Kinder und Autismus - Der lange Weg mit Eltern und Therapeuten

Rezension zum Buch der Autorin Silke Bauerfeind

Kinder und Autismus. Ein Lernbuch für Eltern und Therapeuten

"Ein Kind mit Autismus zu begleiten, ist auch eine Reise zu sich selbst" - ein langer Titel für ein wichtiges Buch. Denn die Autorin Silke Bauerfeind hat eine spannende und zum Teil auch sehr schmerzvolle Reise beschrieben. Es geht um den langen Weg, den die Liebe macht, wenn sie zum Begleiter eines Kindes mit Autismus wird.

Autismus ist etwas, von dem man eines mit Sicherheit weiß: es ist für jeden anders. Für jedes Elternteil, für jeden Erzieher, für jedes betroffene Kind.

Von der ersten Diagnose zum Begreifen, was Autismus wirklich bedeuten kann, bis zu einer erfüllten Beziehung zum Kind ist es ein Hindernisrennen mit extra schwierigem Parcours. Es geht auch um durchaus praktische Dinge: Wo finden wir eine passende Schule? Wird unser Kind angenommen? Schaffen wir das auch?

Silke Bauerfeind beschreibt diese Entwicklungsgeschichte - die ist es nämlich auch - so sehr einfühlsam und berührend, wie es nur ein Betroffener kann.

Betroffene sind alle, die im Kosmos eines autistischen Kindes leben - ihre Sicht der Dinge verändert sich zwangsläufig. Und gewiss nicht zum Schlechteren, wie in dem vorliegenden Buch so beeindruckend erlebt wird.

Die Autorin hat ein richtig großes Lesebuch daraus gemacht - aus dem Tagebuch ihrer langen Reise als Begleiter und Liebender ihres Kindes und ihrer Familie. Sie lässt Therapeuten zu Wort kommen ebenso wie ihre Tochter. Geschwister eines autistischen Kindes zu sein, dies ist nicht immer einfach. Für niemanden. So erzählt auch das Mädchen von ihren Kümmernissen, aber auch von ihrer Liebe zu dem Bruder.

Angefangen hat alles mit einem Blog - und auch hier kommen Menschen zu Wort, die so dringend Zuspruch und Austausch mit anderen Begleitern brauchen. Das ganze Spektrum der Akzeptanz und Nichtakzeptanz wird aufgefächert. Der Leser hat jede Gelegenheit zum "Fremdschämen", was die Haltung mancher Menschen zum Thema angeht.

Aber Schmunzeln kommt mit Sicherheit keineswegs zu kurz. Und Tränen ebenso wenig. Am besten aber kommt das Lernen weg.

Silke Bauerfeind hat ihren Kampf gewonnen - soweit das auf die eine oder andere Weise möglich ist - und sie teilt ihre Erfahrungen. Natürlich gehört auch ein kleines Behörden-ABC dazu, sowie ein kleiner Ausflug in die Gesetzeslage zur anfallenden Problematik.

Das Buch bietet große Hilfen für Menschen, die ein autistisches Kind begleiten. Darüber hinaus ist es auch ein Herzensbuch, angereichert mit Poesie. Wenn man es gelesen hat, weiß man ganz genau, warum der Sohn von Silke Bauerfeind diese Gedichte inspiriert hat. Und das ist das schönste, das man über ein Buch sagen kann: Es hat das Verständnis sehr vergrößert und den Leser reicher gemacht an Wissen und an Gefühl für das Besondere.

Das Buch mit dem langen Titel ist eines, das man allen Begleitern - ob Eltern, Ärzten oder Therapeuten - ganz zu Anfang in die Hand drücken möchte. Es würde einige Umwege ersparen. Und wahrscheinlich auch einige Enttäuschungen.

Das 360 Seiten starke Buch "Ein Kind mit Autismus zu begleiten, ist auch eine Reise zu sich selbst" kann über jede Buchhandlung bezogen werden (ISBN 978-3741224584). Informationen zu Silke Bauerfeind, ihrem Buch und Terminen zu Lesungen sind auf dem Blog der Autorin abrufbar.

© "Kinder und Autismus - Der lange Weg mit Eltern und Therapeuten" - eine Rezension von ; Abbildung des Buchcovers: Autorin Silke Bauerfeind

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