Die Gestoßenen - Andersartige in Abandonien

Skurriler Fantasy-Roman von Stefan M. Fischer

Die Gestoßenen

Zum Inhalt des Buches:

Veganer-Zombies, tollwütige Elfen, Drachen, die Wasser speien - 'Andersartige' werden nach Abandonien verbannt.

Als die Siamesische Zwillingswespe das Gerücht verbreitet, dass sich die Abandonier gekreuzt und rachsüchtige Bestien hervorgebracht haben, rufen die Oberen zu einem Feldzug auf.

Tarabas sieht seine Chance gekommen, als größter Zauberkrieger in die Geschichte einzugehen und schließt sich dem Heer an, das die Abandonier vernichten soll. Doch durch einen unverzeihlichen Fehler muss er fliehen.

Sein Weg führt ihn ausgerechnet nach Abandonien ...

Hinweis: Das Buch ist eventuell nur noch gebraucht im Handel erhältlich.

Leseprobe aus "Die Gestoßenen":

Die Hexe drehte vor dem Zwerg Pirouetten. Von ihrem Zauberstab stoben Funken und sie leuchtete, als hätte sie eine Sonne verschluckt. Sie ging vor ihm in die Knie, drückte an seinem Heiligtum herum, knetete und liebkoste es, bis es platzte.

Goncko schreckte hoch und blinzelte sich den Schweiß von den Wimpern. Wie kann man nur solchen Mist träumen?

»Mach mich entelich los!«

Es gibt bestimmt viele Elfen in diesem gottverlassenen Land und ich fange mir eine mit einem Sprachfehler ein, dachte er.

»Hey, du missratener Zwergel, hörst du schlecht?«

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»Halt die Schnauze!«, gab er zurück, angelte sich eine aus Blättern gedrehte Zigarette aus der Schublade und zündelte sie an. Ihm fehlte die Eisprinzessin. Die Elfe, kaum größer als die Hand eines Zwerges, wand sich, doch Goncko hatte sie gut mit einem toten Regenwurm an einer Glasröhre gefesselt. Die darin eingesperrten Glühwürmchen spendeten Licht. Sobald ihn der Hunger überkam, würde er die Elfe fressen. Oder würde er den Hungertod sterben, weil das Leben ohne Eisprinzessin so sinnlos schien, noch dazu als Zwerg?

Eine Fliege schlich um die Elfenbeine. Goncko hatte dem Insekt die Flügel ausgerissen, weil er sich von ihr verhöhnt fühlte. Sie konnte fliegen und er eben nicht mehr.

»Wie heißt du eigentlich?«, fragte er die Elfe und blies ihr den Rauch ins Gesicht.

Sie hustete. Er zerdrückte die Zigarette auf der Fliege und sie gleich mit. Ein gelblicher Rauchfaden stieg empor und es stank nach verbranntem Eiweiß.

»Motzie!«, schrie sie und versuchte sich von der Regenwurmfessel zu winden.

»Motzie heißt du?«

»Nein, du Pödelmann. Ich heiße Nohiel. Motzie habe ich die Fliegel genannt.«

»Aha.«

»Du hast sie zerbraten!«

»Tatsächlich?« Er musste grinsen, die Elfe war willkommene Ablenkung zu seiner liebesverkümmerten Gedankenwelt.

»Dafür wirst du in der Hölle kohlen!«

»Kohlen? Ja, ja. Mir zittern die Knie.« Goncko stand auf und streckte sich den Schlaf aus den Gliedern. Ihm fiel ein, dass der Traum teilweise schöne Gefühle ausgelöst hatte. »Du Elfi, bist du eigentlich so etwas wie ein Weibchen?«

Er drehte sich zu ihr um. Sie streckte ihre kleine Zunge raus. Er lächelte sie an, und nachdem er die Scheu überwunden hatte, sagte er: »Du könntest meinem kleinen Zwerg hier mit deinem Mund etwas Gutes tun ...«

»Du winterliches Ekeldings!«

»Jetzt komm schon.«

»Bestimmt nicht! Und wenn doch: Wie soll das gehen, bei der Kleinigkeit meines Munds?«

Ihr Mund war tatsächlich nur ein Mündchen, dachte er und rieb sich die Brust. Er hatte zwar einen Zwerg in der Hose, aber so klein war er nun auch wieder nicht, schließlich war sie mit ihrer Größe ohnehin nur eine laufende Zahnlückenfüllung. Da sie so winzig war, würde sie ihn als Mahlzeit auch nicht sättigen können. Zu was wäre sie ihm eigentlich nütze, fragte er sich, während sie weitergedacht hatte.

»Obwohl - es könnte schon klappelen«, hörte er sie sagen, »und zwar dann, wenn dein Wuzziwuzz so klein ist wie dein Matschi-Hirn.«

Er fühlte sich in seiner Männlichkeit gekränkt und fuhr auf. »Du aufgeblasene Mücke! Was beleidigst du mich? Dir ist wohl nicht klar, mit wem du es zu tun hast. Ich bin ein Drache. Einer von den Guten!«

Die Elfe kicherte und die Glühwürmchen fingen an zu flackern.

»Na gut, du hast es so gewollt.« Er stampfte zum Nachttisch und packte den Zigarettenstummel, mit dem er die Fliege zerbraten hatte.

»Was hast du ...« Er steckte den Filter in den Elfenmund, noch bevor sie aussprechen konnte. An der abgebrannten Seite hing der angekohlte Fliegendarm.

»Hm! Hm! Hm!«, ächzte sie und drückte den Stummel wieder heraus. »Du Widerdings! Ziegenbock! Misthaufen! Igitt!«

»Sei still!«

»Du Vergaser!«

Er steckte ihr den Stummel wieder in den Mund, diesmal ein bisschen weiter hinein.

»Hm! Hm! Hm!«

Goncko rollte die Augen, dass ihm davon ein bisschen schwindelig wurde. Ihm war der Appetit auf Elfen vergangen. Also schnappte er die Glasröhre mitsamt der Halterung und Nohiel und zog das Schweineleder vom Fenster weg. Er stellte seine Gefangene auf dem Fensterbrett ab. Im Schein des Glühwürmchenlichts erkannte Goncko den Untoten Waldipert, der an die gegenüberliegende Baracke pinkelte. »Vielleicht ist der ja nicht so zimperlich.«

»Hm! Hm! Hm!«

Goncko zog den Vorhang zu und legte sich wieder schlafen. Er hoffte, aus diesem Albtraum zu erwachen und sich auf dem Felsvorsprung wiederzufinden, mit der Eisprinzessin vor ihm im gefrorenen Wasserfall.

© Texte sowie Abbildung des Buchcovers zum Fantasy-Roman "Die Gestoßenen" mit freundlicher Genehmigung des Autors Stefan M. Fischer

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