Hundetag im SeniorenheimFür eine Therapie mit Vierbeinern in Alten- und Pflegeheimen |
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Seit einiger Zeit hat sich das Bild geändert, denn einmal in der Woche freuen sich die Alten auf einen ganz besonderen Besuch. Dann kommt nämlich eine freundliche Dame, die ganz besondere Persönlichkeiten mitbringt: Hunde aus dem Tierheim der Stadt. Das Experiment wurde mit der Leitung des Heimes abgesprochen und eine ehrenamtliche Mitarbeiterin des Tierschutzvereines kommt mit ausgewählten Tieren. Schon beim ersten "Hundetag" war die Wirkung enorm - die meisten der alten Menschen sind begeistert von den Hundchen, sie sprechen mit ihnen, verteilen Streicheleinheiten und verwöhnen sie mit Leckerli und Zuneigung. Tatsächlich haben die Vierbeiner auch auf solche Senioren, die soziale Interaktion weitgehend vermeiden, eine überraschend positive Wirkung. Menschen, die sich abgekapselt, zurückgezogen und regelrecht verweigert hatten, spielen mit den Hunden und sprechen mit anderen darüber. Viele hatten selbst viele Jahre lang einen Hund, manche mussten sich schweren Herzens von ihrem treuen Begleiter trennen, da die meisten Heime Tierhaltung nicht erlauben. Es ist, als ob die Tiere zwischen den Menschen Brücken schlagen können. Solche Tage gibt es tatsächlich in immer mehr Altenheimen, wenn auch noch in zu wenigen.
Die bedingungslose Freundschaft, die weder vom Mensch noch vom Tier an irgendeinem Umstand festgemacht wird, ist in ihrer Wirkung schon allein therapeutisch. Auf den Punkt gebracht kann man sagen, das Gefühl des Angenommenwerdens, selbst wenn man Ausgrenzungen im täglichen Leben erfährt, ist äußerst wertvoll und oft der Grund für das Leben mit einem tierischen Freund. Kann nun die Institution den Mehraufwand nicht leisten, dann sind die "Hundetage" eine hervorragende Alternative. In vielen Städten gibt es sie schon, da sich die positive Auswirkung auf die Menschen auch bei den Allerkonservativsten herumgesprochen hat. In Altersheimen leben viele einsame Menschen, ebenso wie es in Tierheimen einsame Hunde gibt, die verlassen wurden oder deren Halter verstorben sind, und die sich nach Freundlichkeit und Nähe ebenso sehnen wie die Senioren. Warum ist es noch nicht selbstverständlich, dies zusammenzubringen, so oft es nur geht? Das kann neben Besuchen auch ein Treffen außerhalb des Hauses sein - wie etwa im Park oder im Wald. Alte Hunde, die auch im besten Heim die meiste Zeit ohne die vorher gewohnten Streicheleinheiten leben müssen, sind in ihrer hingebungsvollen Art, ihre Freude zu zeigen, ebenso unwiderstehlich wie knuffige Welpen. So gesehen profitiert jeder von einer solchen Maßnahme - letztendlich auch das Heimpersonal. Kosten entstehen dadurch kaum - selbst wenn man die Reinigung der betreffenden Räume als Faktor ansieht. Es braucht nur ein wenig Initiative - sonst nichts. Die positiven Auswirkungen sollten ein klein wenig Arbeit mehr aufwiegen. © Foto und Text Winfried Brumma, Pressenet Werden Sie Autor bei Pressenet und schreiben Sie Fachartikel. Info: Autor werden Hinweis: eBooks von Pressenet gibt es auf dem Portal xinxii.com. Bestellung auch direkt über uns möglich. |