Der Internationale Tag der PutzfrauZum Weltputzfrauentag am 8. November |
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Eine andere bekannte Vertreterin des Berufsstandes ist die Britin Mrs. Harris, die sich mit Spionen herumschlägt und auch sonst recht ungewöhnliche Dinge tut. In den Filmen, die nach den Büchern von Paul Gallico gedreht wurden, spielte Inge Meysel die rührige Dame - und traf den Charakter der Figur genau. Putzfrauen haben also ein richtiges Leben nach dem Job, wenn sie praktisch unsichtbar in den Bürohäusern die Papierkörbe geleert, die Toiletten geputzt und den Boden zum Glänzen gebracht haben? Haben sie, denn dann gehen sie nach Hause und machen dort weiter. Allerdings sieht das heutzutage ein wenig anders aus als früher, wo sie genau so aussahen wie in den Karikaturen und Witzblättern. Das Schrubben und Putzen war früher eine ziemlich anstrengende Sache, man war mit Wurzelbürsten und groben Scheuerlappen zugange, und das meist auf den Knien. In das mühsam erhitzte Wischwasser kam Schmierseife, und eine Dose mit Scheuersand war immer griffbereit. Nach dem Scheuern kam meist noch das Wachsen oder Bohnern (...wer von Ihnen hat noch den Bohnerwachsgeruch in der Nase?). Teppiche wurden in den Hinterhöfen über eine Stange gehängt und mit einem Klopfer vom Staub befreit. Der verließ das Gewebe und fand eine neue Heimat in der Lunge der emsigen Putzkraft. Gemusterte Kittelschürzen in dunklen Farben und ein Kopftuch waren unbedingt notwendig, um die Kleidung und die Frisur zu schonen, das entsprach so ziemlich genau dem gängigen Bild, das man von einer Putzfrau hatte. Angesehen waren sie nicht, die Frauen, die dafür sorgten, dass der Dreck in den Ecken nicht überhand nahm - man rümpfte die Nase.
Man schuftete ebenso wie der Mann in irgendeinem Betrieb und besorgte dann die häusliche Arbeit allein, außer man hatte Töchter, die dabei helfen konnten. Wo die Frauen zuhause blieben und die Kinder großzogen, gab es die eine oder andere kleine Putzstelle, mit der man ein klein wenig hinzuverdienen konnte. Es war eine mühsame Arbeit, denn die Wundermittel waren noch nicht erfunden. Jeder kennt das Bild von der keifenden Hausmeisterin oder auch Mutti, die mit allen möglichen Sanktionen droht, wenn jemand es wagt, den noch feuchten Boden zu betreten. Es war reiner Selbstschutz, denn ein Fußabdruck konnte die ganze Arbeit zunichte machen. In jenen düsteren Zeiten wurden die Frauen nach ihrer Arbeitsleistung im Bereich Glanz und Glätte bewertet - jedenfalls sobald sie verheiratet waren. Ihre schärfsten Kritiker waren beileibe nicht die Ehemänner, denn die verstanden nichts vom Saubermachen und wollten das auch nicht, denn das war "Weiberarbeit". Nein, andere Frauen waren es, die mit Argusaugen über die Leistungen wachten. Flusen auf dem Läufer und Wollmäuse in den Ecken reichten völlig aus, um einer schwer arbeitenden Frau sämtliche Verdienste abzuerkennen.
Man könnte meinen, so ein Hausputz erledigt sich von allein, kauft man nur das richtige Mittel - und hier und da werden sogar Männer beim Saubermachen gezeigt. Tatsächlich geht es heute weitaus einfacher mit der Schrubberei, dafür sorgen pfiffige Geräte und Putzmittel, die Materialien der Bodenbeläge und Oberflächen. Saubermachen wird immer mehr als das gesehen, was es eigentlich ist: eine notwendige Nebensache. Zu spät für die Mütter und Großmütter, deren Hände nach einem langen Frauenleben ausgelaugt und schrundig waren. Aber schließlich muss es immer noch getan werden, das Saubermachen - ob daheim oder als Beruf. Im Gegensatz zu früher wissen die Putzfrauen, wie wichtig sie sind - den Respekt dafür fordern sie mit Recht auch ein. Bleibt zu hoffen, dass das geschlechtsbezogene Wort ebenfalls mit der Zeit verschwindet, denn es sind längst nicht mehr nur Frauen in den Reinigungskolonnen, und die Zahl der Hausmänner steigt ständig. Sauberkeit also keine Frauensache mehr? So sollte es sein - das geht uns doch alle an, oder? © Text: Pressenet
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