Mein Freund Silver - Polarlichter

4. Leseprobe aus dem Buch der Autorin Petra Megele

Leseprobe: Mein Freund Silver

Das Buch:

Lisa liebt Hunde sehr, und als sie den zwei Wochen alten Welpen Silver entdeckt, ist es um sie geschehen. Sie bekommt diesen Welpen mit acht Wochen geschenkt, und erzieht ihn mit Freds Hilfe zu einem wunderbaren Hund, der sie überall hin begleitet.

+ + +

Als ich gehe, habe ich vergessen ihm das Taschentuch zurückzugeben, aber einer der Zwerge sagt, ich solle es als Erinnerung an den Weihnachtsmann behalten. Jonas, Torben und ich gehen jetzt noch ein bisschen einkaufen, ich finde eine schöne Spieluhr und ein paar Handschuhe für Mutti, eine dicke Fellmütze für Papa, und für Fred und Gitte eine Schachtel mit leckeren Pralinen. Zum Schluss kommen wir noch an einen Stand mit Lederwaren, und da kaufe ich ein schönes Halsband für Silver. Am nächsten Tag ziehe ich Silver das Halsband an, aber es ist ihm noch zu groß.

"Da muss er noch reinwachsen", sagt Fred.

"Aber keine Angst, das wird er." Da bekomme ich schon wieder Angst und frage. "Du Fred, wann verkaufst du denn die Welpen?"

"Nana, guck nicht so ängstlich. Die bleiben erst mal noch da. Sie werden die nächsten Tage untersucht, ob alles in Ordnung ist und geimpft. Um die Weihnachtszeit verkaufe ich eh keinen Hund, die Gefahr, das die Welpen als Weihnachtsgeschenk unterm Tannenbaum landen und nach zwei Wochen wieder zurückgebracht oder gar ausgesetzt werden, weil sie ja Arbeit machen, ist zu groß."

"Was, sie werden ausgesetzt oder zurückgebracht. Wer macht denn so was? Man weiß doch vorher, dass ein Hund auch Arbeit macht. Ich würde mindestens dreimal am Tag spazieren gehen, ihn füttern, bürsten, pflegen und schmusen."

"Ja, du", sagt Fred mit einem Schmunzeln, "aber da gibt es auch andere. Die verschenken einen Hund, damit sie ein Geschenk haben. Und der Beschenkte mag vielleicht keine Hunde und weiß gar nicht, was er damit anfangen soll. Und ein Welpe macht sehr viel Arbeit. Jeder Welpe, egal welche Rasse, muss sehr gut erzogen werden, er muss lernen zu hören, er darf nicht wildern, sitz, platz, bleib sollte er können, er muss auch mal alleine bleiben, darf nichts kaputt machen. Ach, ich könnte noch viel mehr aufzählen. Und unsere Hunde, wie Silver, sind Schlittenhunde, da steckt noch eher ein Wolf drinnen, wie bei den Hunden in Deutschland. Da ist eine gute Erziehung fast noch wichtiger. Das alles muss wohl überlegt sein, ehe man sich einen Hund anschafft, verstehst du?" Ja, denke ich, ich verstehe.

"Aber ich würde das alles machen, Fred, ich wünsche mir so sehr, dass Silver bei mir bleiben kann!" rufe ich. Fred nimmt mich kurz in den Arm und sagt: "Ich weiß, Lisa, wissen denn deine Eltern, wie sehr du dir Silver wünschst?" "Ich glaube nicht, aber der Weihnachtsmann weiß es!"

"Na, wenn der es weiß, dann ist doch alles gut", lacht Fred, nimmt das Halsband und sagt, "ich gehe mal noch ein paar Löcher reinmachen, damit es ihm einigermaßen passt." Schnell ist er wieder da, und wir ziehen Silver das Halsband erneut an. Und nun sitzt es einigermaßen.

"Er darf es nicht anhaben, wenn die Welpen alleine sind. Da ist die Gefahr zu groß, dass die Welpen beim Spielen ins Halsband beißen und ihn erdrosseln. Leg es ihm nur an, wenn du da bist. Wie wär's, übe doch mal an der Leine gehen." Wir nehmen Silver aus dem Stall raus, machen die Leine dran. Er findet das gar nicht gut, bleibt sitzen, schüttelt mit dem Kopf. Ich möchte ihn schon hochnehmen, doch Fred sagt zu mir. "Nicht hochnehmen, fangen wir gleich mit der Erziehung an. Wenn Du ihn hochnimmst, weiß er für die Zukunft, dass er sich nur hinsetzen muss, damit Lisa kommt und mich hochnimmt. Lass ihn noch etwas zappeln, lauf du vorneweg, normalerweise laufen Welpen immer hinterher, und wenn er drei Schritte gelaufen ist, gibst du ihm ein Leckerli, und dann soll er weiter laufen."

Fred zieht einen Beutel mit kleinen getrockneten Fischstückchen aus der Tasche und gibt ihn mir. Und tatsächlich, als ich mich von Silver entferne, soweit es die Leine zulässt, kommt er mir schnell hinterher. Auf die Leckerlis ist er ganz scharf und nach 10 Minuten laufen wir im Hof am Zaun entlang. Ich gebe ihm immer wieder ein Fischstückchen, und er folgt mir brav.

"Toll Lisa, das habt ihr gut gemacht. Jetzt ist aber genug fürs erste, macht morgen weiter. Bring Silver zurück in den Stall, Jonas füttert gleich die Hunde, und ich fahre dich nach Hause. Es wird langsam ganz dunkel, da läufst du besser nicht alleine heim." Zuhause gehe ich erst mal unter die Dusche, während meine Eltern und Fred einen Tee trinken und noch etwas plaudern.

In der Nacht von Samstag auf Sonntag darf ich aufbleiben, der Weihnachtsmann hatte ja gesagt, dass die Polarlichter in dieser Nacht zu sehen sind. Es ist die Nacht zum 4. Advent, es hat wieder viel geschneit, es ist knackig kalt und die Sterne leuchten. Um die 30 Grad minus, sagt Mutti. Wir spielen UNO, und Mensch ärgere dich nicht, und Scrabble mit Jonas, Torben, Fred und Gitte. Immer wieder geht einer auf die Veranda, läuft einmal rund herum, weil man nie so genau weiß, wo die Lichter anfangen. Kurz vor halb Zwölf dann ruft Mutti von der hinteren Veranda.

"Kommt schnell raus, zieht euch aber was über, hier hinten sind wir. Uiiiiiiii, ist das toll." Wie gebannt stehen wir alle auf der Veranda und schauen nach oben. Lichter, soweit man schauen kann. In allen Farben, da zucken grüne Flammen über den Himmel, daneben gelbe Schlangen, rote Zacken und plötzlich rennt ein blauer Hund über den Himmel. Da ist er, mein sehnlichster Wunsch. Fred hat es auch gesehen, er grinst mich an, und Jonas drückt meine Hand und nickt mit dem Kopf.

"Da ist Silver", wispert er mir ins Ohr. Ich schaue dem Farbspektakel nach bis er verschwunden ist, als aus der anderen Richtung wieder tolle Farbspiele am Himmel auftauchen. ...

© Leseprobe "Polarlichter" mit freundlicher Genehmigung der Autorin Petra Megele

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