Justitias Bruder: Besessenheit nach Geld

Leseprobe aus dem Buch von Dietmar Kottisch

Buch lesen: Justitias Bruder

Zum Inhalt des Buches:

Der Roman "Justitias Bruder" des Autors Dietmar Kottisch schildert auf brutale Weise, wie weit in unserer heutigen Gesellschaft diese Geld-Raff-Gierigen gehen, um ihr krankhaftes Bedürfnis nach Geltungssucht zu befriedigen.

Es geht um ein nicht gerade neues, aber für die Kultur und die Wirtschaft Deutschlands und Europas gefährlicher werdendes Thema der brutalen und rücksichtslosen Geldgier und Abzocke einiger maßgeblicher Personen; es geht um die Gerechtigkeit, die damit unmittelbar zusammenhängt.

Kein deutscher Politiker schert sich um dieses Problem, obwohl sie dauernd von "sozialer Gerechtigkeit" reden.

Es ist ein brutaler Thriller.

Das Buch kann über den Autor Dietmar Kottisch oder den Internet-Buchhandel bezogen werden.

Leseprobe aus "Justitias Bruder":

S.56 (Alfred Adlers Individualpsychologie besagt, dass die (perverse Geld-) Raffgier seine Ursache in einer seelischen Krankheitserscheinung hat. Die beiden Banker wurden gekidnappt und im Gehöft verhört, weil sie die Spendengelder der Benefiz nicht weitergeleitet haben.)

Jana begann mit einer leisen Stimme: "Meint Ihr nicht auch, Ihr müsstet mal auf die Couch, um herauszukriegen, was noch alles in Euch steckt, außer dieser unglaublichen Besessenheit nach Geld, wodurch andere zu Schaden oder zu Tode kommen?!"

Ebert starrte Jana aus schmalen Augen an, er sah sein Gesicht im Spiegel der Sonnenbrille, Blüsch verzog eine Miene und knurrte: "Ich hab das Gefühl, ich bin im falschen Film."

"Lassen Sie diesen Psychoquatsch", raunzte Ebert.

"...und jenen Teil in Euch bewusst wahrzunehmen, der grausam, rücksichtslos, triebhaft ist, um deretwegen gemordet, geschunden, betrogen, gelogen wird..."

Ebert sprang auf, Oliver hielt den Schocker hoch, Ebert starrte Jana an. "Was fällt Ihnen ein, uns wie psychisch Kranke zu behandeln?"

Die Erregung in seiner Bemerkung zeigte, dass er wohl verstanden hatte.

"Setzen", befahl Oliver. Ebert setzte sich widerwillig hin.

"Sehen Sie", fuhr Jana seelenruhig fort, "Alfred Adler nannte es einen abnorm gesteigerten Minderwertigkeitskomplex und die Folgen sind Flucht in die Statussymbole, wenn Sie verstehen, was ich meine..."

"Sie sollen diesen psychologischen Schwachsinn lassen", keifte Ebert.

"Adler war Begründer der Individualpsychologie, und von ihm stammt die These, aus dem Minderwertigkeitsgefühl kann bei negativem Einfluss der Minderwertigkeitskomplex werden, den er als eine seelische Krankheitserscheinung bezeichnete..."

"Blüsch, hör einfach nicht hin. Wir lassen uns nicht als seelische Krüppel bezeichnen..."

"Ich glaub doch, ich bin im falschen Film..." faselte der kleine Dicke.

"So ein Komplex hat seine Ursache meist in der Kindheit, meine Herren. Auf der Couch kann Ihnen dies bewusst gemacht werden."

Alex setzte Janas Vortrag fort. "Und was das Tierreich betrifft, an das Ihr Euch so gerne argumentativ anlehnt, so habt Ihr doch einen hoch entwickelten Verstand, der Euch sagt, es ist eine verdammte Sauerei, was ich mache. Im Übrigen, kein Tier ist so verkommen wie ...der Mensch. Wenn Sie verstehen, was ich meine."

Ebert sprang wieder von seinem Stuhl auf und lief im Raum hin und her. Oliver und Alex standen mit dem Schocker bereit. Dann blieb der Banker vor dem Fenster stehen und schaute hinaus. Das muss ihn doch irgendwie getroffen haben, dachten die drei.

"Euch fehlt nicht nur dieser Chip für Verantwortung", bemerkte Alex, "und deswegen bin ich der Meinung, Ihr seid für die humane Gesellschaft ein Fremdkörper."

"Eines kann ich Euch verraten: wenn ich hier rauskomme, werdet Ihr das bereuen, Ihr gottverdammten Klugscheißer", keifte Ebert, und der dicke Blüsch nickte.

"Wenn..." bemerkte Oliver.

Ebert drehte sich langsam um. "Was soll das heißen?" Und nackte Angst stand plötzlich in seinem Gesicht. Auch Blüsch wurde aschfahl auf den Wangen.

"Kapiert Ihr beide es denn wirklich nicht? Ihr habt eure Villen, volle Bankkonten, Immobilien, Aktien, Beteiligungen, Lebensversicherungen und weiß der Teufel was noch; und dann nehmt ihr den Armen der Ärmsten da unten auch noch das bisschen weg."

Jana schaute Ebert an. "Können Sie mir eine Antwort auf eine einfache Frage geben?"

Er versuchte, ihrem Blick auszuweichen. "Können Sie?" bohrte sie weiter. Dann blickte er sie an und nickte.

"Die Frage ist ganz einfach. Warum wollen Sie noch mehr?"

Ob er nachdachte oder aus Verlegenheit schwieg, konnten sie nicht feststellen; aber dieses Schweigen war Antwort genug.

"Wir wollten nur mal einen Spaziergang durch das Labyrinth Ihrer Psyche machen", sagte Alex.

© "Justitias Bruder: Besessenheit nach Geld" - Leseprobe mit freundlicher Genehmigung des Autors Dietmar Kottisch; Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

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