Tarot - Die Karte Fünfzehn: Der Teufel

Tarotkarten und deren Bedeutung

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Der Teufel Tarot

Nach der Harmonie erscheint der Teufel, der große Durcheinanderbringer. Das scheint auf den ersten Blick unlogisch, aber bei näherer Betrachtung auch wieder nicht.

Betrachtet man das Arkanum genau, wird man an die Liebenden erinnert, die Karte mit der Nummer VI. Wie dort, sind hier ein Mann und eine Frau dargestellt. Nur tragen sie hier Ketten um den Hals, und anstatt eines Engels ragt über ihnen ein teuflisches geflügeltes Geschöpf auf. Es trägt Hörner, ist halb menschlich und halb tierisch dargestellt.

Zwischen den riesigen Hörnern trägt es ein umgekehrtes Pentagramm. So und nicht anders sah man durch die Jahrhunderte hindurch den Teufel, den Widersacher des Guten. Das nackte Paar hat sich auch etwas verändert, es ist mit einigen tierischen Attributen versehen, wie Hörnern und langen Schwänzen. Die Ketten der beiden sind an dem Block festgeschmiedet, der dem Teufel als Sitz dient. Der Hintergrund ist völlig dunkel, es gibt nichts außer den drei Figuren. Alles ist negiert, nur der Teufel zählt.

Der Mann und die Frau machen keinen verängstigten Eindruck, sie zerren weder an den Ketten noch scheinen sie zu leiden - sie haben den lichtdurchwirkten Himmel vergessen oder denken nicht mehr daran. Sie sind freiwillig hier, sie haben gewählt. Es wäre nicht schwierig, die Ketten abzustreifen, die nur lose um die Hälse der beiden hängen - es sieht aus, als ob sie sich sehr wohlfühlen. Oder aber sie haben sich mit ihrer Gefangenschaft abgefunden, sie haben den Bezug zur Freiheit verloren.

Die XV bezeichnet immer einen Exzess in irgendeiner Art. Steht sie für einen Menschen, so sind Abhängigkeiten im Spiel ... Obsessionen und Sucht, und die Unfreiheit, die damit einhergeht. Wer sich selbst abhängig gemacht hat - von Materiellem oder Sex, Drogen oder anderen Dingen - gibt seine Freiheit auf. Er fühlt sich gebunden, aber es wäre nicht unmöglich, die Fesseln abzustreifen.

Viele Menschen glauben, dass sie Herr über ihre Entscheidungen sind, jedoch sind sie nicht in der Lage zu erkennen, dass nicht sie über ihr Leben bestimmen, sondern "der Teufel". Wie viele Alkoholiker sprechen von einem "gelegentlichen Gläschen" und realisieren nicht, dass es ohne dieses überhaupt nicht mehr geht. Raucher fahren hungrig durch die Stadt, um ein Restaurant zu finden, in dem das Rauchen erlaubt ist, Sexsüchtige werfen sich immer wieder in den wilden Strudel zwischen Verlangen und Ekel und brennen langsam aus dabei. Klatschsüchtige zerstören Beziehungen und Freundschaften, bis sie selber auch in der letzten Konsequenz vereinsamen ... alles das ist gewissermaßen ein Gefängnis.

So steht die Karte für eine Analyse der jeweiligen Situation. Sie kann aber auch als Warner vor dem Weg, der in die Abhängigkeit führt, stehen. Wenn die XV auftaucht, kann sie den Rat geben, sich die Menschen, mit denen man zu tun hat, genau anzusehen. Sie steht auch für falsche Freunde, die falsche Wege aufzeigen und denen man im Begriff ist zu folgen. Er zeigt auf, dass eine ungute Entscheidung getroffen wurde oder dass bei einer Option das Negative überwiegt.

Im chinesischen Buch der Wandlungen, dem I Ging, gibt es eine Entsprechung dieser Karte, die "Arbeit am Verdorbenen" heißt. Es kann nicht viel verbessert werden, es kann keine Umwandlung stattfinden, dieser Weg führt zu nichts Gutem. Es bedeutet ganz einfach, dass der falsche Weg gegangen wird, dass Taten zu Schlimmen führen werden, oder im besten Fall völlig nutzlos sind.

Ein weiterer Aspekt ist die liebgewonnene und so bequeme Schwäche, durch die man nicht die Energie aufbringt, um selbst Fesseln von Bindfadenstärke zu zerreißen. Hier wird Schwachheit zu einem Instrument der Selbstzerstörung.

Aber der Teufel, oder auch der Schatten, haben eine andere Seite. Denn nur durch die Dunkelheit wird das Licht sichtbar - wer die Kälte nicht kennt, kann die Wärme nicht schätzen. Wer seine eigene Natur verleugnet, die ja auch leidenschaftlich und emotional ist und somit "tierische", sprich urtümliche Anteile hat, wird davon in Anspruch genommen, das ständig zu unterdrücken. Das führt zu einem gefährlichen seelischen Ungleichgewicht, das zu ernsten psychischen Problemen auswachsen kann. Es kann auch zu einer Besessenheit werden, das Selbstbild makellos und glänzend zu präsentieren - vor sich und vor anderen. Die Schattenanteile in uns selbst müssen erkannt und integriert werden, damit man nicht zu deren Sklaven wird.

Traditionell gilt beim Legen, dass der Teufel die umgebenden Karten negiert und somit nur die negativen Aspekte für die Deutung zum Tragen kommen. Das klingt vielleicht etwas überzogen - aber beeinträchtigt Falschheit, Sucht oder Schwäche nicht tatsächlich alles in unserem Leben, jedenfalls für eine gewisse Zeit?

Es ist also Vorsicht geboten, wenn das Arkanum auftaucht, aber tatsächlich ist es keine "schlechte" Karte - die gibt es in diesem Sinne auch gar nicht beim Tarot - sondern sie ist ein hochwillkommener Analytiker und Warner. Tarot

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© "Tarot - Die Karte Fünfzehn: Der Teufel" - ein Textbeitrag von , 2010.

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