Woher der Name der Stadt München stammt |
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Dort befand sich bei Schäftlarn im Isartal eine Benediktinerabtei, in der die Mönche in der Abgeschiedenheit der kaum bewohnten Gegend ihren Dienst für Gott und ihren Glauben verrichteten, kaum behelligt von den Dingen, die sich in der Welt abspielten. Doch Berichte über das schreckliche Hausen der Reiterkrieger aus dem Osten drangen letztendlich auch zu den Zellen der Mönche. Die kleinen zähen Reiter, die in ihrer Fremdartigkeit und ihrem Aussehen nach jedem Christenmenschen wie Abbilder des leibhaftigen Teufels vorkommen mussten, waren zu einer großen Bedrohung geworden. Allenthalben hörte man fürchterliche Geschichten von der Grausamkeit der Eindringlinge, die überdies Heiden und somit dem Teufel verfallen waren. Einige der friedliebenden Benediktiner fühlten sich nicht mehr sicher in ihrem einsamen Kloster, und manche sprachen davon, dass es besser wäre zu fliehen. Andere glaubten, dass die unwegsame Gegend und die Abgeschiedenheit der wirksamste Schutz gegen einen Überfall der Hunnen sei und man besser ausharren solle. Was anfangs nur Gedanken waren, wurden zu Äußerungen und somit zu einer Debatte. Unmut machte sich breit, und in der Abtei brach wegen der verschiedenen Meinungen offener Unfriede aus. Der Abt hörte sich die Darlegungen aller Parteien an, wägte ab und schwieg zuerst. Dann nannte er einen Zeitpunkt, an dem er seine Entscheidung bekannt geben wollte, denn er fürchtete, dass manch einer der Brüder in seiner blinden Angst sein Heil in der alleinigen Flucht suchen und so in sein Verderben gehen könnte. Die Mönche waren etwas beruhigt und warteten die Befehle des Abtes ab, wenngleich die eine Fraktion die andere zu überzeugen suchte.
Der sonst so friedliche Tagesablauf und die klösterliche Ruhe waren lange dahin, und so zögerte der Abt nicht länger und berief die Brüder ein, um seine Entscheidung kundzutun. Vor den versammelten Brüdern, die in gespannter und ängstlicher Erwartung auf seine Worte warteten, sprach der Abt zuerst ein Gebet, dem sich alle mit geneigtem Haupte anschlossen. Dann aber sprach er zu den Mönchen, indem er ihnen darlegte, dass ihm eine Entscheidung nicht auferlegt werden könne. Ob nun ein Verbleib oder eine Flucht das Leben retten könne, oder beides - ob beides zum Unglück führe, das könne er nicht ruhigen Gewissens entscheiden. Er als Abt werde im Kloster ausharren, und er stelle jedem frei, das ebenfalls zu tun. Aber wer sich den Mönchen anschließen wolle, um sich in der Wildnis des waldreichen Landes zu verstecken, bis die Bedrohung vorüber wäre, sollte dies mit seinem Segen tun. Es liege in Gottes Hand, sie alle wieder zu vereinen, wenn es an der Zeit wäre. Und so kam es, dass einige Tage darauf gut die Hälfte der jüngeren und kräftigen Mönche mit Proviant und Werkzeug versehen in die Wildnis zog, um dort zu leben und zu beten, bis die Umstände eine Rückkehr in das Kloster erlaubten. Guten Mutes nahmen sie Abschied vom Abt sowie denjenigen, die es vorzogen zu bleiben. Sei es, weil sie sich zu alt fühlten für die Strapazen, weil sie auf die versteckte Lage bauten oder weil sie den Abt nicht verlassen wollten und ihr Leben in die Hand des Höchsten gelegt hatten. Die Flüchtigen zogen eine kleine Strecke an der Isar entlang und begaben sich in die Wildnis der Wälder - dort, wo niemand lebte außer den Tieren. Dort bauten sie Hütten und nahmen den Überlebenskampf auf. Die an Einfachheit und Strenge gewöhnten Männer lebten nicht anders als im Konvent, ihr Tag bestand aus Beten und harter Arbeit. Vom Kloster kam keine Nachricht, man hatte dies so beschlossen, um der Sicherheit willen. Aber keine Stunde verging, in der die Brüder nicht für die Sicherheit der Zurückgebliebenen beteten. Währenddessen tobten die Kämpfe erbittert weiter, bis immer öfter die Siegesfahnen gehisst werden konnten und es den Truppen des Kaisers endlich gelang, die Hunnen zu vertreiben. Nach einiger Zeit drang diese Kunde sogar zu den Mönchen im Wald, die sich in freudiger Erwartung aufmachten, um sich mit ihren Brüdern im Kloster bei Schäftlarn zu vereinen. Aber als diese die Abtei erreichten, da wurde ihnen das Herz schwer von unsäglicher Trauer - denn verkohlte Trümmer waren alles, was sie fanden. Der Abt und die Mönche waren ermordet und das Kloster zerstört. Da dankten sie Gott für ihre Errettung und machten sich schweren Herzens an den Wiederaufbau. Sie brachten die Abtei zu neuem Leben und bestellten die Felder, wenngleich sie ihre Niederlassung im Wald nicht aufgaben, und diese ebenfalls weiterführten. Und diese Zufluchtsstätte in der Wildnis, die wurde von den Menschen in der Umgebung "bei den Mönchen" genannt. Daraus wurde im Laufe der Zeit München, denn der Ort wuchs und gedieh und zog weitere Menschen an, die rodeten und das Land bewohnbar machten. Das erzählt die Legende über die Entstehung und die Namensgebung Münchens. Frei nacherzählt von Ilona Elisabeth Schwartz, © Pressenet Lesen Sie auch Die Erdmantjes
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