Tarot ist AuslegungssacheEigene Wege gehen beim Kartenlegen |
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Nun kann es aber tatsächlich vorkommen, dass wir ein Anliegen haben, zu dem keine der beschriebenen Legemöglichkeiten so richtig passen will. Man will eine bestimmte Sache oder eine Situation genau beleuchten, über die Entwicklung einer ganz besonderen Sache mehr wissen und in gewisser Weise "auf den Punkt" kommen. Die Kartenplätze der traditionellen und gängigen Legearten sind immer beschrieben. So heißt es unter anderem vielleicht: "Das kommt hinzu, hier stehen Sie, das fürchten Sie oder dies ist Ihre momentane Einstellung." Solche Hinweise könnten durchaus hilfreich sein, aber in einer bestimmten Lage kann man nichts damit anfangen, weil man ganz genau weiß, worum es einem geht. In dem Falle bringt es nicht wirklich etwas, sich durch hunderte von Systemen zu arbeiten und zu versuchen, das eigene Anliegen und die vorgegebenen Positionen irgendwie in Einklang zu bringen - vor allem dann nicht, wenn Sie sich zunehmend frustriert fühlen. Zwar ist es immer interessant, das Buch Thot aufzuschlagen und ein wenig zu "schmökern", aber zuweilen braucht man dringend Hilfe in einer genau zu bestimmenden Angelegenheit - und dafür ist der Tarot ja auch da. Wenn man sich mit einem persönlichen Problem an einen guten Freund wendet, redet man nicht um die Sache herum, sondern benennt die Dinge. Und genau das ist beim Tarot auch angebracht, wenn es notwendig ist. Wenn Sie etwas Bestimmtes fragen wollen oder einen Hinweis brauchen, dann fragen Sie doch einfach direkt danach. Die traditionellen vorgegebenen Aussagen der Karten auf den bestimmten Positionen sind nichts weiter als eine Empfehlung - benennen Sie das einfach in Ihrem Sinne um.
Wer zum Beispiel wissen möchte, wie es nun genau zu der schrecklichen Streiterei am gestrigen Abend gekommen ist und im Vorfeld von der Schuld des anderen überzeugt ist, sollte die Karten erst einmal in der Schublade liegen lassen. Es könnte nämlich durchaus sein, dass man etwas völlig anderes erfährt, als man annahm. Das allerdings muss man erst einmal so annehmen, wie es sich zeigt, und sich dann die Zeit nehmen, die es braucht, um sich damit auseinanderzusetzen. Hat man akzeptiert, dass ein Teil der Problematik in einem selbst liegt, ist es einfacher als man denkt, die Dinge wieder zu ordnen. Fragt man den Tarot nämlich präzise und genau, wird man bei offenem Geist auch eine solche Antwort bekommen - man muss das Negative ebenso anerkennen wie das Positive. Man kann also zum Beispiel direkt fragen: "Wie ist die Position des Kollegen XY in Bezug auf mich und meine Arbeit?" Denkbar wäre hier, dass Sie eine Karte auslegen und als Ihre Person benennen, dann eine weitere Karte für den Kollegen. In die Mitte kommt eine weitere, die anzeigt, wie es zwischen den beiden Personen steht. Weitere Karten, die zu den Positionen hinzugelegt werden, zeigen Details und Hintergründe an. Das ist ein Beispiel dafür, wie man mit der Hilfe des Tarot ein Problem analysieren könnte. Mit überraschenden Ergebnissen ist grundsätzlich zu rechnen. "Wie sehe ich ihn oder sie, wie werde ich von dieser Person gesehen, und wieso ist es dazu gekommen?", wäre eine weitere Möglichkeit. Gehen Sie es einfach an und lassen Sie sich völlig auf das Thema ein, vielleicht gibt es mehr Lösungen als man dachte, oder auch einfachere als man sich vorgestellt hat. Lassen Sie sich überraschen. Hinweis: Das große Tarot-Buch "Die 78 Karten des Rider-Waite-Tarot" enthält alle Beiträge, die bei Pressenet veröffentlicht wurden. Zehn weitere Artikel liefern wertvolle Tipps zum Umgang mit dem Das 180-seitige eBook kann h i e r heruntergeladen werden. Bestellung auch direkt über uns möglich. Zum nächsten Artikel: Spirituelle Medien: wenn weniger wirklich mehr ist
© Ein Beitrag von Eleonore Radtberger für Pressenet Abbildung: "Der heilige Baum von Heliopolis mit Thot und Seschet", Relief aus dem Ramesseum (Quelle: Wikipedia, Lizenz: gemeinfrei) |