Tarot - Die Karte Zwei: Die Hohepriesterin

Tarotkarten und deren spirituelle Bedeutung

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Der Magier stand am Anfang der Tat, er ist die Tat - die Bewegung. Er ist der männliche Aspekt des Universums.

Ihm gegenüber erscheint die Hohepriesterin, die das weibliche Prinzip verkörpert. Sie sitzt auf einem Thron und hält eine Buchrolle in der Hand, beim Rider-Waite-Tarot steht das Wort "Thora" darauf geschrieben. Das deutet auf die Geheimnisse der Kabbala hin, das Tiefgründige.

Hinter ihr ist ein Vorhang, der den Durchgang zwischen zwei Säulen verdeckt - die Geheimnisse sind noch zu ergründen, der Pfad muss erforscht und gegangen werden. Das Tuch trägt ein Muster, das aus großen Granatäpfeln besteht - den Früchten des Lebens. Das Leben selber gilt es zu erforschen und zu erfahren, das eigene Universum. Nach dem Magier zeigt diese Karte nun die Dualität der Dinge auf - das Gegenüber. Nichts ist für sich zu betrachten, das Prinzip umfasst immer oben wie unten, rechts wie links, hell wie dunkel - die Dualität.

In den meisten Kulturen stand die Sonne für die männliche Kraft, und der Mond für die Weibliche, was auch in der Sprache seine Entsprechung fand (interessanterweise ist es in Deutschland gerade umgekehrt, hier heißt es "der Mond" und "die Sonne"). Man ordnete die Leben spendende Kraft der Sonne dem Mann zu - das lichte und helle und offene, das Element des Feuers. Das Reich der Frau sah man als dem Mond zugehörig - sanftes Licht, Dämmer und auch das Wasser.

Die Hohepriesterin war die Wahrerin der Geheimnisse - diejenige, die den Schlüssel zum Wissen und vor allem zum Unbewussten in Händen hält. Auf der Karte rieselt der Faltenwurf ihres Gewandes wie ein Wasserfall über eine Mondsichel zu ihren Füßen, welche den zunehmenden Mond anzeigt. Wasser als Element ist den Gefühlen zugeordnet, und der Mond ist unter anderem ein Symbol für das Unbewusste. Hier geht es um das verborgene Wissen im Innern, das seine Entsprechungen im Äußeren findet.

Wenn sich die Hohepriesterin zeigt, ist es Zeit, den Dingen auf den Grund zu gehen. Sie verschafft Klarheit über vieles. Fast alles, was uns hemmt oder immer wieder schmerzt, hat seine Ursprünge im Unterbewussten. Dort liegen auch die Wurzeln für negative Kreisläufe, die wir immer wieder durchleben, weil wir nicht wissen, wie wir sie unterbrechen können. Da das Wasser ein Symbol der Karte ist, kann sie auch auf "nicht wissen wollen" deuten - oder auf falsche Voraussetzungen, von denen man ausgeht.

Tarot Buch - Die Hohepriesterin

Selbsttäuschung ist ebenfalls ein Thema der Hohepriesterin. In stärkerem Maße trifft das auf die Karte XVIII - den Mond - zu. Er zeigt die Dinge oft in trügerischem Licht - hier aber handelt es sich einfach darum, den Schleier ein wenig zur Seite zu schieben.

Die Hohepriesterin fordert uns auf, auf die innere Stimme - die Intuition - zu hören. Die Seele kennt meist die Antwort auf die gestellten Fragen, man muss nur hinhören. Eine intuitive Beurteilung einer Situation oder eines Menschen hat nichts mit Vorurteilen zu tun. Es ist das Wissen, das in uns liegt und das wie ein Schatz in uns selber ruht.

Ohne dass wir es wahrnehmen, sammeln wir Eindrücke und Wissen, das wir speichern von allerfrühester Kindheit an, denn das Unterbewusstsein vergisst nichts. Was wir "Intuition" nennen, ist meist das nicht bewusste Anzapfen dieses gespeicherten Wissens. Der direkte Vorgang ist nicht bewusst, also nehmen wir keinen logisch nachzuvollziehenden Gedankengang wahr und glauben, wir hätten "rein aus dem Bauch heraus" entschieden, oder eine unverhoffte Eingebung gehabt.

Einfach ausgedrückt: wir sehen die Rechenaufgabe und das Ergebnis - der Rechenweg bleibt unsichtbar, obwohl er völlig korrekt ist. Macht man sich dieser Vorgänge bewusst, wird klar, von welchem Wert die Intuition sein kann. Der logische Weg und der intuitive ergänzen sich, sie negieren sich nicht. Hier kommt es auf die Balance an, man sollte beide Möglichkeiten nutzen und, wo es möglich ist, miteinander verbinden. Der reine Kopfmensch wird ebenso wie der nur aus dem Gefühl heraus agierende scheitern.

Wenn die Hohepriesterin erscheint, kann sie sagen, dass wir genauer hinsehen sollen, dass wir uns nichts vormachen sollen, dass etwas vor uns verheimlicht werden soll, dass wir selber etwas verbergen, dass wir zu wenig wissen, dass wir uns seelisch weiterentwickeln sollen, und sie warnt vor allem vor Stillstand. Sie zeigt auch an, dass es Zeit ist, verdrängte Wahrheiten zu akzeptieren und auch zu integrieren.

Immer weist sie darauf hin, dass jede Münze zwei Seiten hat und man jede akzeptieren muss. Nicht immer ist alles so, wie es scheint. Sie kann Klarheit in verwirrte Gefühle bringen und sie ordnen helfen durch das Wissen um die Ursprünge. Sie gibt den Rat, auf die Traumbotschaften zu hören und zu lernen, sie zu verstehen. Gegebenenfalls ist es an der Zeit, von anderen Wahrheiten zu verlangen, um Klarheit zu haben.

Sie verkörpert die heilende Kraft der Spiritualität, die Macht der eigenen Seele. Sie ist das Gegenstück zum Magier, sie ist die Zauberin der Nacht. Sie ist eine Seite der Dualität. Tarot: Die Hohepriesterin

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© "Tarot - Die Karte Zwei: Die Hohepriesterin" - ein Textbeitrag von ; Bildnachweis: pixabay.com, CC0 (Public Domain Lizenz)

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