Tour de Plaisir - Genussvolles ReisenEin Buch von Doris Sutter |
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Doris Sutter macht in ihrem neuen Buch Appetit auf eine genussvolle Reise durch Frankreichs Kanäle. Auf dieser Tour de Plaisir werden Sie etwas ganz Typisches am eigenen Leib erfahren, die regionalen Spezialitäten des Burgunds, herrliche Rotweine, Käsespezialitäten, Knusper-Hähnchen aus der Bresse und Würste aus dem Jura. Aber es ist auch eine Reise in die stets gegenwärtige Vergangenheit, in die mythische Vergangenheit von Kelten und Römern, in die mystische Vergangenheit der Franziskaner und Zisterzienser, in die machtvolle Vergangenheit der alten Herzogsstädte, die prachtvolle Vergangenheit der Chateaus. Die Boots-Crew erlebt Schleusen und Schleusentreppen, Hebe- und Drehbrücken, die sie oftmals selber bedienen müssen, Tunnel und Kanalbrücken. Gewundene enge Ortsdurchfahrten. Sie suchen und finden "Leben und Schippern wie Gott in Frankreich". Neben organisatorischen Hinweisen zu Schleusen gibt die Beluga-Crew kurze Hinweise über Land und Leute, sowie Besonderheiten in den einzelnen Landstrichen, die man sich unbedingt ansehen muss. Leseprobe aus "Tour de Plaisir": Louhans Eine der größten Sehenswürdigkeiten der kleinen Stadt ist die Grand Rue, die Hauptstraße. Unter 157 Arkaden wandelt man wie im Mittelalter über uralte Steinplatten. Je nach Witterung bieten sie Schutz vor Regen oder zu viel Sonne. Trotz der mittelalterlichen Atmosphäre ist Louhans eine quicklebendige Stadt. Unter den Arkaden schlängelt man sich hemmungslos durch Restaurants, Blumen- Schuh- und Kleiderläden, an Hähnchengrills und Eistheken vorbei. Und es riecht unter jeder Arkade anders, würzig aus der Boulangerie, aasig aus der Boucherie, lecker aus der Chocolaterie, nach friture und petit noir, nach Zigaretten und Druckerschwärze, nach Parfüm und Waschpulver aus dem Waschsalon und dazwischen das herbe Odeur aus dem Käseladen. Allein der Gedanke daran treibt teichgroße Pfützen auf meine Zunge. Man kann die Atmosphäre kaum beschreiben, und man kann sie erst nachfühlen, wenn man sie selber einmal erlebt hat. Es hat viel vom Flair eines türkischen Basars. Gelingt es einem sich von der Grand Rue loszureißen und hat auch die merkwürdige Doppelkirche St. Peter bewundert, steht das Hotel Dieu auf dem Erkundungsplan. Das Gebäude ist beeindruckend. Die Krankensäle mit ihren Kastenbetten, in der Herrenabteilung aus Holz, in der Damenabteilung aus Metall, das angeblich vor Wanzen schützen sollte. Die Apotheke, in der man noch die Düfte der Heilmittel wahrnehmen kann, die einst hier aufbewahrt wurden. Apothekengefäße aus Steingut, Porzellan und Glas in zauberhaften alten Schränken, teilweise noch gefüllt mit Pülverchen. Doch das ist alles nichts gegen die wahre Sensation des Krankenhauses, den Fremdenführer.
Heute ist der 3. Montag im Juli. Der Markt zieht sich durch die gesamte Altstadt. Um es gleich vorweg zu nehmen, wir haben ein Bresse-Huhn gegessen! Ganz ehrlich? Es hat nicht anders geschmeckt wie eines vom Wiesenhof, keinesfalls aber wie 13 Euro. Ein großer Platz ist nur für den Tiermarkt reserviert. Ich habe nie gedacht, dass es so viele verschiedene Arten Federvieh gibt. Vom gerade ausgeschlüpften Küken über stattliche Hähne, Perlhühner, Truthähne, Gänse, Enten, Tauben in allen Farben, Ziervögel in großen Volieren und vom Zwergkaninchen-Baby bis zum ausgewachsenen fetten Rammler (pardon, der heißt so, Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig), Ziegen, Schafe, Meerschweinchen und ganz am anderen Ende noch ein paar Pferde. Gerochen hat das alles eklig. Gottlob hatten wir in der Nacht ein Gewitter und die Temperatur ist von 38 Grad auf 22 Grad gefallen, sonst könnte man es hier schier nicht aushalten. Die Bresse-Hühner habe ich gesucht, die mit dem roten Kamm und den blauen Füßen. Sie waren unter ihren Artgenossen definitiv in der Minderzahl. Und leider muss ich auch sagen, dass mich die meisten der armen Viecher wahrlich gedauert haben. Sie sahen wirklich aus wie bereits gerupfte Hühner, teilweise mit nackten Ärschen und Hälsen, eingepfercht in winzige Käfige. Der Appetit auf so ein Huhn ist uns allen schlagartig vergangen. Wenn sie sich dann aber knusprig braun im Grill drehen, sieht die Welt schon wieder anders aus. Der größte Teil des Marktes war Wochenmarkt, Obst-Gemüse-Käse-Wurst-Brot-Honig und dann natürlich Klamotten über Klamotten in allen Größen und Preislagen, Schuhe, Schmuck, Haushaltswaren, Gürtel, Töpfe, Blumen, CDs, Vorhänge, Körbe, Baby-Kleidung zum Verlieben, und, und, und..... Ich habe jetzt unseren Hausspruch geändert: Unser Schiff ist ein Loch im Wasser in das wir unser ganzes Geld werfen, stimmt nicht mehr. Wer es nicht glaubt, der war noch nie auf einem französischen Wochenmarkt. Und schon gar nicht auf diesem. +++
Es ist erhältlich im Handel oder direkt beim Mohland-Verlag. "Tour de Plaisir", 124 Seiten
Weitere Bücher von Doris Sutter: Beluga geht durchs Nadelöhr - Eine Boots-Reise © Leseprobe und Fotomaterial mit freundlicher Genehmigung der Autorin Doris Sutter Werden Sie Autor bei Pressenet und schreiben Sie Fachartikel. Info hier Hinweis: eBooks von Pressenet gibt es auf dem Portal xinxii.com. Bestellung auch direkt über uns möglich. |