Tarot - Die Karte Zehn: Das Rad

Tarotkarten und deren Bedeutung

Tarotkarten

Das Rad ist nicht nur eine der größten Erfindungen der Menschheit, es hat auch Eingang in unseren Sprachgebrauch gefunden. Aussprüche wie: "Ich fühle mich wie gerädert" oder "...auf's Rad gespannt" sind stehende Begriffe, ebenso wie "Das Rad der Zeit" oder "Das Rad des Schicksals". Und das Letztere ist auch der Name der Karte mit der Nummer 10 beim Rider-Waite-Tarot.

Es sind keine Menschen auf dem Arkanum abgebildet, aber eine ganze Menge Symbole. So sind die Speichen des Rades die alchemistischen Zeichen für Wasser, Schwefel, Quecksilber und Salz. Die vier geflügelten Wesen aus der Vision des biblischen Hesekiel schmücken die Ecken und stehen in enger Beziehung zu den vier Elementen und den vier festen Tierkreiszeichen.

Die Zahl vier ist ein großes Thema dieser Karte, und diese Zahl ist sehr symbolhaft. Den Germanen war die Vier heilig, man spricht von den vier Säulen der Erde, den vier Himmelsrichtungen, vor allem aber von den vier Elementen - es ist eine göttliche Zahl. Und darum geht es unter anderem hier auch. Das Rad ist die Bewegung, der Lauf der Dinge und auch der gefühlten Zeit. Es dreht sich, ohne dass wir es in irgendeiner Weise beeinflussen können. Was heute oben ist, ist morgen unten. Nichts bleibt konstant.

So gesehen, zeigt das Rad eine Veränderung an, die auf uns zukommt. Wer sich in Probleme verstrickt hat und nicht mehr "vom Fleck" kommt, dem wird die Tatsache, dass nichts bleibt wie es ist, ein Trost sein. Da alles in Bewegung ist, kann die derzeitige Situation nicht unverändert bestehen bleiben, es gibt also immer Chancen für eine Verbesserung. Jede Änderung bringt dem Aufmerksamen eine neue Sicht der Dinge und somit neue Möglichkeiten bei einem Wechsel.

Wer den Trost der Zeit annehmen kann, der wird erfahren, dass der Schmerz gelindert wird. Nur darf man sich nicht gegen die Bewegung stemmen und sich sozusagen mit seinem Schmerz im Hier und Jetzt eingraben, während das Rad des Lebens sich weiterdreht. Das hieße nämlich, auf jedes Wachstum, auf jede Entwicklung, und vor allem auf neue Chancen und Möglichkeiten zu verzichten.

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Jeder kennt das kluge Beispiel vom "halb leeren" und "halb vollen" Glas. Mit dem Spruch "Nichts bleibt wie es war" ist es ganz ähnlich. Dem einen macht diese Aussage Angst, beim anderen weckt sie Hoffnung. Während der Erste, der ebenso dem Rad unterworfen ist - gleichgültig, wie er sein Leben zu konservieren versucht - die unvermeidlichen Änderungen aus seiner Wahrnehmung verbannt, weckt es im Zweiten Hoffnung - Hoffnung auf einen Neubeginn, auf bessere Chancen im Beruf oder was Beziehungen betrifft. Oder die natürliche Neugierde des Menschen greift hier, der Drang zu wissen, was hinter der nächsten Ecke wartet. Außerdem kann das Rad für einen Menschen, der am Ende seiner Kräfte angekommen ist, nur noch Gutes bringen.

Das Rad hat auch karmische Bedeutung, alles kommt wieder und muss wieder durchlebt werden, bis die Lektion gelernt ist. Der Betreffende mag sich fragen, wieso er immer und immer wieder die gleichen Probleme hat, wieso er nicht ein für allemal ausbrechen kann. Die Antwort mag eben darin liegen, dass er noch "nicht fertig damit" ist, dass er noch nicht verstanden hat, worauf es ankommt.

Das heißt aber auch, dass der jeweilige Mensch sich nicht entwickeln kann, dass er stagniert und sein Leben damit verbringt, immer wieder dieselben Verhaltensmuster nachzuleben, in dem Bestreben, sie letztendlich zu verändern. John Lennon soll einmal gesagt haben: "Leben ist das was passiert, während du da sitzt und es planst." Dieser Spruch könnte auf diesem Arkanum aufgedruckt sein.

Diese Karte zeigt immer eine wichtige Veränderung an. Das kann, je nach Fragestellung, eine direkte Änderung der Lebensumstände sein, ein Berufswechsel vielleicht oder ein Umzug, eine Veränderung in der Beziehung. Zwar wird meist eine eher positive Entwicklung angezeigt, aber im Kontext der umgebenden Karten kann auch eine Warnung ausgesprochen werden - in Bezug auf eine Veränderung zum Negativen.

Von der materiellen Ebene abgesehen kann auch auf einen Wechsel in Bezug auf Gefühle oder die Sicht der Dinge angezeigt werden. Prozesse also, die unser Inneres betreffen, unseren Seelenweg oder eben auch karmische Angelegenheiten. Meist ist der Prozess schon im Werden begriffen, doch in manchen Fällen allerdings wird direkt dazu aufgefordert, eine dringend notwendige Veränderung anzustreben. Das ergibt sich wie immer aus der persönlichen Situation und dem Anliegen, das der Fragende hat.

Das Leben geht weiter - dieses Wort ist mehr als ein billiger Trost - es ist eine umfassende Wahrheit, erkennt man erst einmal den wahren Sinn dahinter. Tarot

* * * Tarot-Karte X: Ende der Leseprobe aus "Tarot - Die Karte Zehn: Das Rad" (Tarot-Serie zu unserem Buch) * * *

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© "Tarot - Die Karte Zehn: Das Rad" - ein Textbeitrag von , 2010.

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