Poesie von Sylvia Amstadt - Für einen verlorenen Freund
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Für einen verlorenen Freund

Es tut mir nicht leid, 
dass dein Name neben meinem 
in der Zeitung stand. 

Es tut mir leid, 
dass du deine Entscheidungen 
von den Meinungen anderer 
abhängig machst. 

Es tut mir nicht leid, 
dass ich in jedem meiner Briefe 
an dich, ehrlich zu dir war 
und in jedem Handeln ebenfalls 
und auch ehrlich zu mir selbst 
und zu allen anderen. 

Es tut mir Leid für dich, 
dass du nicht 
ehrlich zu dir selbst und 
anderen sein kannst 
und in jedem Handeln 
die Wahrheit verdrehst. 

Es tut mir nicht leid, 
dass sich für mich 
alles zum Guten gewendet hat. 
Und dass es mir jetzt besser 
damit geht. 

Es tut mir Leid für dich, 
dass du dich nicht 
mit mir darüber freuen konntest 
und dass du dich nur stark fühlst 
solange du einen Schwachen 
in deiner Nähe hast. 

Es tut mir nicht leid, 
dass du mir einmal sehr viel 
bedeutet hast. 

Es tut mir Leid für dich, 
dass du mir nicht sagen konntest, 
dass ich dir nichts bedeutet habe. 

Es tut mir nicht leid, 
dass ich mir damals tatsächlich eingebildet habe, 
du wärst ein Mensch mit Charakter und Stärke. 

Es tut mir für dich leid, 
dass du auch nur ein Mensch bist 
ein Mensch, 
der genau davon nichts wissen will. 

Für die Zukunft kann ich dir nur wünschen, 
du fütterst dich mit dem was dir wirklich fehlt, 
und nicht mit dem, was dir die bösen anderen 
nicht gönnen mögen. 

Die anderen, sind nämlich gar nicht so böse, 
habe ich seit meiner Buchveröffentlichung 
selbst erfahren und erlebt. 

Die Menschen reagieren so auf dich, 
wie du mit ihnen umgehst. Siehst du nur Silber 
und Gold und Stur und Starrsinn, und deinen Hunger 
nach Materiellem und Macht, 

brauchst du dich nicht zu wundern, 
wenn dir ihre Herzen verschlossen bleiben. 
Wir leben zwar mitten im Kapitalismus, 
aber das heisst nicht, dass wir uns innerlich 
auf dem Niveau von Neandertalern befinden. 

Das Buch

Sylvia Amstadts erstes Buch "Capital Wor(l)ds - Gesellschaft mit beschränkter Hoffnung" erschien
im August 2009 beim Novum Verlag (ISBN: 978-3-85022-869-5)

Weitere Leseproben von Sylvia Amstadt: Poesie: Mensch im Netz / Schwerelos

© Mit freundlicher Genehmigung der Autorin Sylvia Amstadt für Pressenet

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