Vernarrt in eine Diebin

Leseprobe aus dem Roman von Thomas Schmidt

Eine Leseprobe von Thomas Schmidt

Zum Buch

Ein Lächeln sagt mehr als tausend Worte. Das weiß auch Franziska, die Berliner Jöre und Protagonistin. Die meisten Menschen sprechen mit Händen und Füßen, doch für Franziska spielt der Blickkontakt die Rolle. Durch ihre Ausstrahlung gelingt es ihr immer wieder, andere Menschen suggestiv zu beeinflussen. Sie bestimmt, wer zum schwachen Geschlecht gehört. In ihren Augen sind's die Männer. Wenn's aber dem Esel zu wohl ist, geht er aufs Eis tanzen. In vorliegendem Fall ist es eine Eselin mit klebrigen Hufen ...

Torsten Rübesam, nebenamtlicher Redakteur eines kleinen Berliner Blattes, ist von Franziska Schweingruber fasziniert. Er nimmt Kontakt auf und erfährt, dass sie kleptomanische Anwandlungen hat. Franziska verschmäht ihren Familiennamen und entpuppt sich noch dazu als Prototyp frecher Frauen, der die Männer als Werkzeug benutzt. Mit Charme und Geschick agiert sie als Diebin - ausgerechnet im Bekanntenkreis. Trotzdem will Rübesam sie erobern. Eine Freundschaft beginnt, doch sie ist nicht von Dauer. Rübesam hofft dennoch auf eine enge Beziehung und träumt von einer Superschlagzeile - die Delikte Franziskas haben es in sich ...

Der 2013 erschienene Liebesroman Vernarrt in eine Diebin des Autors Thomas Schmidt ist in zwei Versionen erschienen: als Taschenbuch in Normaldruck (ISBN 978-3845910307), sowie auch in Großdruck (ISBN 978-3845910314).

Leseprobe aus Abschnitt sieben: "In der Hitze des Gefechts"

Bei Schweingrubers klingelte das Telefon. Franziska nahm den Hörer ab und meldete sich. "Ach die verehrte Juniorin persönlich - Juwelier Sambale am Apparat! Wollte Ihnen nur mitteilen, dass die Halskette Ihrer Frau Mama repariert ist. Habe übrigens wunderschönen Modeschmuck von Pierre Lang hereinbekommen. Möchten Sie nicht einmal bei mir hereinschauen? Nein - Sie kommen einfach - lassen Sie sich Hitzefrei geben!"

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Am nächsten Tag zehn Uhr morgens betrat Franziska als Erste den Laden Sambales, gelegen auf dem Kurfürstendamm. Sambale schaute über seine Brillengläser in die blauen Augen der jungen Frau und war hin. "Dass ich es nicht vergesse, Verehrte - hier ist das Halskettchen für Ihre Mama. Die Reparatur ist heute gratis - schließlich sind Sie meine liebste Kundin! Und was Ihren schönen Hals anbetrifft - hab für Sie einiges im Angebot."

Franziska interessierte sich weniger für das Sortiment von Pierre Lang, sondern mehr für gute klassische Stücke. Aus diesem Grund probierte sie gleich eine ganze Kollektion Goldschmucks an ihren Fingern. Dabei glotzte sich Sambale unverhohlen auf Franziskas Busen fest. Während dieser Zeit verschwanden zwei Ringe, bestehend aus 750er Gelbgold mit je einem Brillanten von 0,3 Karat in den Taschen der nach hinten gedrehten Trachtenschürze. "Wunderschöne Hände haben Sie!", schmeichelte Sambale. Er nahm pro forma eine Ringlehre, ergriff mit seiner linken Hand den rechten Ringfinger Franziskas und probierte die Größe 54, obwohl es die 55 hätte sein müssen. Sambale versuchte nämlich, seiner Kundin beizubringen, wie man einen Ring der zu straff sitzt, abstreift. Dabei massierte er zärtlich den Ringfinger und stierte dabei in den Ausschnitt der Bluse. In diesem Moment bekamen die gestohlenen Ringe in Franziskas Schürzentasche Besuch von einem goldenen Armreifen.

Inzwischen hatte sich der Laden fast zur Hälfte mit Kundschaft gefüllt, weil für heute ein besonders günstiges Angebot avisiert war, eben das des Pierre Lang. Sambales Verkäuferin war jetzt zur Stelle, um ihren außer Rand und Band geratenen Chef auf die plötzlich einsetzende Kundeninvasion aufmerksam zu machen. Dieser bekam einen Schreck. Er erwachte aus seinem Traum, mit seiner Lieblingskundin allein und schiffbrüchig auf einer einsamen Insel festzusitzen. Schnell ramschte er den durcheinandergewirbelten Schmuck zusammen, weil Frau Schweingruber keinerlei Anstalten machte, irgendeines dieser Stücke zu erwerben. Außerdem hatte Sambale die Übersicht über die Anzahl der zur Disposition stehenden Artikel verloren. Einige der Kunden grapschten sogar danach, um sie zu beäugen.

"Auf Wiederschauen!", rief Frau Schweingruber und drehte ihre Schürze blitzschnell von hinten nach vorn. "Hab mir inzwischen schon einiges ausgesucht - ich komm dann später noch mal zu Ihnen, wenn Sie weniger Betrieb haben."

Franziska stolzierte triumphierend aus dem Laden, als sei nichts gewesen. Hatte sie doch den Halsabschneider Sambale, der hin und wieder unechten Schmuck unwissenden Kunden verkaufte, kräftig übers Ohr balbiert.

Der nächste Tatort war das Antiquitätengeschäft Iwan Iwanows in Berlin-Wilmersdorf. Über dem Eingang prangte ein Schild mit der Aufschrift: "Alte Gegenstände der Kunst" Daneben hingen Kopien altrussischer Ikonen. Franziska betrat das Geschäft: "Tachchen! Darf ich mich mal umsehen?" Iwanow hinter dem Tresen: "Gucken Sie!"

Franziska war es gar nicht recht, auf dem Präsentierteller zu sitzen ...

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© "Vernarrt in eine Diebin" - Leseprobe sowie Abbildung des Buchcovers mit freundlicher Genehmigung des Autors Thomas Schmidt. Über ihn erfahren Sie mehr in den Buchtipps und Leseproben seiner Werke Das Gold der Sierra Nevada, Im Auftrag des Großen Bruders sowie Als wir den II. Weltkrieg ausgruben

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