pestalozzi auf einem Gemälde, das um 1900 entstand (Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei) Lesen Sie auch Der Friederich, der war ein arger Wüterich
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