Der kostenlose Weckruf: die Vogeluhr |
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Herbst - das Jahr neigt sich dem Ende zu. Langsam, aber doch merklich, müssen wir uns von so manchem verabschieden. Die Übergangszeit des Herbstes ist, wenn auch nicht in jedem Jahr, die Gelegenheit zur sanften Anpassung auf den kommenden Winter. Die Ernte wird eingefahren, ob das nun die Bauern betrifft oder die Gartenbesitzer. Die letzten Blumen verblühen langsam, im Stadtpark wird die Sicht immer freier und das satte Grün verschwindet, um den flammenden Herbstfarben Platz zu machen. Vorbei sind nun die Morgendämmerungen, die kaum einige Stunden nach Mitternacht aufziehen und die von den Vogelstimmen begleitet werden. So mancher, der in der Sommerhitze nicht schlafen konnte, griff bei diesen Gesangsdarbietungen zum Wecker, um festzustellen, wie lange es dauern würde, bis er klingelt. Dabei hätte er das gar nicht wirklich gebraucht, denn der Morgengesang der Vögel folgt einem ganz bestimmten Rhythmus, der sogar eine einigermaßen präzise Zeiteinteilung nach unserer Uhr erlaubt. Zwar erscheint es uns, als sängen sie alle kurz nach dem Sonnenaufgang, aber das scheint nur so - denn jede Art hat ihre Zeit, um den Tag zu begrüßen. Dieses Phänomen nennt man die "Vogeluhr", und sie richtet sich nach dem Sonnenaufgang.
Schreitet das Jahr weiter voran, gehen die Stimmen der kleinen Sänger eher in den Geräuschen der Städte unter. Wer allerdings in einer ruhigen Gegend oder auf dem Land lebt, "hört" die Zeitverschiebung bewusster. Wann immer die Tage auch beginnen, mit etwa eineinhalb Stunden vor Sonnenaufgang ist der Gartenrotschwanz der früheste Sänger, gefolgt vom Rotkehlchen. In einem Rhythmus von durchschnittlich 10 Minuten folgen dann die anderen: Amsel, Zaunkönig, Kuckuck, Kohlmeise, Zilpzalp. Buchfink sowie Sperling. Mit etwa 10 Minuten nach dem Sonnenaufgang folgen dann noch weitere wie Star und Buntspecht.
© Text: Winfried Brumma, Pressenet | © Illustration: Thomas Alwin Müller, littleART Lesen Sie auch Dauerbrenner: Die orangefarbene Katze
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