Ein Huhn lernt krähen. Und alle Zicken pfeifen

Ein Buch - nicht nur für Zicken - von Monika Linn

Lesetipp: Ein Huhn lernt krähen

Die Autorin Monika Linn über ihr Buch:

"Mädchen, die pfeifen und Hühner die krähen, denen muss man beizeiten den Hals umdrehen."

Kennst du diesen Spruch? Ich kenne ihn gut. Er war Bestandteil meiner Erziehung. Wohlgemerkt, ich habe eine brav bürgerliche Erziehung erhalten. Mit Eltern, die sich Mühe gaben das Beste zu tun.

Und es gab da diese "Zicke" in mir. Jener Teil, der motzig, oft peinlich, frech, laut und einiges, für mich Unangenehmes, mehr war. Och je, es gab Situationen in meinem Leben, da wurde ich noch Jahre später rot, wenn ich daran zurückdachte. Ich habe viele Jahre versucht, sie zu bekämpfen. Auszumerzen mit all ihren unangenehmen Eigenschaften.

Natürlich ging es daneben. Heute weiß ich auch, unangenehme Teile einer Persönlichkeit gehören dazu. Sie kleben dir an der Backe, ob du willst oder nicht. Man kann sie nie verkleinern, man kann höchstens die angenehmen Seiten vergrößern.

An jenem Tag, als ich dieses Buch anfing zu schreiben, war mir dies bewusst geworden. Und ich habe mich mit meiner Zicke versöhnt. Heute schätze ich sie als wichtigen Teil von mir. Darüber wollte ich schreiben. Doch wie beschreibst du eine "Zicke"? Besser gesagt, meine Zicke. Durch das Aufzählen der Peinlichkeiten? Nein danke, peinlich. Zudem war mir zu diesem Zeitpunkt schon bewusst, dass sie mir auch gute Dienste geleistet hat.

So habe ich diese Fantasiefrau geschaffen. Bin hinabgetaucht in eine fremde Welt und habe es genossen. Dieses schwelgen in Worten und fremden Welten, auch gedacht als ein Synonym für genussvolles Erleben der Gefühle, des "verbotenen." Es scheinen zwei Leben, zwei Geschichten in einem Buch zu sein. Genau so könnte man sie lesen.

Beide getrennt voneinander. Zum besseren Verstehen, Erkennen, habe ich beiden Frauen Namen gegeben. Im realen Teil MO, im Fantasieteil heißt die Heldin KA. Richtig, es sind die Anfangs-und Endbuchstaben meines Namens. Man kann sie auch zusammenlesen. Einfach so, wie man möchte. Denn beide gehören natürlich zusammen.

Ich lade dich ein, den Weg aus einem gänzlich anderen Frauenbild in das jetzige mit mir zu gehen. Tauche ein in deine eigene Fantasie, entdecke und genieße dich und dein Leben. Viel Vergnügen dabei.

Hinweis: Die Buch-Ausgabe ist derzeit nicht mehr erhältlich.

Leseprobe aus dem 1. Kapitel von "Ein Huhn lernt krähen":

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Endlich war es geschafft. Seit Tagen hatte sie dieses ungute Gefühl wie immer, wenn sie wieder zum Jobcenter musste. Sie wusste, es war genauso gewünscht von den Machern dieser Gesetze.

Ein rechtskräftig verurteilter Verbrecher und ein kleiner Mann, der sein Selbstwertgefühl durch die Erniedrigung anderer aufwertete. Sie hatten dieses entwürdigende Machwerk geschaffen und viele Menschen waren nun gezwungen, danach zu leben.

Wenige hatten die Möglichkeit in eine andere Welt zu fliehen. So wie sie es konnte. Wenigstens dass, dachte sie, können sie nicht kontrollieren, so wie das Bankkonto.

Während sie es sich zu Hause gemütlich machte, dachte sie an das Gesicht der jungen Frau bei der Arge. Fallmanagerin, ein viel zu kräftiges Wort für dieses kleine, hilflose Gesicht. Es sah so aus, wie sie sich in diesen Momenten fühlte. Plötzlich war sie zornig, wütend darüber, was man ihr aufzwang und sie hoffte, dass die Verursacher ihres Zornes eines Tages zur Verantwortung gezogen würden. Sie hätte es selbst gerne getan, verzichtete aber. Sie war kampfesmüde geworden.

"Meine Enkel werden mich rächen! Ich bin gerade in keiner guten Verfassung." Sie flüsterte so leise, dass die junge Frau Mühe hatte, sie zu verstehen.

"Mir geht es auch manchmal so", kam es ebenso leise zurück. Es war der hilflose Versuch der jungen Frau, diese seltsame Alte zu verstehen und freundlich zu sein.

Komischer Versuch. Sie hat doch noch gar keine Enkel. Seltsam zweigeteilt fühlte sie sich in diesem Moment. Noch versuchte sie mit der verzweifelten Stärke des sich "nicht blamieren Wollens", diese ungewollten Tränen zu unterdrücken. Inzwischen beobachtete eine andere, unsichtbare in ihr sehr genau, wie die junge Frau auf diese Tränen reagierte.

Es war so, als sei dieser beobachtende, schmerzhafte Teil abgespalten von ihr. Ein eigenes ich. Fast so wie eine andere Person. Mit einem eigenen Leben und Maßstäben, die ihr unbekannt waren. Weiblich, zickig, vertraut, fremd, neu gefunden und wunderbar.

Das Sprechen misslang gründlich, aber das weinen konnte sie aufhalten. Dankbar nahm sie das Angebot an, sich Zeit zum Überlegen zu nehmen und in drei Wochen wiederzukommen. Sie würde ihr eine E-Mail schicken. Das war leichter als dieses junge Gesicht anzuschauen, in dem das Mitleid zarte Fäden späterer Falten zu weben begann.

Während ihr Zorn langsam abebbte, spürte sie, wie sie in die andere Welt wechselte. Seit ihr dies geschah, hatte sie noch nicht herausgefunden, wie es geschah. Noch wusste sie, wie sie es beeinflussen konnte. Das Einzige, was sie wusste, häufig passierte es während eines Orgasmus, aber nur, wenn sie alleine war. Das wär's, grinste sie, du bist mit einem Mann zusammen, ihr habt Sex und dann wechselst du in die andere Welt. Sie vermutete, dass ihr Körper während des Anderweltaufenthaltes aussah, als sei er tot, hatte es aber noch nie gesehen.

Sie grinste noch immer, als sie daran dachte. Den Mann würde vermutlich der Schlag treffen.

Ein Herztod, während er Sex hatte. Nun, so manchen hatte sie davon schwärmen hören. Dies sei ein "Wunschtod" für einen Mann. Sie würde ihn erfüllen. Langsam schwand das Bewusstsein ihres jetzigen Seins, sie selbst, ihr Körper, wurden bewusstlos.

© Text zu "Ein Huhn lernt krähen" sowie Abbildung des Buchcovers mit freundlicher Genehmigung der Autorin Monika Linn

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