Tarot - Die Karte Zwanzig: Das Gericht

Tarotkarten und deren Bedeutung

Das Gericht Tarot

Auf den ersten Blick erscheint die Karte mit diesem Namen nicht unbedingt sehr positiv, denn wir sehen einen den Himmel fast völlig ausfüllenden Engel, der eine Posaune bläst. Er hat, so wie es die biblische Überlieferung erzählt, die Toten aufgeweckt. Es ist also der Jüngste Tag, der Tag des Gerichts.

Hier am Ende aller Dinge wird alles geklärt werden, es wird nichts mehr verborgen bleiben - und alles was war, wird vergangen sein. Wie gesagt, kein sehr optimistisch stimmendes Szenario. Aber wenn man das Bild wirken lässt, steckt weit mehr dahinter.

Bei manchen Kartendecks heißt diese Karte "Karma", sie weist auf das kosmische Ganze hin und beinhaltet die Wiedergeburt. Das ist ein wichtiger Aspekt, den auch der christliche Glaube nicht auslässt, wenn auch unter anderen Bedingungen. So bedeutet diese Karte kein Ende im "endgültigen" Sinn, sondern eine neue Geburt oder einen neuen Anfang.

Nach allem, was geschah und gelernt wurde, nachdem Narren zu Herrschern und zu Magiern wurden, nach den dunklen und hellen Wegen, ist hier erst einmal ein Halt angesagt. Beim Jüngsten Gericht geht es um eine Prüfung, allerdings nicht durch menschliche Richter, sondern nach den Gesetzen des Kosmos oder des Karma.

Lügen sind nicht mehr möglich, die Dinge erscheinen nun auch dem hartnäckigsten Leugner so wie sie sind. Jeder Schleier verfliegt und jede Täuschung wird nichtig, das ist eine der Bedeutungen der Karte. Vor allem aber bedeutet sie einen wirklichen Neubeginn, nachdem unnötiger Ballast abgeworfen wurde.

Aber eine völlig neue Phase beinhaltet zuweilen auch eine Wiederkehr, vielleicht von etwas, das uns zugehörig und irgendwie verlorengegangen war, weil die Seele verdunkelt war und wir zu viel zu tragen hatten. Für Menschen, die gerade eine sehr schwere Zeit durchmachen müssen, ist dieses Arkanum ein Zeichen dafür, dass die tiefste Dunkelheit erreicht ist und es jetzt logischerweise nur heller werden kann.

Sie weist auf ein Ende einer schmerzlichen und für das Weitere untragbare Situation hin und ist somit ein Hoffnungsbote. Wer sich wie festgefahren fühlt in seinem alltäglichen Leben und sich nach dem "Warum" fragt, dem kündigt die Nummer XX eine Änderung an. Etwas Neues wird in das Leben treten - etwas, das uns zeigt, dass wir uns nicht nur durch unsere alltägliche Arbeit oder das Materielle definieren. Der Eingriff des Göttlichen, wie immer der Einzelne das für sich sieht, wird hier repräsentiert.

Beim "Turm" wurde etwas gewaltsam zerstört, Menschen stürzen in Verzweiflung, weil sie im Schmerz des Verlustes erst einmal nicht die Chance für einen Neuanfang sehen können. Beim "Gericht" aber kommt das nicht auf - denn die Veränderung, die hier stattfindet, wird als gut und richtig erkannt und somit angenommen. Wer hier das Licht nicht wahrnimmt, weil sich sein Blick nicht von der Dunkelheit im Innern wenden kann, muss weitermachen, bis er die Lektion verstanden hat.

Die Posaune des Engels steht auch für Ruf, für Botschaft. Durch und durch geht der Ton, der ein neues Zeitalter ankündigt. Ein Symbol dafür, dass der Betreffende auf die Botschaften und Eingebungen der inneren und äußeren Welt achten sollte. Sie sind jetzt von größter Wichtigkeit, das zeigt die Karte an. Die Wahrheit erkennen und sich lösen, loslassen und Freiheit erfahren, um einen Neubeginn zu wagen, das sind Aspekte der Karte.

Tritt sie als Warnung auf, wäre es vielleicht sinnvoll, sich zu fragen, ob man es vermieden hat, der Wahrheit ins Auge zu sehen und sich dadurch die Chance für ein erfülltes Leben verbaut. Lebenslügen hindern jeden Menschen an der Weiterentwicklung seiner selbst - sei es die geistige, spirituelle oder seelische. Im übertragenen Sinn muss sich der Betreffende fragen, ob er "die Posaune nicht gehört" hat.

Es wird Zeit zum großen Aufwasch. Als Beispiel könnte man Familienstreitigkeiten oder Zerwürfnisse mit Freunden nehmen, die über Jahrzehnte andauern und alle, die davon betroffen sind, quälen. Womöglich waren es nichtige Anlässe, die durch die subjektive Wahrnehmung der Einzelnen wichtig erschienen. Nach einiger Zeit hat man die Gründe vergessen, nur die Trauer hält an und überschattet sehr vieles. Ein solcher Zustand ist für keinen gut und sollte beendet werden.

Es kann aber auch im umgekehrten Fall ein "Nicht-trennen-können" sein, das einen Menschen unglücklich macht. Wie immer es sich auch verhält, das Gericht zeigt, dass es so wie es jetzt ist, nicht weitergehen kann, darf und auch nicht wird, wenn nur die Botschaft verstanden wird. Tarot

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© "Tarot - Die Karte Zwanzig: Das Gericht" - ein Textbeitrag von , 2010.

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