Besuch von William - Ein leichtes Unbehagen

Leseprobe aus 'Traumpfade enden nicht' von Deddine Kuschel-Swyter

Traumpfade enden nicht

Zum Inhalt des Buches:

Die junge Katrina ist nach Australien ausgewandert. Bewusst nimmt sie ihr Leben in die Hände, fasziniert von der Idee, es selber formen zu können. Mit Wilma, die sie in Sydney kennenlernt, reist sie kreuz und quer über den Kontinent, immer auf der Suche nach einer neuen Arbeitsstelle. Freundschaften, auch Liebesbeziehungen, können Katrina nicht halten, weder zu Terry, den sie auf der Moonari Station in den Flinders Ranges kennenlernt, noch zu William C., den Besitzer von Three Oaks auf Tasmanien, in den sie sich leidenschaftlich verliebt.

Eine Liebes- und Abenteuergeschichte von der Autorin Deddine Kuschel-Swyter. Mehr zu ihrem Roman Larrys Sohn

Leseprobe: "Besuch von William"

Der Sonntag verlief ruhig. Als am Nachmittag ein leichter Regen einsetzte, entschloss sich Phil, doch noch den Rest des Tages frei zu nehmen und fuhr in die Stadt.

Katrina versorgte die Pferde und machte früh Schluss. Sie trug noch einen Stapel Holz ins Haus, stapelte ihn neben dem Kamin und schloss dann alles sorgsam ab. Sie ließ sich ein Vollbad einlaufen, gab etwas von Sybilles duftenden Badezusätzen hinein, drehte die Musik im Wohnzimmer lauter und stieg in die Wanne.

Es war ein herrliches Gefühl. Wohlig streckte sie sich aus, legte den Kopf zurück und schloss die Augen. Fast eine halbe Stunde lag sie da; Gedanken kamen und gingen, unbeschwert und leicht. Nur einmal glaubte sie, Geräusche gehört zu haben. Aber es war wohl doch nur Cat-Cat auf der Terrasse.

Sie ließ noch einmal heißes Wasser nach und tauchte wieder ein bis zu Kinn. Später löste sie ihre Haare, warf sie mit einer schwungvollen Kopfbewegung nach hinten, so dass sie wie ein gespreizter Fächer auf dem Schaum lagen. Mit einer Armbewegung zog sie die ganze Pracht ins Wasser, bog den Kopf weit nach hinten in den Nacken, bis das Wasser fast ihre Stirn erreichte. Dabei wölbte sich ihr Busen mit einer leichten Rundung aus dem Schaum.

Schließlich machte sich doch der Hunger bemerkbar und sie beschloss, zum nächsten Programmpunkt ihres Abends überzugehen. Ein kleines Mahl am Kaminfeuer. Vielleicht fand sie sogar noch einen Rest Wein in der Speisekammer.

Voller Vorfreude stieg sie aus der Wanne, duschte noch kurz den Schaum ab und wickelte sich in eines der herrlichen, weichen Badetücher. Die Musik spielte noch immer.

Leise vor sich hinsummend rieb sie sich trocken und schlüpfte in den frischen weißen Bademantel, den Sybille ihr überlassen hatte.

Sie frottierte ihre Haare, bürstete sie flüchtig durch und schüttelte sie nach hinten. Ihr Gesicht glühte von dem heißen Bad. Sie trug nur ein wenig Feuchtigkeitscreme auf und zog mit dem Pflegestift über ihre Lippen, die eine tiefe, natürliche Röte angenommen hatten.

Kaum war sie in den Flur hinausgetreten, spürte sie ein leichtes Unbehagen. Irgendetwas stimmte nicht. Sie blickte den Gang entlang, an dessen Ende eine Tür hinaus auf die Veranda führte. Doch alles war ruhig.

Sie ging hinüber ins Wohnzimmer. Im Kamin brannte ein großes, loderndes Feuer, und von einem leichten Knacken und Knistern begleitet, warf es seinen Schein auf den flauschigen Hirtenteppich und die Sitzgruppe davor. Die Musik hatte aufgehört zu spielen.

"Phil", rief sie, mehr verwundert als erschrocken, "Phil, bist du schon wieder da?"

Sie drehte sich um und wollte in die Küche gehen, aber da sah sie ihn in der offenen Tür stehen.

Er lachte. Er lachte und sah sie an mit seinen dunklen, leuchtenden Augen.

"Hallo, Katrina."

"William ...". Unwillkürlich zog sie ihren Bademantel fester zusammen. "Was machen Sie denn hier?"

"Ich bin eher zurück als geplant", er kam zu ihr herüber, "und da Sybille auch nicht zu Hause ist, wollte ich Sie beide zum Dinner einladen."

"Phil ist nicht da. Er ist schon am Nachmittag nach Hobart gefahren. Es war nicht mehr viel Betrieb."

"Nun ja", er stand lächelnd vor ihr, "dann muss ich wohl mit Ihnen vorlieb nehmen."

Katrinas Haut brannte.

"Ich ...", sie ärgerte sich, dass es ihm gelungen war, sie zu verunsichern. "Ich habe gerade ein Bad genommen."

Sie legte ihre offenen Handflächen auf beide Wangen.

"Ich glaube, ich glühe noch wie eine Leuchtboje."

"Ja, so könnte man es nennen", spottete er sanft.

"Ich werde mich erst einmal anziehen", sagte Katrina und drehte sich entschlossen um.

© Leseprobe "Besuch von William" - Text und Buchcover: Deddine Kuschel-Swyter

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