Narrenpossen

Lyrik von Elisabeth Zimmerer



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Narrenpossen

Lachend zogen Wohlstandsnarren 
einstmals einen schweren Karren 
hochbeladen mit den Dingen 
die sie nicht entbehren mochten 
über Täler, Berg und Höhn. 

Doch sie dachten, dies Gefährt 
sei erst halbvoll und nichts wert. 
Andere Narren sagten ihnen 
was sie unbedingt noch brauchten 
um im Kreise der erlauchten 
Anspruchsdenker mitzuziehen. 

Wie sie rannten, wie sie schafften 
wie sie Geld zusammenrafften! 
Alles mögliche sich kauften 
und dann auf den Wagen luden 
bis er endlich überquoll. 

Lehnten keuchend sich sodann 
an die mächtge Fuhre an 
zogen hin und schoben her 
zerrten kreuz und liefen quer, 
bis der Karren seitwärts kippte 
und sie unter sich begrub. 

Unversehrt, doch leicht benommen 
sind dem Fuhrwerk sie entkommen 
um zu sehn, wie mit viel Krach 
landet just ein Teil der Habe 
im vorbeifließenden Bach. 

Als er so am Ufer stand 
sagte drauf der Narrenvater, 
eigentlich sei es ganz richtig, 
daß der Krempel baden ging. 
Denn mit weniger Ballast 
könnt man besser weiterziehen! 

Was sie brauchten, was auch wichtig 
das sei ihnen doch geblieben. 
Allerdings muß er sich fragen: 
Kann man Narren denn belehren 
oder sie sogar bekehren? 

Was sie erlebt, ob sie's verstehen? 
Das ist noch nicht vorauszusehen. 

© Text von Elisabeth Zimmerer; mit freundlicher Genehmigung von Heidrun Musser für Pressenet

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