Im Antiquariat entdeckt: Buch von Reimar OltmannsDu hast keine Chance, aber nutze sie. Eine Jugend steigt aus |
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![]() Du hast keine Chance, aber nutze sie Als der Autor Reimar Oltmanns im Jahre 1980 seinen Bestseller "Du hast keine Chance, aber nutze sie. Eine Jugend steigt aus" schrieb, konnte der Journalist nicht ahnen, dass sein vom Filmregisseur Herbert Achternbusch entlehnter Buchtitel mehr als 30 Jahre nach seiner Veröffentlichung zum festen deutschen Sprachgebrauch mutierte - sein Buch in Schilderungen wie Aussagekraft also nichts eingebüßt hat. Im Gegenteil: Auch Politiker, wie Ex-Bundespräsident Horst Köhler oder die einstigen Ministerpräsidenten Ole von Beust oder Roland Koch, sind mittlerweile zu "Aussteigern" aus der Politik geworden. Und wo Aussteiger weilen sind Auswanderer nicht fern. Allein im Jahre 2009 sagten 145.000 Bundesbürger ihrem Heimatland adieu. Adieu Leistungsdruck. Adieu Jobsuche. Adieu Profitstreben. Adieu Deutschland. Auch sie sind Aussteiger, mitunter gar Verweigerer, auf ihre Art. Vom Ansatz her erinnert Oltmanns Buch an Siegfried Kracauers (*1889 +1966) vor nahezu 90 Jahren entstandene Studie über "Die Angestellten". Auch Kracauer ging es - wie Oltmanns - ums Alltagsleben, auch ihm genügt es nicht, nur Oberflächenerscheinungen des Daseins zu erfassen. Oltmanns berichtet von Gruppen und Cliquen, die nicht repräsentativ sind, auch gar nicht progressiv, berichtet von einer "harten Szene", die stolz macht und abhärtet, von emotionalem Chaos und vom Fehlen des verfluchten Geldes. Fünf Stationen hat er - durch die Republik ziehend - miterlebt. Dabei schaute er weniger danach, was aus der Utopie dieser Leute geworden war, sondern sucht zu verstehen, warum sie einen anderen Weg gegangen sind, was sie dort hält und was ihnen den Weg zurück verstellt. Die Mittel seiner Schilderung sind ebenso ungewöhnlich wie es selten ist, dass einer ein Jahr lang für fünf Storys recherchiert. Reimar Oltmanns fragt Motive nach, das heißt: Gefühle bei Entschlüssen, Konstellationen, Ausweglosigkeiten. "Komm mit, sprach der Esel, etwas Besseres als der Tod werden wir überall finden", zitiert Oltmanns ein Flugblatt. Daran dürfte sich 30 Jahre später wenig geändert haben. Junge Leute, die jungen Generationen in Europa schlechthin, sind auf dem EU-Arbeitsmarkt die Krisenverlierer. Viele finden keine Lehrstelle und müssen bezahlte Praktika oder Zeitverträge hinnehmen. "Dieses Buch ist so etwas", schrieb die 'Stuttgarter Zeitung', "wie eine atemberaubende, bestürzende, hoffnungmachende Reisebeschreibung einer Republik mitten in unserer Republik. Einer Republik der Jungen. Das bedeutsamste Buch der letzten Jahre zum Thema Jugend." Fazit: Reimar Oltmanns Berichte aus dem Jahre 1980 sind aktueller denn je. + + + Der Autor: Reimar Oltmanns, ein deutscher Journalist und Buchautor, 1949 in Schöningen in der Nähe der niedersächsischen Kreisstadt Helmstedt geboren, volontierte bei der Cuxhavener Zeitung und der Hannoverschen Presse. Seit den siebziger Jahren schrieb er für zahlreiche Zeitungen und Magazine, unter anderem die Frankfurter Rundschau, den Stern, den Spiegel und die Zeit, sowie auch für Buchverlage. In Reportagen berichtete Oltmanns aus Afrika, Südamerika, Asien und Osteuropa. Zu Westeuropa verfasste er Features und Reiseskizzen vor allem aus Italien und Frankreich. Seit 2009 lebt Reimar Oltmanns im österreichischen Graz. Reimar Oltmanns im Web: www.reimaroltmanns.eu + + + Zum Buch (nur noch über den Autor oder im Antiquariatsbuchhandel lieferbar): Du hast keine Chance, aber nutze sie. Eine Jugend steigt aus
© Pressenet / Text sowie Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Autors Weitere Werke von Reimar Oltmanns:
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