Tarot - Die Karte Fünf: Der Hierophant

Tarotkarten und deren Bedeutung

auxmoney - Geld leihen für das Studiumauxmoney - Geld leihen für das Studium
Tarotkarte: Der Hierophant Tarot

Nach der öffentlichen Präsentation der Macht geht es bei dem Hierophanten wiederum um dieses Thema. Auch wie beim Herrscher sitzt ein Mann auf einem Thron. Diesmal trägt er eine Tiara, das Symbol des Spirituellen. Der zwischen zwei Säulen stehende Sitz ist kaum sichtbar. Hier kommt es nicht so sehr auf die Kraft und körperliche Präsenz an, sondern auf die Person.

Der Mann, der auf der fünften Karte des Rider-Waite-Tarot zu zwei anwesenden Menschen - oder besser gesagt: Schülern - spricht, ist der Hohepriester. Er verkörpert Weisheit und Wissen, auch gezeigt durch zwei Schlüssel. Er ist der weise Lehrer, der Mentor, der Ratgeber und geistige Förderer.

Ebenso wie die Hohepriesterin ist der Hierophant ein Hüter der Geheimnisse und des Wissens, doch ist die Materie hier in Kanäle geleitet. Er überwacht die Einweihung und den Fortschritt, es gibt eine Wertigkeit der Dinge und es erscheint die Idee der Hierarchie, wie sie in Klöstern oder anderen Gemeinschaften des Glaubens und Zirkeln fester Bestandteil ist.

Der Glaube ist ein Thema dieser Karte, ebenso Heilung im Sinne der Psychotherapie. Der gütige alte Lehrer ist ein Aspekt des Hierophanten, seine Macht ist keine unmittelbare und sie muss freiwillig anerkannt werden, damit sie für den Schüler oder Anhänger von Nutzen sein kann. Der Weg des Unwissenden, der Wissen sammelt, und letztendlich anwendet und weitergibt, ist hier beschrieben.

Der Hierophant ist ein Ratgeber, und wenn er erscheint, ermutigt er den Fragenden vor allem, solchen zu suchen und zu befolgen. "Hast Du Dich schon jemandem geeignetem anvertraut? Wenn nicht, solltest Du das tun", scheint er zu sagen. Das betrifft Menschen, denen es schwer fällt, andere um Hilfe zu bitten. Er weist auch auf karmische Lehren hin - Dinge die geschehen müssen, damit wir uns durch lernen entwickeln können.

Wer hat nicht schon diesen Satz gehört: "Es ist schlimm, aber wer weiß, wozu es gut ist." Genau das könnte der Weise zwischen diesen Säulen zu uns sagen. Nichts geschieht tatsächlich durch blinden Zufall. Es reicht manchmal schon, den Blick von den Details zu lösen und zurückzutreten, um das Ganze zu betrachten, damit man erkennt, was man vorher nicht sehen konnte. Starrsinniges Klammern an Kleinigkeiten macht ebenso unfrei wie ein Leben in einem Hochsicherheitstrakt. Ebenso könnte es bedeuten, dass man gewisse Wahrheiten nicht annehmen will, obwohl man sich ihrer bewusst ist. Also um bewusste Blindheit, die den Blick auf schmerzliches Wissen verhindern soll.

Der Hohepriester verkörpert Güte und Toleranz im Wissen darum, dass es viele Wege gibt, um zum Ziel zu gelangen. Alle sind gangbar, solange wir unser Selbst und unsere Seele nicht verlieren. Ob es sich nun um den weisen Priester oder den gütigen alten Zauberer mit spitzem Hut aus den Märchen handelt, immer geht es auch um spirituellen oder göttlichen Beistand, der gewährt wird, wenn wir bereit sind, ihn anzunehmen, und das, was wir wollen, akzeptabel ist.

Die weniger angenehme Seite der Karte ist die Warnung vor Dogmatismus und dem blinden Befolgen der Regeln. Stures Beharren auf eine bestimmte Sicht der Dinge und das unangebrachte Einfordern von Gehorsam in spirituellen Dingen sind das genaue Gegenteil dessen, was uns der Hierophant eigentlich vermitteln will.

In dem Falle mahnt die Karte, sich über das eigene Verhalten klar zu werden. Es gibt Menschen, die für ihr Leben gerne schulmeistern, ob das nun angebracht ist oder nicht. Sie ertragen Widerspruch oder konträre Meinungen nur sehr schwer und fordern promptes Befolgen ihrer "gut gemeinten" Ratschläge ein. Ein solcher Mensch ist meist tödlich beleidigt, wenn seine Einschätzung einer Situation nicht sofort übernommen wird. Es kann sein, dass die Karte auf solches Verhalten hinweist und auffordert, es zu ändern.

Erzwungenes Lernen ist von keinem sehr hohen Wert, es wird weder Klugheit noch Wissen vermehren. Der Weise ist sich darüber bewusst, dass der Schüler fragen muss. Wer fragt, ist bereit zum Aufnehmen, und Sache des Lehrers ist es, das zu ermöglichen.

Bei Fragestellungen, die Beruf oder Zukunft betreffen, weist die Karte oft auf einen Lehrberuf oder auf soziales Engagement hin. Da die Grundthemen Güte und hilfreiches Lehren sind, weist sie in diese Richtung. Tarot

* * * Tarot-Karte V: Ende der Leseprobe aus "Tarot - Die Karte Fünf: Der Hierophant" (Tarot-Serie zu unserem Buch) * * *

Der Hierophant - Erfahren Sie hier mehr zum Rider-Waite-Tarot:
Hier als Buchausgabe erhältlich
Hier als E-Book (PDF-Format) erhältlich

* * *   Lesen Sie auch Das Baumorakel - unsere neue Serie   * * *
Zum nächsten Beitrag: Die Karte Sechs: Die Liebenden

© "Tarot - Die Karte Fünf: Der Hierophant" - ein Textbeitrag von , 2010.

Sponsoren und Investoren

Sponsoren und Investoren sind jederzeit herzlich willkommen!
Wenn Sie den Beitrag auf dieser Seite interessant fanden, freuen wir uns über eine kleine Spende. Empfehlen Sie uns bitte auch in Ihren Netzwerken (z. B. Twitter, Facebook oder Google+). Herzlichen Dank!

Nach oben Sitemap
Impressum & Kontakt