Was Sie längst über Hunde wussten

... aber wieder vergessen hatten

Hund: Terrier auf Wiese

Ernährung

"Geflügelknochen sind gefährlich, sie können splittern." Das ist richtig, die Reste vom gegrillten Hühnchen haben im Hundenapf nichts zu suchen. Allerdings gilt das nicht für rohes Geflügel. Alle Caniden fressen das nämlich, und Berichte über grillende Wölfe im Wald können als unglaubwürdig abgetan werden. Ein naturbelassener Geflügelknochen splittert nicht.

"Süßes macht Hunde blind." Auch eher im Legendenbereich angesiedelt, allerdings schädigt Süßes die Fänge und die sehnige Figur. Außerdem können Hunde an Diabetes erkranken, was die Sehkraft tatsächlich in Mitleidenschaft ziehen kann.

"Man kann Hunde zum großen Teil oder sogar ganz vegetarisch ernähren." Das ist Unsinn, denn Hunde sind Caniden und somit Fleischfresser.

"Rohes Fleisch oder Blut macht die Hunde gefährlich." Wiederum eine hartnäckige Legende. Wenn Sie einen bissigen Hund wollen, behandeln sie ihn einfach kontinuierlich schlecht und benutzen Sie ihn als Prügelknaben. Das Futter spielt dabei keine große Rolle. Möglicherweise macht chronischer Hunger den Hund zusätzlich ein wenig unleidlich.

Wie Hund und Katze

Ein uraltes kommunikatives Missverständnis, das in den verschiedenen Sprachen gründet. Der Hund hebt die Pfote, wenn er freundlich zum Spiel auffordern will. Die Katze tut das, wenn sie unfreundlich die Distanz wahren möchte und mit Backpfeifen droht. Also sieht die Katze aus ihrer Sicht einen unfreundlichen Hund - der Hund sieht eine spielfreudige Katze und wird sich begeistert auf sie stürzen.

Daraus entsteht dann ein knurrendes und fauchendes Knäuel, das nur schwer wieder zu entwirren ist. Allerdings kann man beide Spezies aneinander gewöhnen. Bei jungen Tieren ist es so gut wie kein Problem, bei älteren braucht es Geduld. Hund und Katze sind gute Beobachter, und mit der Zeit wird mindestens ein Burgfriede hergestellt. Meist kommt es aber zu dicken Freundschaften.

Das gilt im Übrigen auch für andere Haustiere. Hunde sind so gut wie immer kompatibel. Das liegt zu einem Teil daran, dass der Hund das respektiert, was er als Eigentum des Alpha-Tieres akzeptiert.

Hund und Kind

Berichte über Kinder, die von Hunden angefallen und schwer verletzt oder gar getötet wurden, sind traurige Tatsache.

Die Berichte in den Medien beleuchten leider in den seltensten Fällen die Hintergründe solcher Vorkommnisse, die meist vermeidbar gewesen wären. Ein normaler Hund wird einem Welpen (als solchen sieht er ein Kind) des Rudels nichts zuleide tun, und sich sogar einiges gefallen lassen. Das gilt vor allem für sehr kleine Kinder, die unabsichtlich recht grob werden können.

Außerdem wird der Hund warnen, bevor er "ernsthafte" Maßnahmen ergreift. Hier sind die Eltern gefragt, die den Kindern den richtigen Umgang mit den Tieren begreiflich machen müssen. Tiere sind kein Spielzeug. Bei Zwischenfällen handelt es sich oft um einen bedauerlichen Unfall, ein tollpatschiges Kind und ein vor dem Laden angeleinter fremder Hund - da ist so einiges vorprogrammiert.

Schlecht gehaltene oder Zwingerhunde sind grundsätzlich nicht problemlos im Umgang.

Soziales

Ein Wolfswelpe lernt durch die ihn umgebenden Tiere das richtige soziale Verhalten im Rudel. Das gilt im Allgemeinen auch für den Hund. Leider hat dieser wenig Gelegenheit zum Lernen, da Hunde meist viel zu früh von der Mutter und den Geschwistern getrennt werden.

Ein sechs Wochen alter Welpe ist definitiv zu jung für die Abgabe. Seine Verhaltensweisen werden ihm von Menschen aufoktroyiert, mit denen er sich arrangieren muss. Da er nicht das richtige Verhalten Artgenossen gegenüber erlernen konnte, wird es wahrscheinlich Probleme geben. Der junge Draufgänger hat absolut keine Ahnung von canider Etikette, wenn er im Stadtpark ausgeführt wird und somit gute Chancen, mehr als einmal beim Tierarzt zu landen.

Halter sollten ihrem Tier den Gefallen tun, ihm mit anderen Hunden so oft wie möglich zusammenzubringen, damit er die soziale Interaktion üben kann. Bei gesunden Hunden verlaufen Begegnungen meist unblutig und ziemlich problemlos. Kinderlose Halter sollten auch den Kontakt zu Kindern ermöglichen, so dass der Hund kein Schreckbeißer wird, sobald ein Kind rufend auf ihn zurennt.

Das Hochnehmen des Toypudels, sobald ein Artgenosse in die Nähe kommt, ist nicht unbedingt der richtige Weg.

Pflege

Viele Hunde lieben das Wasser und schwimmen für ihr Leben gern. Was sie nicht lieben, ist das Baden nach Menschenart.

Wer hat auch schon einen Wolf gesehen, der im Bach saß und seinem Kumpel die Seife reichte, damit er ihm den Rücken schrubbte? Hundehaut verträgt im Allgemeinen kein Shampoo, wie niedlich der Pudel auf der Tube auch sein mag. So etwas sollte Notfällen vorbehalten sein, wenn der Hund sich in etwas wirklich Fürchterlichem gewälzt hat.

Sonst muss der See oder der Regen mit anschließendem Frottieren und Bürsten reichen.

Manche Rassen müssen getrimmt werden, da sie sonst wirklich leiden (ein Hoch den Zuchterfolgen), also ist der Salon oder der "Homecut" Pflicht. Ohren und Augen mit feuchten Tüchern sauberhalten ist selbstverständlich - sonst geht eigentlich alles wie von selbst.

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© Text zu "Was Sie längst über Hunde wussten": , 2010. Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

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