Schwarz wie Schnee - Liebe, Flucht und Tod

Leseprobe aus dem Fantasy-Liebesroman von Rosario Chriss

Graue Wölfe

Sagen-Buch

Tierbuch

Fantasy-Liebesroman von Rosario Chriss

Das Buch:

Schwarz wie Schnee ist eine Mixtur aus "Spannender Liebesroman" und "Historische Fantasy". Es entführt die Leserinnen und Leser nach Altenbeken in das Jahr 1693.

Emilia, stumm und geheimnisvoll, verliebt sich in den syrischen Flüchtling Suhaib. Doch ein böser Fluch zwingt sie, noch ein Jahr lang keine Freude und Liebe zeigen zu dürfen, sonst ist sie des Todes.

Suhaib, Kupferschmied, von den Bürgern eher geduldet als geachtet, von der Zunft an der Ausübung seines Handwerks gehindert, verzehrt sich schnell in seiner Sehnsucht zu Emilia. Im Nu hat sich ganz Aldebekene gegen diese Liebe gestellt. Allen voran Emilias Mutter, die mittels eines Zauberspiegels unsagbare Macht hat und vor Mord nicht zurückschreckt.

Für Emilia und Suhaib beginnt ein langer Kampf um Anerkennung und Liebe.

Leseprobe aus "Schwarz wie Schnee":

Aldebekene, 1693

Talergroße Schneeflocken wehten um Suhaib herum. Mit einer Hand zog er den Kragen seines blauen Wollmantels fest zu. Den Blick leicht gebeugt, die Augen trotzdem zusammengekniffen. Über ihm das wilde Krächzen von Raben. Zu sehen war aber in diesem Teufelswetter nichts.

Er kam vom Tal der Durbeke den Mühlenberg herauf. Idiotisch, gerade bei diesem Wetter zur Morgensprache zu gehen, zweifelte der junge Mann an seiner vor kurzem getroffenen Entscheidung. Bisher hatte er kein Wohlwollen in der Zunft bekommen, warum sollte es heute anders sein. Sie mieden ihn, weil er nicht von hier war. Er war ein Fremder. Kam von sehr weit her. Hatte zu allem Überfluss eine andere Religion. Eine falsche.

Fast hätte er es übersehen. Eine Linie frischer Fußspuren kreuzte seine Route.

Er stellte seinen Fuß daneben. Ihm kam sein Abdruck doppelt so groß vor. Wer konnte bei diesem Wetter nur sein Kind vor die Tür scheuchen?

Kopfschüttelnd hielt er seinen Kurs bei. Erneut schrie ein Rabe. Lauter als je zuvor. Fast, als säße er ihm im Nacken. Hastig riss der syrische Mann seinen Kopf von einer Richtung in die andere. Nirgends war der Todesbote zu sehen. Diese Teufelsbrut sollte ihn in Ruhe lassen. Mitten im Drehen erstarrte er. Den Blick fest auf die Spur gerichtet. Irgendetwas irritierte ihn. Richtig: Die Spur verlief in Schlangenlinien. Deutlich waren im Schnee die vollkommen unregelmäßigen Abdrücke zu erkennen, manchmal weit auseinander, manchmal eng zusammen, dann völlig unerwartet nach außen ausgebrochen - wie die Fährte eines verwundeten Tieres.

Ohne zu überlegen, setzte er den ersten Tritt in das unberührte Weiß. Weit sackten seine schwarzen Stiefel in dem pulverigen Neuschnee ein. Schritt für Schritt näherte er sich der Fährte, folgte ihr durch den schmalen Streifen an Tannen wieder abwärts. Vor ihm taten sich die zugeschneiten Wiesen auf. Eine riesige, konturenlose Fläche. Selbst die Bäume und Buschgruppen hingen so voll Schnee, dass sie in diesem weißen Einerlei fast untergingen.

Da fesselte ein Gegenstand seine Aufmerksamkeit. Kaum größer als ein Findling, lag eine Fläche schwarzen Schnees vor ihm. Unheimlich wirkte es. Er wollte kehrt machen. Und doch zwangen die Fußspuren, zu diesem Rätsel hinzugehen. Noch zwanzig Meter. Jetzt erkannte er mehr. Es war ein schwarzer Wollmantel, besäet mit unzähligen weißen Schneeflocken. Wie Sterne am Nachthimmel. Eine viertel Stunde später, und der Schnee hätte den Körper gefressen.

Mit einem verzweifelten Aufschrei stürmte er den Hang hinab, stürzte über eine Zaunschlinge lang in den Schnee, rappelte sich wie ein Wahnsinniger hoch und hetzte weiter. Kraftvoll riss er den Körper herum, legte seine eiskalten Fingerspitzen an einen tausend Mal kälteren Hals. Der Puls schlug, noch.

Eine Sekunde später hing der Mensch auf seinen starken Armen. Ein Fliegengewicht für einen Kupferschmied. Dieser verfluchte Bengel, wollte er sich umbringen? Dem Bündel fiel die Kapuze vom Kopf. Langes, braunblondes Haar wellte zur Erde. Himmel noch mal, wo war Rettung? Irr drehte Suhaib sich um sich selber, konnte den Strom seiner Tränen nicht mehr stoppen: Diese junge Frau durfte nicht sterben.

Unten im Tal der Durbeke wohnte der Förster. Keine Meile entfernt. Am schnellsten zu erreichen. Aber gerade der Förster, über den in der Stadt so viel unanständiges Zeug getratscht wurde.

Er hatte keine Wahl.

Wie ein angestochener Auerochse rannte er mit seinem Gepäck die Wiesen abwärts. Bei jedem Schritt versank er bis zum Beinansatz im Schnee. Er taumelte, er fiel auf den Hintern, stieß sich wieder hoch. Es war ein Fallen, Laufen und Kullern. Die Anhöhe hinab, zum Talweg hin. Als hätte ein Schiff eine Schneise durch die Wellen geschlagen, war seine breite, verzweifelte Spur dunkel im Hell zu erkennen. In Schlangenlinien, mit verdichteten Flecken. Die Fährte eines angeschossenen Wildes.

Was war dieses Mädchen hübsch. Es mochte kaum achtzehn Lenze zählen. Wenn er in seinem Leben auch nichts mehr hinkriegen sollte - weil alle Welt es ihm verwehrte -, dieses eine Mal musste es gelingen. Das würde ihm sein vergangenes Leid entschädigen.

Von weitem brüllte er nach dem Förster. Vorsichtig öffnete sich die Tür einen Spaltbreit. Hart trat der junge Mann dagegen.

"Ans Feuer, ans Feuer!", schrie die Försterin.

Flink legte der bärtige Förster neue Scheite in den Kamin, riss aus der Küche den Tisch herüber, während seine Frau mit vielen Decken aus der Kammer zurück kam.

Ohne irgendeinen Gedanken an Anstand zu verschwenden, zogen die beiden Waldbewohner das Mädchen aus, hüllten es in trockene Decken, rieben Hand und Wangen.

Der junge Mann ging unaufgefordert in die Kammer der alten Leute, schlug die Bettdecke auf, fand, wonach er gesucht hatte. Auf dem Herd köchelte ein Topf Wasser. Gurgelnd floss es in die kupferne Wärmpfanne. Die Stickerei übergezogen, schob er es der Kranken unter die Decke, an die Füße.

"Das ist die Kleine vom Papiermüller, Johann?" Angst fraß sich in die Seele der alten Frau. Drei Mal bekreuzigte sie sich. Unschlüssig, ob sie nicht die Beelzebuben gleich wieder hinaus in den Schnee jagen sollte, kneteten ihre knorrigen Hände in ihrer vergilbten Kittelschürze. Es knackte, als würden vom Frost durchgefrorene Äste vom Stamm brechen. ...

Wie es in "Schwarz wie Schnee" weitergeht, lesen Sie im Buch von Rosario Chriss, das als E-Book bei allen bekannten Anbietern erhältlich ist.

© Fantasy Leseprobe "Schwarz wie Schnee" - dem Autor Rosario Chriss danken wir für die Bereitstellung der Textes und des Coverbildes

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