Tanzabend - Leseprobe aus "Larrys Sohn"

Ein Buch von Deddine Kuschel-Swyter

Lesetipp: Larrys Sohn

Zum Inhalt des Buches:

Darwin, die kleine Küstenstadt im Norden von Australien, ein Jahr bevor der Zyklon 'Tracy' die Stadt total zerstört. Hierher verschlägt es die junge Holländerin Clarissa van Doorn, um eine Ausbildung als Krankenschwester zu beginnen. Ihr Leben scheint vorgezeichnet, ihre Zukunft fest geplant; zumindest in den Augen von Bernie, ihrem Freund.

Aber schon bald verlässt sie das Schwesternheim und zieht in eine Wohngemeinschaft, in einem alten Tropenhaus am Rande der Stadt.

Dort trifft sie Larry, zu dem sie tiefe Gefühle entwickelt. Aber Larry ist anders. Nicht nur seine Hautfarbe ist anders, sondern er kommt aus einer anderen Kultur, aus einer anderen Welt. Auch wenn er seine Aborigines Herkunft verdrängt, so kann er doch sein Erbe nicht wirklich leugnen. Und obwohl Clarissa sich sehr bemüht, seine Welt zu verstehen, oder sie doch zumindest akzeptieren zu können, es scheint ihr nicht zu gelingen.

Die Entscheidung, die sie schließlich trifft, führt sie nach Neuseeland, wo sie hofft, ein neues Leben für sich und ihren Sohn aufbauen zu können. Aber schafft sie es wirklich, Larry aus diesem neuen Leben zu verdrängen?

Leseprobe: "Tanzabend"

Manchmal, wenn sie am Abend lange Schach gespielt und viel Gin getrunken hatten, schwänzten Alex und Jane tags darauf ihre Arbeit und kamen mit an den Strand. Sie bauten Sandburgen, fingen Krebse und liefen um die Wette. Später saßen sie im 'Seabreeze', tranken kühles Bier und fanden die Welt sehr in Ordnung.

Larry kam nie mit an den Strand, damals nicht, und später nur selten. Oft genug hatte Clarissa versucht, ihn zu überreden, und als er dann doch eines Tages mitkam und sich neben sie in den Sand legte, begriff sie den Widersinn. Sie ertrug die glühende Sonne, um braun zu werden, aber wozu um alles in der Welt sollte Larry sich dort hinlegen?

"Komm", sie sprang auf und zog ihn mit sich hoch, "lass uns schwimmen gehen." Zwar war das Baden noch untersagt, denn es war März, also noch Regenzeit, aber sie ignorierten die Schilder und schwammen lange und ausgiebig in der leicht aufgewühlten See. Das war natürlich leichtsinnig, aber an Sea Wasps und Sting Rays dachten sie nicht. Danach bat sie ihn nie wieder, mit an den Strand zu kommen.

Ein paar Mal ging sie mit Larry aus. Meistens waren seine Freunde dabei, und eigentlich hatte sie das Gefühl, dass er sie nur aus Mitleid mitnahm, damit sie nicht allein zuhause hockte, wenn Alex und Jane nicht da waren.

An diesen Abenden erlebte sie einen ganz anderen Larry, fremder noch und unnahbar. Seine dichten, krausen Haare waren streng zurückgekämmt, die Hosen mit Bügelfalte und dazu ein weißes Hemd, dessen Ärmel er stets aufgekrempelt trug; das wirkte lässig. Die Mädchen sahen ihm nach, und Larry wusste es.

Vielleicht war es an dem Abend im 'D.R.', als ein Bekannter von Larry zu ihnen an den Tisch kam. Er machte Clarissa Komplimente und forderte sie schließlich zum Tanzen auf. Vielleicht war das der Moment, wo Larry sie zum ersten Mal mit anderen Augen sah. Sie tanzte lange mit dem Fremden, sie flirtete, und es machte ihr Spaß. Sie wusste, dass sie gut aussah, und sie fühlte sich sicher.

Als die Musik erneut zu spielen begann, lächelte Larry sie an, stand auf und zog sie wortlos zur Tanzfläche. Oder hatte er etwas gesagt?

Sie spürte die Erregung von Anfang an. "Ja", dachte sie, "den willst du", und sie hätte die ganze Nacht durchtanzen mögen.

Der erste Kuss jedoch kam erst später.

© "Tanzabend" - Leseprobe und Buchcover: Deddine Kuschel-Swyter

Zum Buch 'Larrys Sohn' von Deddine Kuschel-Swyter

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