Herdenzwang und Wollen

Lyrik von Friedrich Treber

Gesichter und Religion

Die Aktualität dieses von Friedrich Treber 2015 verfassten Liedtextes erschließt sich nicht auf den ersten Blick. Vielleicht nicht so klar, da alle Religionen gemeint sind. Erzählt wird ein Stück Apostelgeschichte, um zu zeigen, was schon sehr schnell aus der Lehre von der Nächstenliebe wurde.

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Jeder Prophet war geboren und starb.
Was tief im Innern ihm war aufgegangen,
langes Gedenken bis heut ihm erwarb.
Schwächliche Wörter kaum trugen, zu stellen
Innerst Erahntes in menschliche Sicht.
Dämmrung und Dunkel hält manches gefangen.
Licht schimmert durch, rechten Weg zu erhellen.
Einzelnen Schritten wird Weisung da nicht.

Nachfolger hoben Propheten sehr weit -
damit sich selbst - über menschliche Mitte.
Meisters Wort wurde im Laufe der Zeit
Stecken und Stab, um die Gläubgen zu treiben


Schulter an Schulter nach dämmrigem Ziel.
Raum blieb da wenig für eigene Schritte,
auch nicht zum Nachdenken stehen zu bleiben.
Herden im Gleichtrott zertreten gar viel.

"Du sollst, auf dass ...", lehrte Mose einst schon.
Wegziel angehen blieb eignes Entscheiden.
Recht tun belaste, doch trage auch Lohn.
Herdenzwang sichert nur äußeres Handeln.

Handeln aus Wollen gibt Leben Gestalt.
Wer wünscht die Welt nicht mit weniger Leiden?
Wer lehrt, auf bestem Weg dahin zu wandeln,
braucht keine Zwänge, schon gar nicht Gewalt!

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Der Autor Friedrich Treber gönnt uns kurze Zeit später einen Blick in seine Werkstatt und präsentiert eine überarbeitete Version seines Liedtextes:

Jeder Prophet war geboren und starb.
Was tief im Innern ihm war aufgegangen,
langes Gedenken bis heut ihm erwarb.
Schwächliche Wörter kaum trugen, zu stellen
eignes Geschautes in menschliche Sicht.
Schwer deutbar manch Wort von Dämmrung umfangen.
Teile des Weges kann Klarheit erhellen.
Einzelnen Schritten wird Weisung da nicht.

Nachfolger hoben Propheten sehr weit -
damit sich selbst - über menschliche Mitte.
Meisters Wort wurde im Laufe der Zeit
Stecken und Stab, um die Gläubgen zu treiben
Schulter an Schulter nach erdfernem Ziel.
Raum blieb da wenig für eigene Schritte,
auch nicht zum Nachdenken stehen zu bleiben.
Herden im Gleichtrott zertreten gar viel.

"Du sollst, auf dass ...", lehrte Mose einst schon.
Sollen statt Muss ließ Raum eignem Entscheiden.
Soll - Weg versprach bessres Leben als Lohn.
Herdenzwang sichert nur äußeres Handeln.
Handeln aus Wollen gibt Leben Gestalt.
Menschheit ersehnt Welt mit weniger Leiden.
Wer bestem Weg lehrt, die Welt zu verwandeln,
braucht keine Zwänge, schon gar nicht Gewalt!

© Lyrik "Herdenzwang und Wollen" - Texte mit freundlicher Genehmigung von Friedrich Treber, 2015. Der Künstler und Schauspieler Friedrich Treber, Jahrgang 1943, ist Lehrer im Ruhestand und lebt im pfälzischen Pirmasens. Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

Beachten Sie bitte die Literatur-Auswahl von Friedrich Treber sowie die Vorstellung seiner 2014 erschienenen CD Neben der Spur

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