Arne Vierlinger und die Macht des Zeichenstrichs

Kunstrezension

Arne Vierlinger - Es war einmal

Geboren 1947 in München, erkannte Arne Vierlinger schon als junger Schüler seine Leidenschaft zum Zeichnen und träumte davon, einmal ein Künstler zu werden. "Ich wollte schon von klein auf Kunst machen, aber mein Vater hatte es verboten", so Vierlinger. Mit 18 verließ er sein Elternhaus und durchreiste die Kontinente, um als Spengler, Bühnenmaler oder auch als Lampenaufhänger zu arbeiten.

Die Kunst war immer ein Teil von ihm. So beschreibt Vierlinger seinen Lebensweg. Er sammelte künstlerische Erfahrung in München, Bonn und Frankfurt, wo er durch gelegentliche Gefälligkeitsporträts zur ernsthaften Dauerbeschäftigung mit der Kunst wechseln konnte. Vierlingers erste Ausstellungen konnte man bereits in den 90er Jahren im Raum Frankfurt am Main bewundern.

Für Bleistiftzeichnungen hat Vierlinger seine eigene Technik entwickelt. Anstoß war unter anderem die Begegnung mit den kritischen Collagen John Heartfields - mit ein Grund für die heutigen Bilder ist die langjährige Arbeit im esoterischen Bereich und das Interesse an der indianischen Kultur.

Nachdem man Vierlingers Webseite öffnet, beginnt sich das Medizinrad symbolisch zu drehen: Vierlingers Kraftbilder vermitteln die Mythen der Indianer. Die Symbole der Geburtstotems sind zu eindrucksvollen Bildern collagiert, die in die Welt der spirituellen Clans führen. Das Wesentliche des betreffenden Zeichens ist sichtbar gemacht.

Überhaupt entführt der Künstler in besondere Welten. Seine digitalen Räume - man kann es nicht einfach "Bild" nennen - erzählen Geschichten mit offenem Ende oder zeigen einen eigenen Kosmos. Arbeiten wie "Einsamer Wolf", "Es war einmal" oder "Indian" sind in gewissem Sinn tatsächlich begehbar. Man kann sich in der Betrachtung verlieren.

Seit 15 Jahren lebt Vierlinger mit Frau Marliese und Hündin Braune im ländlichen Sasbach, einer badischen Weinbaugemeinde. Die traumhaft schöne Gegend nutzt Vierlinger als Ideenquell und betreibt dort ein kleines Atelier. In seiner kleinen Galerie bietet er für Interessierte seine Werke dar, von Postkartengröße bis hin zu großformatigen Bildern.

Malte er vor Jahren noch in Öl und Aquarell, so beschäftigt er sich immer mehr mit am Computer erstellten Collagen, die an Werke von Salvador Dali oder Hieronymus Bosch nicht nur erinnern, sondern diese an Geistesblitz oft übertreffen. Übereinanderliegende Schichten zeigen beeindruckende Kompositionen aus der Pflanzen- und Tierwelt, ineinanderfließend mit Gebäuden und Personen.

Anders als Heartfield seinerzeit klebt Vierlinger keine Fototeile zusammen, sondern führt eigenes und gefundenes Fotomaterial mit seiner eigenen bildnerischen Handschrift zeichnerisch zusammen. Dazu bedient er sich teilweise des legitimen Mittels eines modernen Overheadprojektors. Voraus gehen jedoch kompositorische Studien und Überlegungen, wie durch Setzen der Kontraste und Tonwerte eine neue bildnerische Aussage geschaffen wird. Der lockere Strich mit dem weichem Bleistift und die verstärkende Wirkung von Graphit sind dabei die einzigen Mittel, mit denen ausdrucksvolle, zum Teil fast fotorealistische Bilder entstehen.

Seine Auftragsarbeiten werden auf hochqualitativem Papier oder auch auf Leinwand gedruckt oder gezeichnet. Dabei haben die Bleistiftzeichnungen für Vierlinger mit ihren schwarz-weißen Kontrasten die größte Aussagekraft. Und so nennt er seine Werke auch Kraft- und Energiebilder. Der Mensch ist ein Augentier, auf der Suche nach neuen Abenteuern für den Kopf - und Vierlinger beherrscht die Macht des Zeichenstrichs wie kein anderer.

Kunst war immer in Bewegung, in Entwicklung. Man könnte denken, Arne Vierlinger hat die Fäden aufgenommen die René Magritte oder Dali zurückgelassen haben. Arne Vierlinger hat weitere Ausstellungen geplant. Wir sind gespannt auf seine neuen Werke. Arne Vierlinger

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© "Arne Vierlinger und die Macht des Zeichenstrichs" - eine Kunstrezension von Winfried Brumma (Pressenet), 2010, mit Zitaten von Arne Vierlinger; Abbildung mit freundlicher Genehmigung von Arne Vierlinger

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