Das Johanniskraut: Heilkraft gegen Stress und Angst

Johanniskraut: Hypericum perforatum

Wenn man eine Pflanze zu einem Spezialisten küren wollte, in Sachen Wirkkraft, und auch ebenso was die Magie betrifft, so würde wohl das Echte Johanniskraut das Rennen machen, das medizinisch genutzt wird. Es gibt ganze Abhandlungen über diese Heilpflanze, und das mit gutem Grund.

Die hübsche gelbe Pflanze hat eine riesengroße Palette an Wirkungen, die sich im Allgemeinen auf das Wohlbefinden oder die Psyche beziehen. Schon in den alten Zeiten galt das Hypericum perforatum als Wundermittel. Zwar musste auch dieses Heilkraut sich eine gewisse Verteufelung gefallen lassen in manchen Zeiten, aber das furchtbar abergläubische Christentum fand schnell eine Lösung. Pragmatisch war man eben auch, und auf die Heilkraft des Johanniskrauts zu verzichten wäre ein großer Fehler gewesen.

Die Blätter des Echten Johanniskrauts sind mit winzigen Löchern übersät, was den Menschen eher suspekt war. Zudem sondert ein zerriebenes Blütenblatt einen roten Saft ab - obwohl es gelb ist. Das waren Dinge, die den Menschen nicht ganz geheuer vorkamen. Aber schließlich konnte man letztendlich das Ganze als Sinnbild für das Blut Christi sehen, und somit war alles wieder im Lot. Herrgottsblut war einer der volkstümlichen Namen dieser Heilpflanze, ebenso wie Blutkraut.

Schon seit der Antike wurde das Johanniskraut als Heilmittel, zum Beispiel gegen Depressionen, eingesetzt, obwohl man psychische Störungen in jener Zeit mit anderen Namen belegte. Auf die Schnelle zeigt das im Handel erhältliche Johanniskraut kaum Wirkung, führt also bei ambulanter Anwendung kaum zu einem Erfolg. Die beste Wirkung wird durch eine lang anhaltende Kur erzielt. Schwermütige Menschen trugen früher auch einen Zweig dieses Krauts an ihrem Hut, um die schwarzen Gedanken oder Angstgefühle zu bannen.

Tatsächlich ist eine positive Wirkung auf bestimmte Beschwerden nachgewiesen, und Johanniskraut kann man heute als Kapseln oder Tee rezeptfrei kaufen. Die Heilsubstanz hat eine aufhellende und beruhigende Wirkung wie etwa der Baldrian - allerdings ist dieser eher schwach im Gegensatz zum Hypericum perforatum. Sehr hoch dosiert sollte man die reine Substanz nur unter medizinischer Beobachtung einnehmen, da auch Nebenwirkungen auftreten können. Dem Rat eines Arztes oder Apothekers ist daher zu folgen.

Mit Johanniskraut kann man aber noch viel mehr. Ganz leicht selber herzustellen ist ein Öl, mit dem man ein Mittel für viele verschiedene Beschwerden hat. So ist Johanniskrautöl bei Brandverletzungen sehr hilfreich, wie überhaupt bei der Wundbehandlung. Wunde, gerötete und juckende Haut reagiert meist sehr gut auf eine sanfte Einreibung. Es wurden bei Schuppenflechte sogar schon gute Ergebnisse erzielt. Nutzt man Johanniskrautöl, um den Schorf zu entfernen, mindern sich die Beschwerden oft. Auch hier kommt es wohl auf das "Beruhigen" der Haut an, was sofort als Besserung wahrgenommen wird.

Altes Rezept zur Herstellung von Johanniskrautöl

Sammle etwa ein Kilo Blüten und gebe sie in eine braune Glasflasche, zusammen mit einem Liter gutem Öl, das nicht ranzt (kein Sonnenblumenöl). Stelle die Flasche in die Sonne, auf den Balkon oder sonst an einen Ort, wo die Strahlen sehr viel Kraft haben. Drehe die Flasche öfter um. - Nach einigen Wochen verfärbt sich das Öl blutrot, man nennt es auch Rotöl. Filtere nun die Blüten heraus und fülle das Öl um. Der Geruch variiert je nach der Art des Öls und ist meist sehr angenehm. Bewahre es kühl und lichtgeschützt auf, dann hält sich das Öl sehr lange.

Verwende das Johanniskrautöl bei Verbrennungen, Sonnenbrand, Schürfwunden, allgemeinen Irritationen der Haut und auch für die Reinigung bei stark beanspruchter und angegriffener Haut. Johanniskraut

© "Das Johanniskraut: Heilkraft gegen Stress und Angst" - ein Textbeitrag von , 2017. Die Illustration zeigt das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum), Zeichnung von 1885 (Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei)

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