Urlaubstipps: Vom Bayerischen Wald bis in das Allgäu

Bayern erleben von Nord bis Süd: Eine Rundreise (Teil II)

Keltenhütte im Keltendorf Gabreta

Keltenhütte im Keltendorf "Gabreta"

Gelungene Ferien im Bayerischen Wald

Urlaub im Bayerischen Wald, das ist ein stehender Begriff, der so gut wie alles beinhaltet, was zu wirklich gelungenen Ferien gehört. Wälder und Berge, Seen und Flüsse fügen sich zu einer herrlichen Landschaft zusammen, die wie geschaffen zu allen möglichen Freizeitaktivitäten ist. Von Wandern und Klettern bis zu den neuen und angesagten Sportarten wie Nordic Walking und Mountainbiken ist in der überwältigend schönen Natur des Bayerischen Waldes alles Programm.

Eigentlich handelt es sich bei der Region um ein Mittelgebirge, mit Bergen wie dem Großen Arber, der mit 1.456 m der höchste Gipfel ist und sich über dem Großen Arbersee erhebt. Das 7,7 ha große Gewässer grenzt im Westen an die 400 m hohe Arberseewand und bildet mit ihr ein Naturschutzgebiet, das ein Refugium für seltene Tier- und Pflanzenarten ist, und sogar eine Fischotter-Population aufweist. Jährlich kommen etwa eine halbe Million Besucher hierher. Das Arberseehaus bietet gepflegte Gastlichkeit. Direkt am See gibt es einen Märchenpark, der vor der Kulisse der wundervollen Landschaft in eine besondere Welt entführt.

Einen Blick auf vergangene Zeiten gewährt das Freilichtmuseum Finsterau in der Gemeinde Mauth. Dort gibt es Bauernhäuser und Höfe, eine Schmiede und sogar ein Wirtshaus zu sehen. Das Museum gibt einen interessanten Einblick in das harte Leben der Bauern zu verschiedenen Epochen. Das älteste Haus des Museumsdorfes stammt aus dem Jahre 1704.

Die Gemeinde Mauth im Nationalpark Bayerischer Wald ist eine ganz besondere "Zweigstelle" der Apotheke Gottes, der Kräuterheilkunde. Begünstigt durch die Höhenlage und die ausgedehnten Bachtäler hat die besondere klimatische Eigenart eine überaus große Artenvielfalt an Heilkräutern zur Folge. Die Gemeinde bietet besondere Führungen durch 15 thematisch angelegte Kräutergärten an, ebenso wie Kräuterwanderungen, die von fachkundigen Führern geleitet werden. Interessant ist ein Besuch im "Otterhaus Bayern". Dort erfährt man alles, was den Fischotter betrifft, eine sehr gefährdete Tierart, die durch intensiven Schutz vorerst gerettet werden konnte.

Ein besonders günstiges Klima für die Erholung kann auch die Gemeinde Ringelai bieten, ein anerkannter Erholungsort im Landkreis Freyung-Grafenau, was ihm den Beinamen "Meran des Bayerischen Waldes" eingebracht hat. Eine Besonderheit ist das Keltendorf "Gabreta", ein archäologischer Erlebnispark, das tiefe und faszinierende Einblicke in das Alltagsleben der Kelten gibt. Das ganze Jahr über gibt es verschiedene Veranstaltungen und Feste, besonders zu den keltischen Feiertagen wie Samhain oder Beltane, die in die mythische Welt der Kelten entführen.

Eine wildromantische Wanderstrecke ist die "Buchberger Leite", eine Wildbachklamm zwischen Freyung und Ringelai, die ein besonders eindrucksstarkes Naturerlebnis bietet. Für schwache Gemüter nur bedingt geeignet ist ein Besuch beim "Hexenmuseum", das anhand originaler Protokolle verschiedener Hexenprozesse die ganze Grausamkeit der Verfolgung im Mittelalter veranschaulicht. Dazu tragen Folterinstrumente und ein exakt nachgebauter Scheiterhaufen nicht wenig bei.

Im niederbayerischen Landkreis Regen, am Fuße des "Rachel", liegt die Gemeinde Frauenau, die unter anderem mit Glas berühmt wurde. Sie ist eine Station der "Glasstraße", einer Ferienstraße, die durch den Oberpfälzer- und den Bayerischen Wald von Neustadt an der Waldnaab bis nach Passau führt. Das Glasmacherhandwerk hat in diesem Gebiet Tradition, wird auch heute noch lebendig erhalten und von Handwerkern und Künstlern auch öffentlich gezeigt. Das "Glasmuseum Frauenau" ist ein zum Teil gläserner Rundbau, der auf 1.300 qm Ausstellungsfläche durch die faszinierende Welt des Glases führt.

Ein beliebtes Ziel für Touristen ist in Frauenau die katholische Pfarrkirche "Maria Himmelfahrt". Äußerlich eher schlicht gehalten, wurde die Kirche von 1759 bis 1767 im Rokokostil neu erbaut. Die Innenausstattung besticht vor allem durch den wunderschönen Rokokostuck des Melchior Modler ebenso wie durch die beeindruckenden Fresken von Franz Anton Rauscher. Der barocke Hochaltar ist eine bemerkenswerte Arbeit, ebenso die Seitenaltare mit Heiligenfiguren. Als Besonderheit kann die "Trinkwassertalsperre Frauenau" gelten, sie hat nämlich den größten Staudamm Deutschlands.

Der Bayerische Wald ist bekannt für seinen Schneereichtum und als ultimatives Wintersportgebiet. Gelegenheiten und Anlagen für alle Varianten des weißen Sports gibt es unzählige, so zum Beispiel die Skisprungschanzenanlage mit drei Mattenschanzen der Gemeinde Breitenberg. Hier werden seit 1999 internationale Wettkämpfe ausgetragen. Der Bayerische Wald hat das ganze Jahr über Saison, so bietet er für jeden Urlaubsstil das richtige Ziel.

Berge und Almen, Seen und Flüsse: Oberbayern

In Oberbayern gibt es nichts, was es nicht gibt. Herrliche Landschaften und historische Stätten, unzählige Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bietet diese Region. Wandern wird zu einem besonderen Naturerlebnis, denn unzählige attraktive Wander- und Nordic-Walking-Strecken stehen zur Auswahl. Die größten Städte München, Landshut und Ingolstadt bieten allein an Kulturgut so viel, dass ein Menschenleben nicht ausreicht, dieses zu besuchen.

Geschichtsträchtig ist das Land allemal. Burgen und Schlösser, Abteien und Klöster sind interessante Ziele für interessierte "Augenurlauber" und Historienfans. So zieht der berühmte Dom der Universitätsstadt Freising, St. Maria und St. Korbinian, seit jeher Besucher an. Im Dom zu Freising wurde Papst Benedikt XVI. zum Priester geweiht. Eine erste Marienkirche stand an dem Platz schon im Jahre 714, die von Bonifatius als Bischofssitz eingerichtet wurde. Durch die Jahrhunderte wurde das Bauwerk immer wieder verändert und umgebaut, die letzte Gesamtrenovierung fand 2006 statt.

Berühmt ist die Innenausstattung des Doms, etwa das gotische Chorgestühl von 1488, dessen Bischofsreihe aus dem Jahr 724 stammt. Der Hochaltar, datiert von 1625, ist ein Werk von Philipp Dirr. Die Krypta des Domes ist besonders bemerkenswert, als Mittelsäule dient eine sogenannte "Bestiensäule", die einzige in Deutschland. In der Krypta sind die Reliquien des hl. Nonnosus beigesetzt, ebenso liegt hier der hl. Lantpert. Außerdem wird hier der goldene Korbiniansschrein aufbewahrt. Die altehrwürdige Stadt Freising besitzt nach der bayerischen Denkmalliste mehr als 250 geschützte Bauwerke. Der Mohrenbrunnen im Barockstil von Franz Ableithner, um 1700 geschaffen, und ist nur ein Beispiel unter vielen.

Als älteste Stadt des Kreises gilt Moosburg an der Isar, das anno 1331 die Stadtrechte erhielt, und dessen Stadtbild durch viele Bäche und Kanäle einen besonders pittoresken Eindruck entstehen lässt. Berühmt ist das Kastulusmünster, das einige sehr schöne Arbeiten von Hans Leinberger enthält. Unter dem Namen "Mosabyrga" wurde die damalige Klostersiedlung im Jahre 770 erstmals urkundlich erwähnt. Zwei Benediktinermönche brachten die Reliquien des hl. Kastulus nach Moosburg, etwa um 800.

Eine historische Superlative der anderen Art ist der Markt Nandlstadt, der als ältestes Hopfenanbaugebiet der Welt gilt, im Hallertauer Hopfenland liegt und zum jährlichen "Hopfenfest" lädt. Nachweislich wird hier seit dem Jahr 860 Hopfen angebaut. Die Hallertau ist ihrer beeindruckend schönen Landschaft wegen ein beliebtes Urlaubsziel. Trotz der vielfältigen Freizeitangebote ist der Reiz der Ruhe und Beschaulichkeit hier erhalten geblieben. Im Heimatland des "grünen Goldes" gibt es natürlich viele Biergärten, in die man Einkehr halten kann.

Auch führen mehrere Pilgerwege durch das Hopfenland, wie der nach St. Kastulus, oder der zum Gnadenort von Sankt Salvator nach Bettbrunn, wie auch die Hallertauer Fußwallfahrt über eine Strecke von 108 km zu "Unserer lieben Frau von Altötting". Eine Sehenswürdigkeit ist das "Enghausener Kreuz", das älteste lebensgroße Kruzifix und somit die älteste monumentale Christusdarstellung überhaupt. Es stammt aus der Zeit um das Jahr 900 und befindet sich in der Filialkirche "Auffindung des Kreuzes" in Enghausen im Landkreis Freising.

Im Freizeitangebot der Region gibt es geführte Thementouren, wie die Seen-Kelten-Tour "Pack die Badehose ein" (viele Besiedelungen des Gebietes gehen ursprünglich auf die Kelten zurück) oder die "Hopfen-Spargel"-Tour. Das legendäre "Hopfakranzl-Fest", eine Regionalmesse mit Hallertauer Produkten, findet in Rudelzhausen statt. Hier werden Produkte und Informationen rund um den Hopfen geboten, und für eine Gaudi ist immer gesorgt, mit Musik und Unterhaltung.

Was Wintersportarten betrifft, so führen vielleicht nicht alle Wege nach Oberbayern, aber doch sehr viele. Loipen, Schneewanderungen, Fackelläufe und Schlittenfahrten - die kalte Jahreszeit wird hier zu einem reinen Vergnügen. In Oberbayern wird Familienfreundlichkeit, Brauchtum und Tradition großgeschrieben, ob im Erholungsort oder bei den "Ferien auf dem Bauernhof". Gemütliches Beisammensein gehört dazu.

Bergromantik und klare Gewässer: Das Allgäu

Eines der beliebtesten Ferienziele Deutschlands ist das Allgäu. Kulturdenkmäler, historisch interessante Stätten und zahllose Sehenswürdigkeiten machen die Region aus. Ebenso ist das Allgäu Deutschlands größtes Wintersportzentrum.

Durch das Allgäu führen berühmte Ferienstraßen, wie der westliche Teil der "Deutschen Alpenstraße", die "Oberschwäbische Barockstraße" oder das südliche Ende der "Romantischen Straße". Das Allgäu ist so etwas wie ein Multitalent in Sachen Urlaub, denn es hat für jeden Geschmack etwas zu bieten und ist natürlich auch in puncto Gesundheit ein sehr guter Tipp.

So liegt im Weitnauer Tal des Oberallgäus der anerkannte Luftkurort Weitnau. Über dem Stadtteil Kleinweiler erhebt sich die Höhenburg "Altrauchburg", eine der besterhaltenen Ruinen des Allgäus. Sie fand ihre Bestimmung als Feste wahrscheinlich im 13. Jahrhundert und ist aus "Nagelfluhquadern" gebaut. Eine weitere Sehenswürdigkeit des Marktes Weitnau ist die Kirche St. Pelagius, deren Neubau aus den Jahren 1862-72 stammt. Der Hochaltar ist mit Figuren aus der "Multscherschule" versehen, die etwa um das Jahr 1490 entstanden sind. St. Pelagius ist eine Station des "Bayerisch-Schwäbischen Jakobusweges", der von Augsburg über München zum Bodensee führt.

Wer gut zu Fuß ist, wird in der Weitnauer Umgebung hervorragende Wanderwege und auch Nordic-Walking-Routen mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden finden; das gilt auch für sehr gute Mountainbike-Strecken. Der Winter ist ebenso attraktiv, was Events betrifft: Snowboarden, Langlaufen, Fackelwanderungen oder Rodelnächte lassen keine Langeweile aufkommen.

Die am höchstgelegene Burgruine Deutschlands liegt bei Pfronten im Ostallgäu, die hochmittelalterliche Burganlage Falkenstein, deren erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1290 stattfand. König Ludwig II. von Bayern hatte 1883 die Ruine erworben, um an dieser Stelle eine Art Raubritterburg errichten zu lassen, was allerdings durch den Tod Ludwigs verhindert wurde. Das Märchenschloss des jungen bayerischen Königs, Neuschwanstein, befindet sich ebenfalls wie Schloss Neuschwangau in der Umgebung von Pfronten.

Der Ort Pfronten selbst ist ein Anziehungspunkt für Touristen. Berühmt ist z. B. die Pfarrkirche St. Nikolaus mit den wunderschönen Fresken und Altären der Innenausstattung. Sehr sehenswert ist auch das Pfrontener Kristallmuseum, in dem man über 2.300 Steine aus aller Welt bewundern kann. Von Pfronten aus führt eine Seilbahn zum Breitenberg hinauf, der für den Wintersport hervorragend geeignet ist. Aber auch im Sommer werden Bergtouren mit erfahrener Führung angeboten. Wer es "leicht" mag, kann sich sicher für das Drachenfliegen oder das Paragleiten begeistern. Noch höher hinaus kommt man mit dem Ballon. Schulungen in den luftigen Sportarten werden den Urlaubern ebenso angeboten wie Ballonfahrten, die vor dem wunderschönen Panorama ein ganz besonderes Erlebnis sind.

Der Luftkurort Ottobeuren im Landkreis Unterallgäu ist eine der interessantesten Stationen der Ostroute der "Schwäbischen Barockstraße", und zwar des "Klosters Ottobeuren" wegen. Das Kloster wurde von einem alemannischen Edelmann gegründet und im Jahre 764 geweiht. In der Zeit der Karolinger wurde die Abtei zum Reichskloster. Berühmt ist die Basilika St. Alexander und St. Theodor, die in der Zeit von 1737-66 erbaut wurde. Sie verfügt über eine reiche Ausstattung, unter anderem über Deckenfresken, die von den Vettern Johann Jakob und Franz Anton Zeiller geschaffen wurden. Die prächtigen Stuckarbeiten sind besonders bemerkenswert. Noch fast unverändert befinden sich die Orgeln der Basilika, die Heiliggeistorgel und die Dreifaltigkeitsorgel, die beide ein französisches Klangbild aufweisen. Seit 1926 hat das Bauwerk den bestätigten Rang einer päpstlichen Basilika. Ottobeuren ist auch ein wichtiger Punkt an der "Schwäbischen Bäderstraße", die auf 240 km Länge zehn Heilbäder und Kurorte miteinander verbindet.

Am Nordufer des Hopfensees im Landkreis Ostallgäu liegt der Luft- und Kneippkurort Hopfen am See. Die Gemeinde fand die erste urkundliche Erwähnung im Jahre 1172. Über dem Ort erhebt sich die Ruine der hochmittelalterlichen Hopfenburg. Die Burg war im 12. Jahrhundert eine Feste der Welfen und wurde später zum Amtssitz des Füssener Probstes. Der Hopfensee bietet sehr gute Sport- und Erholungsmöglichkeiten. Er ist eines der wärmsten Gewässer des Allgäus und zum Surfen bestens geeignet. Der Rundwanderweg Hopfensee ist für Wanderfreunde ein besonderer Anziehungspunkt.

Wie überall in der gesamten Region ist der Wintersport ein besonders großer Posten, was den Urlaub betrifft. Eisstockschießen auf dem Hopfensee gehört natürlich dazu. Das Allgäu sollte den Wanderschuh und das Kletterseil im Wappen tragen, denn vom Wandern bis hin zum Klettern ist die Berglandschaft geradezu geschaffen und zieht nicht zuletzt deswegen Tausende von Urlaubern an.

Auf dem Nebelhorn wurde neben den bekannten Wintersport- und Liftanlagen ein Panorama-Rundweg speziell für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen eingerichtet, was als beispielhaft gilt. Der Gipfel ist von Oberstdorf aus mit einer Seilbahn, der Nebelhornbahn, zu erreichen. Urlaubstipps

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© "Urlaubstipps: Vom Bayerischen Wald bis in das Allgäu" - ein Textbeitrag von . Bildnachweis: Keltenhütte im Keltendorf "Gabreta" (Gemeinde Ringelai), CC0 (Public Domain Lizenz)

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