Tarot - Die Karte Acht: Schwerter und Stäbe

Tarotkarten und deren Bedeutung

Tarotkarten

Acht der Schwerter

Die Schwertkarte der Achterserie zeigt sich nicht gerade idyllisch, denn sie wirkt auf den ersten Blick eher bedrohlich. Acht Schwerter stecken im Boden, sie umgeben eine junge Frau, die eine Augenbinde trägt und deren Oberkörper gefesselt ist. Der Himmel ist durchgängig grau, auf dem Erdboden, der in warmem Erdton gehalten ist, schlängelt sich ein kleines Rinnsal. Im Hintergrund ist eine Burg zu sehen.

Erstaunlicherweise trägt die gebundene Frau ein Gewand in der kräftigen Farbe des Feuers. Wie kann das zusammenpassen, könnte der erste Gedanke sein. Aber je länger man das Bild betrachtet, desto klarer wird, dass die Frau kein Opfer ist, sondern dass sie sich selber in diese Lage gebracht hat. Die im Übrigen nur lose sitzenden Bänder könnten leicht abgestreift werden, ebenso wie die Augenbinde.

Hier will jemand nichts tun müssen, obwohl er durchaus könnte. Über Kraft verfügt die Gestalt auf der Karte - dafür steht das flammende Gewand, das auf das Element des Feuers hinweist. Von Schwierigkeiten umgeben, sieht die Frau sich dermaßen gefangen, dass sie völlig blind für die Realität geworden ist. Der Weg nach vorne, der nicht von Schwertern - also von Schwierigkeiten in diesem Zusammenhang - versperrt ist, ist frei.

Die Frau glaubt so sehr an ihre Unfähigkeit zum Handeln, dass sie tatsächlich gefesselt ist ... durch ihre eigene Überzeugung. Sie steht bereit, alles zu erdulden, was ihr widerfahren könnte - es wäre nach ihrem eigenen Dafürhalten nicht möglich, etwas zu unternehmen.

Wir alle kennen dieses umfassende Gefühl von Lähmung, das uns angesichts großen Kummers oder Schwierigkeiten befällt. Man müsste dringend etwas tun, ist aber zeitweilig nicht dazu in der Lage. Es ist wie eine Art Angststarre. Für gewöhnlich löst sich dieser Zustand nach einiger Zeit auf und wir können die Angelegenheiten anpacken oder zumindest analysieren. Wahrscheinlich hat das jeder schon erlebt.

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Bedenklich wird es, befindet sich ein Mensch durchwegs in diesem passiven Zustand. Die Wurzeln hierfür können in der Kindheit liegen, denn wird einem in der Entwicklung begriffenen Menschen immer und wieder eine Eigenschaft "zugewiesen", nimmt er das irgendwann wohl als Tatsache an. "Du bist schwach - feige - dumm" - und was solche Bezeichnungen mehr sind - geraten vom bloßen Verbalen bald zur Manifestierung. Ein Kind nimmt das - nach langer Leidenszeit - irgendwann an und versucht erst gar nicht mehr, sich anders zu verhalten.

Hat sich so etwas in die Seele gegraben, wird oft ein Partner auf den Plan gerufen, der da weitermacht, wo einmal aufgehört wurde. Ein solcher Mensch kann sich unmöglich auf sich selbst besinnen, da die Einschätzung seiner Person niemals die eigene war. Er nimmt sich nur über die anderen wahr und erfüllt tatsächlich die Erwartungen. Hier gilt, dass es ist nie zu spät ist, die Fesseln abzustreifen und ein selbstbestimmtes Dasein zu beginnen.

Neben diesen Dingen kann die Karte auch auf einen Menschen hinweisen, der schwach sein WILL. Sei es aus purer Bequemlichkeit oder auch aus Angst davor, irgendeine Verantwortung zu übernehmen. Es erinnert ein wenig an solche Zeitgenossen, die sofort eine Migräne oder sonst ein Hindernis anführen, sobald etwas verlangt wird, das ihnen Angst macht oder das sie nicht tun mögen.

In allen Fällen mahnt die Karte zur Aktion, zur Eigenverantwortung und zum Fortsetzen des Weges. Es kann sich um eine temporäre Krise handeln, ebenso wie um die Lebenseinstellung. Da es sich hierbei nicht um überlegtes Abwarten handelt, sondern eher um "Vogel-Strauß-Politik", sollte der Zustand unbedingt geändert werden. Die Kraft dazu ist vorhanden.

Acht der Stäbe

Diese Karte des Rider-Waite-Tarot zeigt nichts außer acht Stäben, die sich gewissermaßen schwerelos in der Luft befinden. Sonst ist nichts zu sehen ... außer unten auf der Erde ein Fluss, der durch eine grüne Landschaft fließt.

Es ist sozusagen eine Momentaufnahme, ein Augenblick. Und trotzdem weist das Bild auf Geschwindigkeit hin ... die Zeit vergeht sozusagen wie im Flug. Jetzt in diesem Moment ist alles in der Schwebe - aber das wird nicht lange andauern - und es geschieht etwas.

Die Stäbe stehen für das Feuer, für Kraft und Lebendigkeit ... für Aktion. Man kann das so deuten, dass etwas entweder bereits geschieht oder bald geschehen wird - und zwar durchaus in positivem Sinne. Das Bild von "durch die Luft fliegenden Zauberstäben" ist gar nicht so weit hergeholt bei dieser Karte - es wird auf jeden Fall etwas in Bewegung geraten.

Etwas Überraschendes könnte geschehen und unser Leben beeinflussen, oder eine positive Wende herbeiführen. Es kommt darauf an, Vertrauen zu haben. Denn das, was hier angezeigt wird, kann nicht aufgehalten werden - es geschieht auf jeden Fall und es ist uns zuträglich.

Traditionell wird diese Karte mit guten Nachrichten in Verbindung gebracht, manchmal auch mit angenehmen Besuchern oder Menschen, die in unser Leben treten. Auf jeden Fall tut sich eine neue Tür auf oder zumindest saust ein frischer Luftzug um unsere Ohren.

Jetzt ist nicht die Zeit zum Verharren oder Pausieren, nichts sollte mehr in der Schwebe gehalten werden. Es geht um Lebendigkeit und aktives Leben, und es geht auch darum, sich tragen zu lassen. Wer an die guten Dinge glaubt, die ihm widerfahren können, der wartet auch nicht umsonst. Tarot

* * * Tarot-Karte VIII Schwerter und Stäbe: Ende der Leseprobe aus unserem Buch * * *

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© "Die Karte Acht: Schwerter und Stäbe" - ein Textbeitrag von , 2010.

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