Sie suchen wirklich gute Kontakte?

Aber die haben Sie doch schon!

Kontakte

Unser gesellschaftliches Gefüge, unser ganz alltägliches Leben, und natürlich unser Geschäftsleben wären ohne Kontakte nicht denkbar. Selbst eingeschworene Einzelgänger haben Kontakte, ob sie diese nun wollen oder nicht.

Schon der morgendliche Gang zum Bäcker bringt auch sie mit anderen Menschen zusammen, öffnet Kanäle und lässt Informationen in die persönliche Wahrnehmung dringen. Die nette Dame, die gerade von ihren Krankheiten plaudert, oder der Herr, der sich über die Vorzüge von Körnerbrot auslässt - der Input ist unvermeidbar und allgegenwärtig. Diese Art von Kontakten - schließlich spricht man mit der Verkäuferin ebenso wie vielleicht auch mit den anwesenden Nachbarn - sind eher zufällig und nicht angestrebt. Trotzdem können sie sich als nützlich erweisen - denn vielleicht weiß hier der eine oder andere etwas, das von Wichtigkeit ist.

Wenn zum Beispiel die Tatsache, dass man seine Katze vermisst, erst einmal im Viertel die Runde gemacht hat, kann es durchaus sein, dass man von scheinbar wildfremden Menschen darauf angesprochen wird: "Sie sind doch der Mann mit der entlaufenen Katze, nicht wahr?" Woher der freundliche Herr das weiß? Nun, wahrscheinlich aus dem Bäckerladen, oder aber - was wahrscheinlicher ist - von jemandem, der Ihr Problem kennt, weil Sie es geschildert haben.

Eine einzige mitfühlende Person reicht da aus, um eine ganze Menge Menschen zu mobilisieren, und das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Katze gefunden wird, um ein Vielfaches. Natürlich muss es nicht unbedingt Mitgefühl sein - Neugierde zum Beispiel reicht völlig aus, unter Umständen sogar Langeweile: jemand sitzt dösend im Garten und entdeckt auf der Mauer justament die Mieze, von der er gestern gehört hat - oder zumindest eine ähnliche. Jedenfalls wird er zum Telefon greifen und jemandem davon erzählen ... der Rest ist sozusagen ein Selbstläufer.

Diese Kontakte gehören zum Leben, sie halten Gemeinwesen, Nachbarschaften und ganze Städte am Funktionieren. Sie ergeben sich einfach, durch die Nachbarschaft oder die gemeinsamen Orte, die von den Bewohnern aufgesucht werden. Aussuchen kann sie sich der Einzelne nur bedingt, im Allgemeinen nimmt man es einfach hin. Was den Arbeitsplatz betrifft, sieht es völlig anders aus - hier würde man vielleicht gerne aussuchen, kann es aber nicht. Das bedeutet Stress - und, im günstigen Fall, viel guten Willen auf allen Seiten, denn Kollegen kann man sich nur selten aussuchen. Hier geht es einfach darum, einen Modus zu finden, der für alle am angenehmsten ist.

Die Freizeit hat wieder einen eher konträren Stellenwert, denn hier bleibt es im Großen und Ganzen jedem selber überlassen, welche Kontakte er zulässt und welche nicht. Meist bestehen diese Kreise aus Gleichgesinnten, die dadurch, dass sie dieselbe Musik bevorzugen oder das gleiche Hobby pflegen, eine gemeinsame Basis haben. Jeder, der sich in diesen Kreisen bewegt, kann auf bestimmte Themen angesprochen werden, ob man sich nun bereits kennt oder nicht - dafür sorgt eben diese Basis. Man muss im Allgemeinen niemanden überzeugen oder man stößt auf keine ablehnende Haltung. So gesehen, ist man bei den Freizeitkontakten immer auf der sicheren Seite.

Wandergruppe

Neben diesen drei Gruppen, den eher beiläufigen und als zum Alltag gehörenden, den unvermeidlichen sowie den Gleich-zu-Gleich-Kontakten, gibt es natürlich noch eine Art, nämlich die allerwichtigsten: wirklich gute Kontakte. Wer etwas Bestimmtes sucht, wer eine Idee verwirklichen möchte, und vor allem natürlich, wer etwas "an den Mann" bringen möchte, ist auf diese guten Kontakte angewiesen. Ohne diese Basis funktioniert nichts - denn was jeder braucht, der etwas bewegen will, ist Feedback, Zulauf, Gelegenheiten, Chancen ... und auch Kunden.

Stellen Sie sich doch einmal folgendes vor: Sie haben ein hervorragendes Mittel entdeckt, das sämtliche Schlankheitskuren völlig unnötig macht. Natürlich möchten Sie diese revolutionäre Sache vermarkten - sie möchten verkaufen. Wo werden Sie nun Ihre zukünftigen Ansprechpartner suchen? Wahrscheinlich nicht in der Modelgarderobe der Haute Couture, denn dort wäre ein Aufbaupräparat eher angebracht. Leute aus dem Bekanntenkreis, die eine erfolgreiche Diät hinter sich haben, sind ebenfalls nicht die richtigen Ansprechpartner.

Stellen Sie sich jetzt zwei Kreise vor, die voneinander getrennt sind: im ersten stehen die "Dicken", im zweiten die "Dünnen". Von den Schlanken waren einige früher einmal übergewichtig, kommen also nicht in Betracht, ebenso wie diejenigen, die niemals Gewichtsprobleme hatten. Von den Dicken waren einige einmal schlank und nehmen ihr neues Format vorbehaltlos an, andere fühlen sich auf jeden Fall wohl, weil sie schon immer mollig waren und das auch nicht ändern wollen. Hier laufen Sie mit Ihrer Rezeptur ins Leere. Was Sie wirklich brauchen, sind Leute, die übergewichtig sind, unbedingt abnehmen wollen und es bis jetzt nicht geschafft haben. Das wäre Ihre Zielgruppe - genau die Art von Kontakten, um die es für Sie geht. Und die finden Sie in der Schnittstelle, die entsteht, wenn sich die beiden Kreise überschneiden.

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Sie können jedes beliebige Produkt einsetzen, jedes Mal wird sich das gleiche Bild ergeben. Ein Antiraucherpräparat zum Beispiel setzt ebenfalls eine ganz bestimmte Zielgruppe voraus. Auf der einen Seite die Nichtraucher, auf der anderen die Raucher. Aus dem Fokus fallen diejenigen unter den Nichtrauchern, die aufgehört haben, somit das Entwöhnen hinter sich haben, und die Raucher, die nicht aufhören wollen. Diejenigen, die gerne Schluss mit dem Blauen Dunst machen würden und Hilfe dazu brauchen: nur diese sollten zu den guten Kontakten werden, die Sie suchen!

Doofe Jungs

Wer zum Beispiel nicht mit materiellem Überfluss gesegnet ist und gerne reich werden würde, braucht Tipps und Ratschläge. Die gibt jeder gern, und am allermeisten diejenigen, die eigentlich gar keine Ahnung davon haben. Ein Zeitgenosse, der gerade mal eben sein Überleben finanzieren kann, ist wahrscheinlich nicht der richtige Ratgeber - verstünde er etwas davon, wäre er nicht in der misslichen Lage, in der er sich befindet. Jemand, der einmal reich war und jetzt auf der Straße lebt, kann Ihnen höchstens erzählen, wie man sein Geld wieder verliert. Er muss sehr viele Fehler gemacht haben und auf halber Strecke in den Ruin immer noch nicht die Zeichen erkannt haben - also ist er keine Hilfe für Sie. Ebenso wenig lohnt es, sich Tipps von jemandem zu holen, der zwar reich ist, aber sein Vermögen nicht selbst "gemacht", sondern ererbt hat. Was Sie brauchen, ist der Rat eines Menschen, der bei Null angefangen hat, jetzt bei sehr vielen Nullen hinter den Ziffern angelangt ist, und das mit steigender Tendenz. Wenn Ihnen jemand erzählen kann, wie man reich wird, dann dieser Mensch. Sie sehen also, reich ist nicht gleich reich - ebenso wenig wie dick gleich dick ist. Es kommt auf die Position in den sich überschneidenden Kreisen an.

Die Zielgruppe ist erkannt - und natürlich stellt sich jetzt die nächste Frage: Wie komme ich an diese Leute heran? Wenn wir bei unserem Beispiel mit dem Schlankheitsmittel bleiben, stellen wir uns jetzt vor, dass alle Leute im engeren Kreis so etwas nicht brauchen. Ehepartner, Kinder, Verwandte, enge Freunde - sie alle sind entweder schlank oder mollig und zufrieden damit. Gebraucht werden aber - Sie erinnern sich - die Leute aus dem Schnittpunktfeld.

Jeder Mensch hat im Durchschnitt etwa hundert Kontakte. Das heißt also, jeder kennt etwa so viele Leute. Nun rechnen Sie bitte weiter: jeder dieser Kontakte kennt nun seinerseits die obligatorischen Hundert. Und die wiederum haben ebenfalls so viele Kontakte. Sie können sich das auch sehr gut als Ringe auf der Wasseroberfläche vorstellen - der erste ist eher bescheiden, dann weitet er sich aus, bis er eine sehr große Fläche bedeckt. Sollte Ihnen die Zahl sehr hoch erscheinen, rechnen Sie nach - es stimmt.

Vielleicht kennen Sie die Geschichte vom Schachbrett und den Reiskörnern? Es wird erzählt, dass vor langer Zeit in einem von einer Hungersnot bedrohten Land einmal ein Weiser mit dem reichen Herrscher Schach spielte und sich als Gewinn nichts weiter wünschte, als dass auf dem ersten Feld ein Reiskorn gelegt werden sollte. Auf dem zweiten Feld sollte die doppelte Menge liegen, und auf dem dritten wiederum deren doppelte Menge. Also auf Feld 1 ein Reiskorn, auf Feld 2 zwei Körner, auf dem dritten Feld dann vier Körner, und so weiter. Der Herrscher, so wird erzählt, lachte über den vermeintlich bescheidenen Wunsch ... doch nachdem er verloren hatte, wurde sein Gesicht immer länger. Wenn man nämlich auf den 64 Feldern eines Schachbretts jeweils die doppelte Menge des vorigen summiert, kommt - bei nur einem einzigen Korn am Anfang - am Ende eine astronomische Zahl heraus. Probieren Sie es aus! Dagegen ist die Rechnung, die hier vorgelegt wird, tatsächlich bescheiden - stellen Sie sich nun vor, was für eine ungeheure Menge an Kontakten das bedeutet. Und die kommen ganz einfach zusammen - nämlich, weil jeder von uns diese hundert Menschen kennt. Diese summieren sich zu einem Vermögen in Möglichkeiten und Chancen.

Wenn Sie mitgedacht haben, ist Ihnen klar, dass mit dieser einfachen Rechnung feststeht: Sie können jeden Kontakt knüpfen, den Sie wollen und brauchen. Bei zehntausend Menschen ist die Anzahl derjenigen, die abnehmen möchten und dazu gern ein neues Mittel ausprobieren würden, natürlich höher als bei hundert. Und von da werden es, schon bei den Kontakten der Zehntausend, immer mehr.

Ganz nebenbei kommt noch ein anderes Gesetz zum Tragen: das der Anziehung. "Gleich und gleich gesellt sich gern" - das ist mehr als eine Binsenwahrheit. Wenn ein Diätwilliger etwas Neues findet und ausprobiert, wird er es weitersagen - den guten Freunden und Bekannten, die, ebenso wie er, keine Modelfigur haben und das gerne ändern möchten.

© "Sie suchen wirklich gute Kontakte?" - ein Beitrag von , 2012. Illustrationen: Thomas Alwin Müller, littleART

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