Der Seebestatter von Brooklyn

Leseprobe aus dem Krimi von Thomas Walter Schmidt

Buchtipp: Der Seebestatter von Brooklyn

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Das Kunstinteresse nebst Gier und Machtbesessenheit ist allgegenwärtig. Genauer betrachtet stehen wertvolle Antiquitäten zur Debatte. Die Täter agieren mit krimineller Energie auf neuem Niveau - die Profiler haben alle Hände voll zu tun. Am Ende zeigt sich, dass nur verdeckt ermittelt werden kann. Aufgezeigt wird dies praxisnah nach Recherchen des Autors.

Was geschieht im Krimi "Der Seebestatter von Brooklyn"?

New York - die Firmeninhaberin von Stone-Antiquitäten wird tot aufgefunden, und zwar im East River. Am Körper der Leiche findet man ein Bekennerschreiben. Laut Inhalt handelt es sich um einen Mord mit islamistischem Hintergrund. Die Täter unternehmen alles, um dies als Tatbestand zu deklarieren und gegenüber der Bevölkerung öffentlich zu machen. Wollen sie vom eigentlichen Motiv ablenken?

Dann geschehen weitere Morde im Charakter einer Hinrichtung. Auch hier tauchen Bekennerschreiben auf. Die Ermittler haben allen Grund, die Inhalte intern zu behandeln, um den Frieden zwischen den New Yorker Muslimen und der einheimischen Bevölkerung zu erhalten. Undercover-Ermittler Amin Antun ist selbst Muslim. Gemeinsam mit Anthony Brown, einem ehemaligen Polizisten, nimmt er sich der Fälle an. Er verwahrt sich dagegen, dass seine Glaubensbrüder belastet werden sollen ...

Leseprobe aus dem ersten Kapitel "Schatten unter Wasser"

Brooklyn, East-River, 26. Juli 2014, 20 Uhr.

Als passionierter Angler und Mitglied des Brooklyner Anglerverbandes hatte es mich schon immer aufs Wasser getrieben, so auch an jenem Abend. Mit von der Partie war mein Freund und Angelbruder Kevin Black. Ich selbst besaß eine Art Wanderkanadier mit Außenbordmotor. Black schlug vor, sich dem Fang der Blaufische zu widmen oder aber den Hechten. Die Luft war angenehm und der Geruch erinnerte mich an den Spätherbst. Ich schloss die Augen und lauschte dem Sound des Straßenverkehrs über uns auf der Brooklyn-Brücke.

"Möchtest du nicht endlich dein Angelutensil auspacken?", fragte Black. "Es scheint, als wolltest du nur träumen. Man sagt, die Blaubarsche würden heute gut beißen. Außerdem spielt meine Alte verrückt, wenn ich ohne Fisch antanze."

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Black war schon sechzig und mit einem Hausdrachen liiert. Vielleicht war dies der Grund, weshalb er den größten Teil der Freizeit im Verband zubrachte.

Vor Jahren mietete er einen Laden für Antiquitäten und Gebrauchtwaren und im gleichen Grundstück eine Wohnung. Beides befand sich in der Atlantic Avenue, eine der belebtesten Geschäftsstraßen New Yorks. Hier tummelten sich Händler aus aller Herren Länder nebst Muslimen. Black war es geglückt, gerade in dieser Gegend einen bezahlbaren Laden an Land zu ziehen. Dies war wohl auch seiner Kontaktfreudigkeit und der guten Beziehung zuzuschreiben.

"Woher will man wissen ob die Blaubarsche heute beißen?", fragte ich. Black schaute mich grinsend an. "Vielleicht fürchten sie sich auch nur vor deinem Vollbart."

Ihm zuliebe machte ich mein Angelzeug klar. Dem Verkehrsgewühl meiner Straße entflohen, wollte ich eigentlich nur meine Seele baumeln lassen. Wozu brauchte ich Fisch, zumal ich allein lebte? Nach reichlich einer Stunde war noch kein Biss zu verzeichnen. Also gaben wir es auf, den Barschen nachzustellen.

"Ich versuche es mit dem Schleppangeln", sagte Black. "Vielleicht ist's mir vergönnt, heute noch einen Hecht aus dem Wasser zu ziehen." Black warf seinen Köder - nichts. Nach dem fünften Versuch tat sich etwas. Black spürte einen Widerstand und die Angelschnur war zum Zerreißen gespannt. "Hilf mir!", so Black. Ich tat es. "Musst einen Riesen am Haken haben", sagte ich. "Ob wir ihn ins Boot kriegen? Versuchen wir's gemeinsam!"

Zunächst galt es, unser Opfer wenigstens festzuhalten. Nach kaum einer Minute war sein Widerstand gebrochen. "Verstehe ich nicht", so Black. "Ist untypisch für einen Hecht."

"Er will Kräfte sammeln - sei vorsichtig!"

Nach kaum einer Minute tauchte unter Wasser ein Schatten auf, der sich als längliches Tuchbündel entpuppte. Es schwebte an die Oberfläche und schillerte in Kelley-Grün. Da rechtsseitig ein Arm herausragte, handelte sich wohl um einen Leichnam. Black erhob sich und starrte entsetzt aufs Wasser. Womöglich hatte man eine Seebestattung vollzogen. "Der Mann lebt noch", schrie Black. "Ach was!", sagte ich. "Es ist eine optische Täuschung durch den Wellengang."

Ich zog den Toten ans Boot und legte das Gesicht frei ...

Autorenporträt:

Thomas Walter Schmidt wurde in Torgau geboren. Nach Lehrzeit und Grundwehrdienst studierte er Bauwesen. Danach war er in verschiedenen Wirtschaftszweigen tätig. In den 1990er Jahren übte er ein Reisegewerbe aus und fuhr durch verschiedene Länder.

Schon in seiner Kindheit gehörten Schriftsteller wie Probst, Twain, Fallada und Defoe zu seinen Lieblingsautoren. Während der Lehrzeit schrieb er Geschichten und Gedichte, unter anderem für die heute nicht mehr erscheinende Zeitschrift "Junge Welt" in Berlin. Das Schreiben für Kabaretts und Jugendsender betrieb er fortlaufend. Seine besondere Vorliebe galt dabei der Comedy.

Ab 2005 veröffentlichte er Satiren und Regionalromane sowie Texte für die Satirezeitschrift "Eulenspiegel" in Berlin. Sonstige Veröffentlichungen (u.a.) "Im Auftrag des Großen Bruders" (2011), "Antiquitätenmarder ... noch lebe ich!" (2012), "Das Gold der Sierra Nevada" (2012), "Vernarrt in eine Diebin" (2013), "Die Toten am Fort Point" (2013) sowie "Das Bildnis des Todes" (2014) - Leseproben aus diesen Büchern finden Sie auf unserem Portal.

Der Seebestatter von Brooklyn (ISBN 978-3939408338) ist im Sommer 2016 im Westflügel Verlag erschienen.

© Krimi Leseprobe "Der Seebestatter von Brooklyn": Dem Autor Thomas Walter Schmidt und dem Westflügel Verlag danken wir für diese Leseprobe und die Abbildung des Buchcovers

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