Alkatar - Ich reaktiviere Euer Bewusstsein

Leseprobe aus dem Science-Fiction von Anja Fahrner

Science-Fiction Alkatar von Anja Fahrner

Das Buch:

Bis zum Jahr 2030 haben die Menschen den Planeten Erde an den Rand einer Katastrophe gebracht, jedoch ist diese Entwicklung jenseits unseres Sonnensystems nicht unbemerkt geblieben. Die Laurasier, entfernte Vorfahren der Menschen, starten eine verborgene Rettungsaktion, um den Fortbestand der menschlichen Spezies zu sichern: Freiwillige sollen auf dem erdähnlichen Planeten Zadeg einen Lebensweg im Einklang mit der Natur erlernen.

Der Verantwortliche der Mission, der laurasische Heerführer und Telepath Alkatar, sieht sich schon bald mit den Abgründen der menschlichen Natur konfrontiert - und als ein intergalaktischer Krieg Zadeg von der Außenwelt abschneidet, setzt sich eine dramatische Entwicklung in Gang.

Die Autorin Anja Fahrner präsentiert mit "Alkatar" ihren ersten großen Science-Fiction. Der mehr als 400-seitige Roman, zugleich eine spannende und tiefgründige Gesellschaftskritik, liegt als Taschenbuch und E-Book vor und erhielt bisher eine Reihe von positiven Kritiken.

Leseprobe aus "Alkatar" - Kapitel "Erwachen":

Tag 235 im Jahre 3 nach Neubeginn

Zäh flossen die Gedanken dahin, waren durchdrungen von Erinnerungsfetzen - Standbilder, Puzzleteilen gleich, die sich auflösten, verwandelten und neu zusammensetzten. Durchtrennte gefiederte Arme, Krallen, die tief ins Fleisch schnitten - ins eigene Fleisch ... stechende Schmerzen ... das Leben, das aus dem Körper entwich, bei jeder Verletzung rascher, noch mehr Schmerz ... der schnabelförmige Mund, der sich in den Oberschenkel grub - die Gelegenheit für den entscheidenden Hieb ... Der unbeugsame Wille, Tamyras zu schützen ...

»Heerführer Alkatar, ich reaktiviere Euer Bewusstsein.« Die flüsternde weibliche Stimme, nicht Teil des eigenen Selbst, schien ihren Ursprung tief in seinem Gehirn zu haben. Die Worte vertraut, vielfach erlebt ... Er bewegte die Hände; zäh, wie in Wasser gebettet. Seine Finger tasteten nach den Stellen des Schmerzes, der durchtrennten Muskeln, Sehnen und Eingeweiden. Nichts - die Haut glatt, ohne erkennbare Veränderungen.

»Heerführer Alkatar bereitet Euch auf die Umstellung von Flüssigkeitsatmung auf normale Atmung vor.« Wieder die Stimme, doch diesmal klar im Implantat lokalisiert. Ich befinde mich in einem Gesundheitstank, durchfuhr es ihn. Wo werde ich erwachen? Auf Zadeg? Auf einem Schiff des Interplanetaren Bundes, das mich zu meiner nächsten Mission transportiert? Er öffnete die Augen.

Trübe Flüssigkeit, durch die Helligkeit schimmerte, sich bewegende Schatten, immer dichter an seinem Gesicht. Schließlich kühle Luft, helfende Hände, die ihn aufrichteten. Er hustete, das Gefühl zu ersticken, Flüssigkeit, die er gewaltsam aus den Lungen pressen musste. Aus den Augenwinkeln sah er Serine und Ruriks vertraute Gestalten, die sich ihm mit besorgten Mienen zu nähern suchten. Also befand er sich auf Zadeg.

»Stehenbleiben«, sagte eine resolute, weibliche Stimme - die Stimme aus seinem Implantat. »Er ist ein Krieger und es ist nicht das erste Mal, dass er auf diese Weise erwacht. Es befindet sich alles in normalen Parametern.«

Nein, es ist nicht das erste Mal. Alkatar holte pfeifend Luft, zwang sich, nicht in Panik zu verfallen. Endlich. Die Luft kam in seinen Lungen an. Wie oft bin ich bereits verletzt worden? Wie oft hat man mich in einem Gesundheitstank in das zentrale Basislager gesandt? Es war das sicherste Transportmittel für verletzte Krieger - aber das mit dem unangenehmsten Erwachen.

Er saß auf der Kante des riesigen Kastens, beugte sich nach vorne und atmete tief durch. Jetzt erkannte er auch, wo er sich befand. In einem Teil des Gemeinschaftshauses, das normalerweise als Speicher diente, nun jedoch in ein provisorisches Krankenzimmer umfunktioniert worden war. An der gegenüberliegenden Wand war ein Lager aufgeschlagen, das von dem Duft einer unbekannten Person durchdrungen war, einer weiblichen Person.

»Gut so.«

Erst jetzt konnte er der Stimme und dem Duft ein Gesicht zuordnen. Schräg vor ihm stand eine Frau jüngeren Alters, die ihre kurzen, blonden Haare streng zurückgekämmt trug. Ihr drahtiger Körper war in die Uniform des Interplanetaren Bundes gehüllt; einem eng anliegenden, braunen Overall mit der silberfarbenen einseitig gekreuzten Ellipse auf der rechten Schulter. Wie alle Laurasier hielt sie ihren Geist fest verschlossen, doch er spürte trotzdem ihre berechnende Kühle. Er räusperte sich die Stimmbänder frei. »Namen und Rang?«, krächzte er.

»Pohawe, Kriegerin der medizinischen Versorgungseinheit und Wächteranwärterin des Interplanetaren Bundes, Heerführer Alkatar.«

»Keine formale Anrede, Pohawe.« Eine Wächteranwärterin also. Das ist bestimmt kein Zufall. »Wie viel Zeit hat meine Genesung beansprucht?«

»Zwanzig Tage.« Pohawe legte ihm ein Fell um die Schultern, das ihr Serine reichte. »Einige der inneren Verletzungen waren kompliziert.« Sie schaltete auf die Kommunikation über das Implantat um. »Euer Sehzentrum weist Schädigungen von Drogenkonsum, wahrscheinlich Kroakkraut, auf. Ihr werdet verstehen müssen, Heerführer, dass ich das dem Initiator der Mission, Henschel Blazzel, melden muss.«

© Bei der Autorin Anja Fahrner und beim Verlag Emmerich Books & Media bedanken wir uns für die Leseprobe und die Abbildung des Buchcovers

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