Rockwerk - Mitten drin

Rockwerk - Mitten drin

Fünfzig Jahre Rockmusik - die Ära hält an, und es ist noch kein Ende in Sicht. Rhythmus, bei dem man zu Hause ist - wo man schlagartig weiß, dass der Abend und die Nacht im besten Sinne gelaufen sind, wenn man die ersten Takte hört. Percussion und Gitarrenriffs, drumlastige Stücke und singende Strings.

Deutschrock hat sich zwar schon lange emanzipiert, aber bis auf einige Ausnahmen ging das eigentlich nie so gut rein - die Sprache holperte bei vielen mehr oder weniger aus dem Programm. War der Text nennenswert, ging er mit viel Klang unter - und den umgekehrten Fall kennt man auch.

Die Frage, ob es deutschen Rock gibt, bei dem Text und Musik sich nicht stören, aber auch eine genussreiche Einheit bilden, könnte jetzt beantwortet sein.

Die Formation Rockwerk bringt genau das, was zu wirklich gutem Rock gehört - griffige Musik und ebensolche Texte. Die Statements sind klar, bei Instrument wie bei Stimme und Worten: Klar umrissen rhythmisch, und zuweilen balladiger Samt - aber immer rockig, und wirkliches "back at home" feeling.

Vier Mann Besetzung in bester Tradition: Bass, Lead und Rhythmus-Strings plus Drums, das gehört zum Handwerk und bewährt sich hier allerbestens. Der Titel "Die Lust" beschreibt genau das Gefühl, das zu richtigem Rock gehört - es geht um das Hier und Jetzt, und das gewollte "Sich der aufsteigenden Leidenschaft überlassen" - für den Rausch von allem, das zu der Nacht gehört.

Lust bedeutet vor allem, sich den Teufel zu scheren und genau jetzt und hier völlig da zu sein, ohne unnötigen Ballast. Lust am Leben, am Rhythmus, am Sex - das sind alles Momente, denen man sich hingibt. Das Stück gerät irgendwie, vor allem was die Musik betrifft, zu einer Hommage an den Planeten Rock und ist unbedingt eine Empfehlung wert.

Rockmusik ist eigentlich eine Wundertüte - von schnellen und hart getriebenen Rhythmen bis zur lyrischen Seite des Genres gibt es viele Stationen, aber niemals verliert sich das Eigenständige. Das gab's schon - aber dann war es eigentlich kein Rock mehr. "Die Kopie", ein handfester, aber getragener Titel, handelt genau davon - von Originalität, die durch eine Kopie ersetzt werden soll. Von der Angst der Mächtigen vor zu viel Unabwägbarem, von gesetzten Grenzen und davon, dass man nur dann nicht kämpfen muss, wenn man sich aufgibt als Original.

Wirklichen Wiedererkennungswert hat die trockene Lyrik der Texte, die ebenso eingängig ist wie der Groove. Beim "Märchenprinzen" tupft mal eben - mit traumwandlerisch treffenden Worten - das Bild einer verzickten Prinzessin auf den ohrwurmträchtigen Rock der Nummer, die eigentlich ein Lovesong der besonderen Art ist.

Wer sagt, dass Rock nur ein Genre für Underdogs ist? Hoffnung ist auf jeden Fall immer ein Thema - hier hervorragend umgesetzt von Rockwerk in dem Titel "Das Leben ist bunt".

Hören: Rockwerk - Mitten drin

Rockwerk glänzt aber ebenso durch Vielseitigkeit. Beim Songcontest "Wir haben's drauf" des Dortmunder Multitalents Wolfgang Leng brillierten die vier Rockwerker mit der hervorragend gelösten Vorgabe. Es ging darum, eine Komposition Lengs mit deutschem oder englischem Text zu versehen, den Titel aufzunehmen und einzusenden. Obwohl es kein direktes Heimspiel für Rockwerk war, was die musikalische Heimat betrifft, haben sich die vier als sehr flexible Musiker beweisen können. Ihr glatter Sieg mit dem Titel "Mitten drin" verwundert daher eigentlich keinen.

Wirklich guter Deutschrock, handwerklich top und mit guten Texten, die absolut nicht krampfig rüberkommen, sondern wirklich passen - man hat schon fast Hemmungen zu sagen, dass das alles auch noch tanzbar ist - einfach: sehr gutes Rockwerk. Rockwerk

Rockwerk - das sind: Alexander Noack (Bass), Mario Arzt (Gesang / Gitarre), Alexander Knobloch (Leadgitarre / Gesang), Alexander Schmidt (Drums)

© Lyrics by Rockwerk - Music by Wolfgang Leng - Review "Rockwerk - Mitten drin | Ein Songcontest" by Winfried Brumma (Pressenet), 2010. Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

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