Über den Wert des Verbietens |
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Qualmende Teenager auf den Schultoiletten sind keine Revoluzzer, sie tun es aus anderen Gründen. Nicht, weil sie es nicht dürfen, sondern weil sie dazugehören wollen. Sie täten es auch dann, wenn es erlaubt wäre und die Lehrer mitmachen würden. Kleine Kinder sind auch nicht unbedingt grundsätzlich umstürzlerisch tätig, wenn sie gegen die gesetzten Regeln verstoßen, sondern sie sind in der Entwicklung begriffen. Erstens einmal verstehen sie die Begründungen der Erwachsenen nicht oder unvollständig, zweitens ist das Ausprobieren ein wichtiger Teil in der Entwicklung. Sollte ein Kind, das sich schon einmal verbrannt hat, wieder und wieder auf die heiße Herdplatte langen, nur weil jemand "NEIN" gesagt hat, dann wäre es Zeit für den Kinderpsychologen. Aber das kommt wohl eher selten vor. Hier geht es um das Lernen, nicht um Revolution. Die Debatte um das Legalisieren so genannter weicher Drogen ist ein Gaul, der sich ein nimmer endendes Rennen liefert. Natürlich greifen einige Menschen zu einer Marihuana-Zigarette oder einer Designerdroge, eben WEIL das den Ruch des Gesetzesbrechens hat. Aber noch viel mehr greifen zur Flasche - und das ist erlaubt. Zieht man das in Betracht, kommen schon einige Zweifel an der alten Gleichung auf. Außerdem, glaubt irgendwer daran, dass ein Verbot auch die eingebaute Einhaltung desselben beinhaltet? Oder geht es einfach darum, eine Stellung zu beziehen oder einen Standpunkt klarzumachen? Neben dem Schutzeffekt ist das wohl die primäre Funktion.
Jetzt rutscht der Ausspruch vom lockenden Verbotenen schon ein wenig in das Absurde ab, nicht wahr? Obwohl es natürlich hier und da vorkommt, das bestreitet ja niemand wirklich - nur eben weitaus seltener, als man denkt. Deshalb ist die Diskussion um das endgültige Verbot einer politischen Gruppierung sinnlos. Die alte Regel wurde hier etwas abgewandelt... es heißt nicht mehr: "Dann tun sie es eben erst recht", sondern: "Dann wandern die in den Untergrund ab und wir haben keinen Zugriff mehr." Aber, liest man die vielen Berichte in den Medien, Zugriff hatte ja keiner im Endeffekt... sonst hätte es zu einigen, jetzt erst aufgeklärten Verbrechen nicht kommen können, ebenso wenig wie zu der Bildung einer regelrechten Terrorgruppe. Deshalb wäre eine klare Stellungnahme vorzuziehen - mit allen Konsequenzen.
Klare Verbote haben immerhin den Wert, dass sie denjenigen, der gegen sie handelt, dazu bringen kann, sein tun als illegal einzugestehen - ob er es nun will oder nicht. Lesen Sie auch Die Künstlerin Anja Junghans-Demtröder und ihre Gemälde
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