Das Recht, ein Rocker zu sein, das hat er allemal

Rezension zu "Mein Recht zu Rocken" - Eine Autobiografie von R.T. Fazio

Rezension: Mein Recht zu Rocken

Stell Dir vor, Du suchst eine Heimat für Dich. Einen Ort, der für Dich gemacht ist und an dem Du vor allem sicher bist. Und dann öffnet sich eine Türe und Du weißt, dass Du angekommen bist. So ungefähr muss sich der junge Rosario fühlen, als er die Metal Music entdeckt.

Für einen italienischen Jungen, der in den siebziger Jahren in der Schweiz aufwächst, ist das Leben nicht sehr einfach. Von den Einheimischen mit Schimpfnamen bedacht und ausgegrenzt, von der Familie manchmal überfordert, bleibt nicht viel, wohin man sich flüchten könnte.

Ein Kind, das in zwei verschiedenen Welten leben muss

Die Siebziger hatten noch nicht völlig die Flower-Power-Gewänder abgelegt, als eine neue Musikrichtung langsam aber sicher auf die Bühne drängte: der Metal. Gruppen wie AC/DC oder Iron Maiden und viele andere waren die Fortsetzung des harten Rock und fanden anfangs nicht sehr viele Anhänger. Zu einer Zeit, als die Rebellen der ersten Stunde längst ihre Kanten abgeschliffen hatten, drängten härtere Riffs, lautere Beats und schwärzere Moods in die Ohren der Fans.

Rosario mag die Beatles, er hat ein Ohr für diese Art von Musik. Umgeben ist er aber, wie so viele andere Kids seiner Zeit, von heimatidyllischen Klängen oder einer soften Schlager-Rock-Mischung. Nichts davon berührt ihn wirklich. Bis ... ja, bis zu jenem denkwürdigen Tag. Und der neugeborene Fan wird zu einem Besessenen.

Kinder wie Rosario, die in zwei verschiedenen Welten leben müssen, tun sich oft sehr schwer mit der Zugehörigkeit. Der ausgelebte Machismo der italienischen Familientradition entspricht ihm nicht wirklich, aber ebenso wenig fühlt er sich in einer Gesellschaft integriert, die "Ausländer" als minderwertig betrachtet. Neben der Musik ist es noch der Fußball, der den Jungen begeistert. Doch seine große Liebe wird lange Zeit eine eiserne Jungfrau bleiben: Iron Maiden, die legendäre britische Metal Group.

Ein authentischer und beklemmender Reisebericht

Der gute Schüler verliert sich in seiner Parallelwelt, driftet ab, verändert sein Verhalten. Gleicht sein Leben den harten und düsteren Texten des Metal an. Ist drauf und dran, seine Ausbildung in den Sand zu setzen, weil er ständig bekifft seine metallischen Träume lebt. Als er erwacht, verleugnet er seine Geliebte für lange Zeit. Denn Rosario drückt eine Klinke nieder, die zu einer Türe gehört, die er auf dem langen Korridor seines Lebens nie vermutet hätte: er befasst sich mit der Religion. Das verändert alles. Und bringt ihn auch wieder zurück zu seinen Anfängen. Nur, dass er sich jetzt dem stellen kann, was ihn zu seinen Exzessen getrieben hat. Er muss die eiserne Jungfrau nicht aufgeben, er muss nur einen Modus für die Beziehung finden. Das Recht, ein Rocker zu sein, das hat er allemal.

Es gibt keine teuflische, vom Bösen inspirierte Musik. Ob das nun Heavy Metal oder Schlagermusik ist. Zuerst kommt es darauf an, ob etwas in Dir antwortet. Und dann kommt es noch darauf an, wie es antwortet. Es liegt in Dir.

Rosario hat eine lange Reise hinter sich, und sein Reisebericht ist authentisch und beklemmend, spannend und voller Leben. Zuweilen lakonisch, aber niemals oberflächlich. Ein Leben mit Sackgassen, erstaunlichen Wendungen und vollgepackt mit Erfahrungen.

Hat die Geschichte ein Happy End? Wir sind sicher, das hat sie.

Wir geben eine klare Empfehlung für das besonders lesenswerte "Mein Recht zu rocken: Eine Geschichte über Träume, Kulturkonflikte und laute Musik". Die Autobiografie von R.T. Fazio ist im Frühjahr 2017 via Books on Demand erschienen und als Taschenbuch (292 Seiten) sowie als E-Book erhältlich.

© "Das Recht, ein Rocker zu sein, das hat er allemal" - eine Rezension von , 2018. Dem Autor R.T. Fazio danken wir herzlich für das Coverbild und das Rezensionsexemplar

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