Die Farben der Saison

Die Demokratie - eine Dame in den besten Jahren

Demokratie und Wahlen

2009. Was wird sie im Herbst tragen, die etwas verwirrte Dame in den besten Jahren - die Demokratie? Es ist Zeit sich neu einzukleiden, und es geht um die Wahl der angesagten Farben.

Das Angebot der Modeschöpfer ist nicht sehr breit gefächert, im Prinzip unterscheidet es sich nicht von der Kollektion der letzten Jahre. Ein oder zwei neue Gesichter bei den Couturiers, ein neuer Herausforderer in Sachen Schnitt - sonst wie gehabt.

Die Farben werden sich wie immer in eher kleinem Spektrum bewegen, die Rocklängen weichen kaum ab. Bedeckt halten ist seit langen Jahren der Top-Renner und wird es wohl auch bleiben. Wie sonst auch, wird bei den schwarzen Modellen auf klassischen Schnitt ohne aufregende Einzelheiten und wenige Accessoires gesetzt. Verstärktes Taillenteil, um die Silhouette schmal erscheinen zu lassen, hoher Kragen und wattierte Schultern. Die Taschen sind zuknöpfbar und werden nach innen hinein tief, ohne nach außen aufzutragen. Die Modelle sind allesamt gut unterfüttert und streng konservativ in der Linie.

Wer schwarz trägt, symbolisiert Vertrauenswürdigkeit und Seriosität. Aufsehen werden zweifellos die Zweiteiler in schwarz und gelb erregen, ein Gemeinschaftsentwurf verschiedener Schöpfer. Gut kombinierbare Farben eigentlich, die aber nichtsdestotrotz als fertige Kombination an Wespen erinnern und beim Gang auf dem Catwalk ein erstauntes Summen hervorrufen. Um der extravaganten Kombination den Stachel zu nehmen, gehört zu den Chasubles ein breitrandiger Hut.

Die Ensembles in Grün sind in der Farbintensität blasser geworden und haben den lässigen Stil, für den sie bekannt waren, etwas verloren. Die Designer setzen auf eher matte Töne und angepasstere Schnitte. Hier wirkt die Schulterlinie auch etwas breiter, wenngleich die Stoffe fließender fallen als bei den Kreationen in Schwarz.

Das zum Teil changierende Material erscheint im Licht zuweilen grau, frisches Frühlingsgrün fehlt ganz. Die Applikationen lassen die Verspieltheit der früheren Jahre vermissen und sind insgesamt sparsamer eingesetzt. Die durchaus immer noch anziehenden Modelle haben ihren Anspruch auf die Avantgarde zum großen Teil verloren und erregen auf dem Catwalk kaum Aufsehen. Dafür sind sie im täglichen Leben tragbar.

Rot ist auffallend und immer eher ein Wagnis. Die neuen, hinreißend flammenden Kombinationen ziehen die Aufmerksamkeit auf sich und punkten mit neuer Linie. Der Saum ist kürzer und gewährt mehr Einblick, bietet einen aufregenden Kontrast zu den neckischen pludrigen Jacken. Leicht uniformhafte aber frische Entwürfe könnten ein Highlight auf dem Steg werden und frischen Wind in die Szene bringen. Ob die sehr gefällige, traumhaft anmutende Kollektion straßentauglich ist, müsste sich erst herausstellen. Zudem gab es bei den flammenden Farben in der Vergangenheit Probleme mit der Lichtechtheit.

Die Außenseiter-Couturiers bringen, wie jedes Jahr, das langweilige Braun auf die Bühne. Eine Farbe, die nicht leicht schmutzt, bzw. auf der Flecken nicht auffallen sollen.

Wie in den Jahren zuvor gibt es hier keine wirklich neuen Entwürfe. Die eine oder andere Creation setzt auf aufgesetzte Borten und verspieltere Paspeln, kann aber damit den eher überholten Stil nicht wirklich aufpeppen und wird nicht in die engere Wahl der Lady fallen. Sie weiß, was ihr steht und wird sich nicht so auf internationalem Parkett sehen lassen.

Bis jetzt darf man noch gespannt sein, wofür sie sich entscheiden wird, unsere "Grand Dame". Trauen wir ihr einfach den sicheren Instinkt zu, den sie haben muss, wenn sie sich zu ihren Farben für die kommende Saison bekennt. Ein möglicher Missgriff würde einigen Schaden anrichten, was ihr Image betrifft.

Aber trotz modischer Spielereien ist nicht die Kleidung, sondern der Inhalt wichtig. Wenn sie sich treu bleibt, die Dame mit dem Namen Demokratie, wird sie letztendlich auch mit den neuesten Modeströmungen fertig. Demokratie

© "Die Farben der Saison (Die Demokratie - eine Dame in den besten Jahren)" - ein Textbeitrag von , 2009. Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

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