Gemälde von Sebastian Burckhardt

Kunstrezension: Sebastian Burckhardt

Selten geschieht es, dass bei einem einzigen Künstler gleichzeitig mehrere Stile entstehen und dass diese zu einer totalen szenischen Harmonie führen. So könnte man die Malkunst des Schweizers Sebastian Burckhardt bezeichnen. Dieses Endresultat ist in der Tat bewunderns-wert. Man nimmt einen tiefgehenden Elan wahr, eine konstante malerische Veränderung oder vielleicht auch eine stark verwurzelte Unzufriedenheit des Künstlers, wobei man jedoch, aus Sicht des externen Genießers, eigentlich nur Gefallen daran finden kann.

Darüber hinaus muss man auch hinzufügen, dass man in seinen Werken das Bedürfnis zur Erzählung und Darstellung der Szenerie förmlich riecht: von Anfang bis zum Ende durch formale Anwendungen mehrerer Gemälde, welche näher gerückt, eine Art Diptychon oder Triptychon erzeugend, fast schon das Gemälde "Il tributo della gabella" von Masaccio (1401-1429) in Erinnerung rufen.

Dann gibt es auch Gemälde wie "USA Parking", wo die malerische Aktion von Sebastian Burckhardt zum Realismus hinüberschweift, sicherlich nicht obsessiv, jedoch hartnäckig in einer zeitgenössischen Dimension eingetragen.

Werke wie "Solden/Sodena Italy Alto Adige" oder "Worlds End" scheinen eine echte Überwindung des Künstlers zu zeigen. Wie ein persönlicher Drehpunkt, zumal intimer und gesammelter, mit welchem er durchaus in der Lage sein wird, künftige Ergebnisse einleiten zu können, die sicherlich sehr interessant sein werden.

Sebastian Burckhardt arbeitet in Öl auf Leinwand, Mischtechnik, Aquarell, Tempera und mit natürlichen Pigmenten. Burckhardt - über ein großes Repertoire an ausgefeilten Techniken verfügend, die ihm bei der Umsetzung von Themen helfen, die vor allem von seinen Reisen und zum Teil mehrjährigen Auslandsaufenthalten erzählen - komponiert Bilder wie ein Komponist seine Musik.

Vibrierende Flächen, transparente Räume und das innere Licht, das seine Landschaften beherrscht, öffnen uns Ausblicke auf Wirklichkeiten, von denen wir wissen, sie schon gesehen zu haben, glauben, sie in uns zu tragen und trotzdem sehen wir sie in seinen Bildern nochmals neu.

Burckhardt verbindet klassische Meisterhaftigkeit mit der totalen Freiheit postmoderner Malerei. Er ist bewandert und bereist und hat sich dennoch nie von Effekthascherei oder illustrativ-plakativen Modetendenzen verleiten lassen. Er ist seiner einzigartigen Beherrschung der Farben und den Rhythmen seiner Linien treu geblieben.

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Sebastian Burckhardt wurde 1950 in Bern geboren. Nach seinem Studium an der Akademie der bildenden Künste in München lebte er von 1980 bis 1986 in Venezuela. Von 1986 bis 1994 lebte er in der Schweiz, sowie 1994/1995 in Israel (Hod Hashoron). Seit 1995 lebt er wieder in der Schweiz im Raum Zürich.

Besuchen Sie die Galerie des Künstlers auf artoffer

Lesen Sie auch unsere Rezension zu Sebastian Burckhardts Buch: "Migration - Wege in die Freiheit", das 2013 erschienen ist

© Foto: Sebastian Burckhardt. Kunstrezension: Dr. phil. Valeria Lombardi (Universität Mailand), Eros Bellinelli

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