Spirituelle Medien: wenn weniger wirklich mehr ist |
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Spirituelles Bewusstsein ist "in", das steht außer Frage. Und tatsächlich liegen in den meisten Schubladen nicht nur zwei oder drei Tarotdecks herum, sondern auch ein Satz Lenormandkarten, eine Packung Zigeuner-Wahrsagekarten und mit Sicherheit auch etwas, um das jeweilige Krafttier zu ermitteln. Und zwar direkt neben dem "Buch der Wandlungen", dem I Ging. Und räumt man die verschiedenen Bücher über bestimmte Sternzeichen zur Seite, kann man das Pendelset ganz bequem greifen. Es sein denn, der Beutel mit den Runen und das dazugehörige Anleitungsbuch verdecken es nicht. Handelt es sich um die Heimstatt eines spirituell interessierten Menschen? Sicherlich, aber wahrscheinlich wohnt hier ein Suchender, der nicht nur seinen Weg noch nicht gefunden hat, sondern einer, der nicht weiß, wo er suchen soll. Niemand kann die Zeit haben, sich mit all diesen Techniken wirklich vertraut zu machen, alle diese Dinge wirklich zu erleben und zu erforschen. Natürlich kann es sich um eine Art spiritueller Versicherung handeln, denn: "Wenn der Tarot mir nicht sagt, was ich hören will, dann frage ich anderswo nach - bis ich so ziemlich alles durch habe, was ich mit der Zeit gesammelt habe. Kräuter zum Räuchern, um die negativen Energien fern zu halten, habe ich ja genug im Schränkchen." Klug, wer sich rechtzeitig mit allem eindeckt, könnte man sagen. Aber letztendlich stimmt hier etwas nicht, denn wer nach Antworten sucht, muss unter Umständen mehr als einmal fragen. Man kennt Zeitgenossen, die einen Rat brauchen und allen Freunden und Bekannten damit auf die Nerven fallen, um am Ende genau das zu tun, was sie von Anfang an tun wollten. Sie wollen nichts hören, das ihnen ihr Konzept verdirbt - "nicht in den Kram passt". Es geht hier nicht wirklich um Ratschläge, sondern um Bestätigung der eigenen Auffassung - sonst um nichts. Wie auch immer, jede Orakeltechnik ist etwas, das eine lange Entwicklungsgeschichte und Tradition hat. Der Tarot arbeitet mit Symbolen, die wir kennen, ebenso wie die Lenormandkarten.
In letzter Zeit sind die Runen wieder mehr in den Fokus des Interesses gerückt - und das nicht ohne Grund. Ihr Ursprung liegt in unserem Kulturkreis und ist uns deshalb nicht allzu fremd, wenngleich auch hier "Hausaufgaben" gemacht werden sollten. Denn die Vorstellungen, die hinter den magischen Zeichen stehen, kommen von sehr weit aus der Vergangenheit zu uns und wir müssen eine Verbindung knüpfen. Das Thema ist ebenso vielschichtig wie umfassend und sehr interessant - aber mit Sicherheit nichts für "eine schnelle Anfrage, ob es etwas wird mit der neuen Bekanntschaft", obwohl diese Art des Orakels eine sehr ausgeprägte praktische, sogar profane Seite hat, die man nutzen kann. Aber ohne tiefes Verständnis - ich würde sogar sagen: ohne Affinität - wird die Beschäftigung mit jedem Medium eine sehr oberflächliche Angelegenheit bleiben.
Bei allem, was uns die Arbeit mit den verschiedenen spirituellen Medien geben kann, darf sie nicht unsere Eigenverantwortung ersetzen. Das kann sie nämlich nicht - denn unser Leben müssen wir schon selber leben, das kann uns kein Orakel abnehmen und auch keine magische Technik. Hinweis: Das große Tarot-Buch "Die 78 Karten des Rider-Waite-Tarot" enthält alle Beiträge, die bei Pressenet veröffentlicht wurden. Zehn weitere Artikel liefern wertvolle Tipps zum Umgang mit dem Das 180-seitige eBook kann h i e r heruntergeladen werden. Bestellung auch direkt über uns möglich. Zum nächsten Artikel Artikel: Tarot für die Tafelrunde
© Text: Eleonore Radtberger für Pressenet Abbildung: Yin-Yang Symbol; schwarz repräsentiert yin, weiß yang (Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei) |