Sensibles Kind versus ignorante Erwachsene

"Ich war ein braves Mädchen" - Rezension zum Buch der Autorin Irene Roy

Buch lesen: Ich war ein braves Mädchen

Braves Mädchen, braves Mädchen ist immer präsent - es weiß, warum das so sein muss, und es versteckt sich gegebenenfalls sogar. Aber da ist es, tragisch und unschuldig und hilflos. Brave Mädchen werden gerügt, weil sie Erfolg haben sollen, aber das dürfen sie doch gar nicht, oder? Soviel Steine, die in den Weg geworfen werden, scharfkantig und unzählbar, unübersteigbar und grobkörnig wie ein böser alter Film. Die Momentaufnahmen der Autorin Irene Roy sind beklemmend und realistisch wie ein Kriegsbericht.

Stellenweise liest sich die Geschichte wie ein Märchen, in dem böse Leute ein Kind am Wachsen hindern wollen, mit aller Macht, die ihnen zu Gebote steht - wie eine Pflanze, die in einen viel zu kleinen Topf gezwängt und mit Salzwasser gegossen wird. Aus der Sicht eines sensiblen Kindes, das an der Welt ignoranter Erwachsener verzweifelt, ist die Erzählung beängstigend real - es geht um das Schuldaufladen auf ein viel zu schwaches kleines Rückgrat, das zwar nicht bricht, aber schmerzt - ein Leben lang.

Ebenso die aufgezwungene Kälte, für die Seele ebenso wie für den Körper, emotionale Kühle trotz glühendem, außer Kontrolle geratenem Kamin. Eindrücke flackern auf wie verschiedene Lichter: Geh - Bleib stehen - Warte ab.

Gerade weil Irene Roy ihre Lebensgeschichte so geschehen lässt vor den Augen des Lesers - geschehen, nicht erzählt im Sinne von linearem Zeitablauf - wird es nachfühlbar und erlebbar. Die schreiende Katze, deren Ende ein liebloser Mensch nicht abwarten will, ein immerwährender geliebter Tanz und doch keine Möglichkeit, dem zu entfliehen, wozu brave Mädchen verurteilt zu sein scheinen ... ein beklemmendes und verstörendes Buch, das für sehr viele Miterleber Momente bereithält, die er kennt und vielleicht auch fürchtet - möglicherweise mit Wehmut betrachtet.

Das Leben und Tanzen macht letztendlich, so das Schlusswort der Autorin, aus dem braven Mädchen eine realistische Traumtänzerin. Ein Leben unter unzähligen anderen Leben, aber eine Geschichte, die nicht mehr loslässt.

Zur Leseprobe aus "Ich war ein braves Mädchen" und Vita der Autorin Irene Roy

© "Sensibles Kind versus ignorante Erwachsene" - eine Rezension von , 2014. Foto des Buchcovers: Irene Roy

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